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Gandalf
27.03.09, 13:39
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,615430,00.html


Forscher finden Hinweise für Kernfusion im Reagenzglas

Von Holger Dambeck

Funktioniert die umstrittene kalte Fusion doch? Forscher haben jetzt Hinweise dafür gefunden, dass Wasserstoffkerne bei Zimmertemperatur zu Helium verschmelzen können. Allerdings könnte auch ein ganz anderes Phänomen hinter den Beobachtungen stecken.


"Diese Heliumkerne sind elektrisch geladen und zerstören auf ihrem Weg durch die Kunststofffolie Moleküle", sagt Hans-Stephan Bosch vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald. Wenn man die Folie in Natronlauge lege, könne man anschließend unter dem Mikroskop die Löcher zählen.

"Eine sehr ordentliche Arbeit"

Genau das haben auch die Wissenschaftler der US-Marine getan und dabei mehrmals verdächtige Spuren entdeckt: drei eng beieinander beginnende Kanäle, die auseinanderlaufen. Genau ein solches Bild würde man auch erwarten, wenn ein schnelles Neutron einen Kohlenstoffkern zerschlägt. "Leute haben uns oft gefragt: Wo sind die Neutronen?", sagte Mosier-Boss. Bei einer Fusion müssten sie ja freigesetzt werden. "Jetzt haben wir Belege dafür, dass Neutronen bei der Reaktion präsent sind." Als weitere Indizien für eine Kernreaktion nannten die Forscher Röntgenstrahlen und einen Wärmeüberschuss. Über eine solche Erwärmung hatten vor einem Jahr auch japanische Forscher berichtet.

"Im Vergleich zu anderen Papieren auf diesem Gebiet ist das eine sehr ordentliche Arbeit", sagte der Greifswalder Fusionsexperte Bosch im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Der Nachweis schneller Neutronen mit der Folie sei üblich und werde auch bei der Trägheitsfusion angewandt, einer Mini-Kernfusion, an der Wissenschaftler im Los Alamos National Laboratory der US-Regierung arbeiten.

Laut Bosch müssen Neutronen eine Energie von mindestens 9 MeV haben, um ein Kohlenstoffatom zu zerschlagen. "Eine so hohe Energie kann nur aus kernphysikalischen Prozessen kommen, entweder einer Fusion oder einer Spaltung." Dies spreche dafür, dass tatsächlich eine Fusion stattgefunden habe.

Gandalf
29.03.11, 17:24
Kalte Fusion in der "Black Box"?

Vlt gibt's da wirklich aktuell was neues (... oder heizt man das Thema im Zuge der kommenden "Energiedebatte" künstlich an?):

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34400/1.html

... was ist davon zu halten:

Einschätzungen von innen und außen

In der Festkörperkernforschung, dem Fachgebiet, auf dem Kernreaktionen in Metallen erforscht werden, hat anfängliche Skepsis einer Hoffnung auf den lang ersehnten Durchbruch Platz gemacht. Focardi und Rossi genießen große Glaubwürdigkeit.

Focardi gehört mit seinem Kollegen Francesco Piantelli, Universität Siena, zu den Pionieren der Erforschung von Kernreaktionen in hydriertem Nickel. [extern] Seit 1992 hat die Gruppe mit 50 Watt Überschussleistung nicht nur eins der in dieser Hinsicht ertragreichsten Experimente überhaupt durchgeführt. Mit zwei Experimenten, die fast ein Jahr lang Energie produzierten, und der Produktion von Neutronen, Gamma-Strahlung sowie der Transmutation von Elementen haben sie in den Augen von Insidern auch gezeigt, dass die Phänomene im Metallgitter nicht chemischer und damit konventioneller Natur sein können. Edmund Storms, LENR-Forscher der ersten Stunde, [extern] schätzt die heutige Situation wie folgt ein:

Wir sind angekommen. Dabei ist interessant, dass wir in einem anderen Auto angekommen sind, als wir erwartet hatten. Kalte Fusion hat mit [schwerem Wasserstoff] und Palladium angefangen, und nun hat Rossi herausgefunden, dass sie in Nickel und leichtem Wasserstoff ziemlich gut geht. ... [Rossi and Focardi] haben einen Weg gefunden, den Effekt derart zu vergrößern, dass er als industrielle Energiequelle interessant ist. Forscher auf dem Gebiet der Kalten Fusion haben darauf hin gearbeitet, aber nie eine derart große Wärmeproduktion erreicht. Das kam als Überraschung aber auch als kleiner Schock und hat den Leuten einen Stoß verpasst, nun etwas schneller voranzugehen. Jetzt sieht es so aus, als habe das Phänomen tatsächlich Anwendungen.
Edmund Storms, Kivalabs

Mittlerweile liegen auch [extern] Einschätzungen von Wissenschaftlern vor, die nicht aktiv in die Festkörperkernforschung oder die Untersuchung der Rossi-Maschine involviert sind. Sven Kullander, emeritierter Professor an der schwedischen Uppsala University und Vorsitzender des Energy Committee of the National Academy of Sciences bescheinigte Rossi und Focardi dem italienischen Blogger [extern] Daniele Passerini gegenüber einen "sauberen wissenschaftlichen Ansatz". Er habe einen guten Eindruck von Rossi. "Ich finde, dass es interessant ist, mit ihm zu sprechen, und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass er sich einen Betrug ausgedacht hat." Auch Hanno Essen, Professor für theoretische Physik am schwedischen Royal Institute of Technology und Vorsitzender der Schwedischen Gesellschaft der Skeptiker, findet es "sehr unwahrscheinlich, dass es einzig und allein ein Betrug ist."

Eyk van Bommel
30.03.11, 19:54
... was ist davon zu halten:
Wer einmal Lügt dem....
Daher
Ich halte gar nichts davon.

Aber das hat ja nicht viel zu bedeuten.

Gruß
EVB

JoAx
31.03.11, 15:56
Hallo Gandalf!

Was soll hinter den beschriebenen Experimenten theoretisch stehen?


Gruss, Johann

Gandalf
01.04.11, 17:48
Wer einmal Lügt dem....
Daher
Ich halte gar nichts davon.


Wie? - Wer lügt denn?

Pons und Fleischmann haben sich zurückgezogen, ihre Karrieren sind ruiniert (ohne das sie der Lüge überführt wurden)

Demgegenüber lässt sich jedoch nachweisen, das die 'Gegner' und "wissenschaftlichen Aufklärer" gelogen haben:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/17/17555/1.html



Ziemlich prominente Persönlichkeiten der Physik-Gemeinde sprachen Drohungen aus. (...) Sie sagten, sie seien sich bewusst, dass staatliche Forschungsgelder in die kalte Fusions-Forschung gehen würden und dass sie alles versuchen würden, dieses zu verhindern.

....
Trotz früher positiver Berichte aus fünf Labors war das Ausbleiben einer Bestätigung durch das MIT, Harwell und CalTech der Hauptgrund für die heute etablierte Meinung, kalte Fusion funktioniere nicht. Nach der Publikation ihrer negativen Ergebnisse wurden alle drei Labore von außenstehenden Forschern [extern] kritisiert. "Schwerwiegende Fehler" würden die Akzeptanz dieser Studien als glaubhafte Untersuchungen "ultimativ unterminieren", kritisierte ein Navy-Team erstmals 1991. Die CalTech-Ergebnisse könnten nicht beweisen, dass keine anomale überschüssige Leistung frei würde, und seien bei Berücksichtigung von Fehlerquellen sogar in guter Übereinstimmung mit eigenen Ergebnissen und den ursprünglichen der Professorn Martin Fleischmann und Stanley Pons aus Utah.[28] In einer späteren Veröffentlichung schrieben Forscher der Navy und der University of Texas, obwohl die CalTech-Experimente oft als Widerlegung der kalten Fusion zitiert würden, zeige deren Bericht im Gegenteil einen Leistungsgewinn von 13 Prozent.[29] Den qualitativ gleichen Schluss ziehen zwei weitere Forscher mit der Begründung, CalTech hätte eine ungeeignete Methode benutzt.[30]


Auch der bekannte "New Scientist" Autor Michael Brooks berichtet in seinen Artikeln (und seinem überaus lesenswertem Buch: http://www.amazon.de/Das-Licht-fr%C3%BCher-auch-schneller/dp/3550087098/ref=ntt_at_ep_dpt_1 - lest mal wieder! ;)) von "Ungereimtheiten" bei der angeblichen Widerlegung von dem was Pons und Fleischmann gefunden hattten. (u..a. auch hier: http://sciencev1.orf.at/science/news/133633)

Hier spricht man direkt von Betrug an Pons und Fleischmann:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/17/17555/1.html

Bis zum Frühling 1991 hatte ich Betrug in der Berichterstattung der MIT-Experimentaldaten des heißen Fusions-Labors vom Frühling 1989 gefunden - in der Phase-II-Kalorimetrie, welche ein Versuch war, das [Fleischmann/Pons]-Experiment zu reproduzieren. Die Experimentaldaten zeigten, bevor sie in betrügerischer Absicht verändert worden waren, ein positives Ergebnis.

Leiter der besagten Experimente war Prof. [extern] Ronald R. Parker, der sich auch schon vor Beginn der eigenen Experimente überzeugt zeigte, kalte Fusion sei "wissenschaftlicher Schund".[36] Noch vor der Analyse der eigenen Daten feierte das MIT mit einer Party das Ende der kalten Fusion, berichtete Mallove von seinem damaligen Campus. Am 10. Juli 1989 stolperte Mallove über ein Diagramm, das für die Verwendung schweren Wassers im Experiment einen Leistungsgewinn angab. Drei Tage später veröffentlichte das PFC seinen endgültigen Bericht. Diesem war dieser Leistungsgewinn nicht mehr zu entnehmen, das Diagramm war verändert. Mallove gab das ursprüngliche Diagramm dem MIT-Forscher Dr. Michell Swartz. Dieser folgerte, dass die Leistungskurve für die Veröffentlichung auf Null gesenkt worden sei, was eine Wärmeproduktion (einen Hinweis auf kalte Fusion) vernebelt habe.[37] Andere Forscher zweifelte die PFC-Ergebnisse aus analytischen Gründen an.[38]

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/17/17555/17555_4.gif

Daten für das Kontrollexperiment mit leichtem Wasser, bei dem keine kalte Fusion zu erwarten ist: Die tatsächliche (schwarz) und veröffentlichte (blau) Kurve des Leistungsgewinns im kalten Fusions-Experiment des MIT liegen im Mittel bei Null.

Gandalf
01.04.11, 17:50
Was soll hinter den beschriebenen Experimenten theoretisch stehen?


..wie ..was meinst Du soll hinter einer Kernfusion stehen?

siehe auch hier: http://sciencev1.orf.at/science/news/46465

Lorenzy
02.04.11, 18:25
Der Focardi-Rossi-Energiekatalysator ist ein kompakter angeblicher Fusionsreaktor auf Basis einer "kalten Fusionstechnik", der von der italienischen Firma EON srl im Jahr 2011 auf den Markt kommen soll. Er soll bei einer zugeführten elektrischen Heizleistung von einigen hundert Watt eine Wärmeleistung von über 10 kW abgeben. Nach Angaben der Erfinder Sergio Focardi und Andrea Rossi finde im Reaktor eine kalte Fusion von Wasserstoff und Nickel statt, was zur Bildung von Kupfer führe. Als Begleiterscheinung soll auch ionisierende Strahlung auftreten. Bisherige Replikationsversuche scheiterten. Eine letzte öffentliche Vorführung fand im Januar 2011 statt.
http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Kalte_Fusion

Ich nutze nun mal meine berühmten hellseherischen Fähigkeiten um vorherzusagen, dass 2011 kein einziger dieser, "funktionierenden" kalten Fusionsreaktoren auf den Markt kommen wird.

Auflösung erfolgt am: 01. Jan. 2012

Marco Polo
02.04.11, 20:15
http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Kalte_Fusion

Ich nutze nun mal meine berühmten hellseherischen Fähigkeiten um vorherzusagen, dass 2011 kein einziger dieser, "funktionierenden" kalten Fusionsreaktoren auf den Markt kommen wird.

Auflösung erfolgt am: 01. Jan. 2012

Dem schliesse ich mich an. Man sollte sich wirklich eine Wiedervorlage machen. :)

Grüsse, Marco Polo

EMI
02.04.11, 23:20
Auflösung erfolgt am: 01. Jan. 2012
Ich denke nicht, das wir da so lang drauf warten müssen Lorenzy.
Der Focardi-Rossi-Energiekatalysator ist ein kompakter angeblicher Fusionsreaktor auf angenommener Basis einer "kalten Fusionstechnik", der im Jahr 2011 auf den Markt kommen soll. Er soll bei einer zugeführten elektrischen Heizleistung von einigen hundert Watt eine Wärmeleistung von über 10 kW abgeben. Nach Erreichen einer Betriebstemperatur solle sogar jegliche elektrische Heizleistung abgeschaltet werden können. Nach Angaben der Erfinder, des italienischen angeblichen Ingenieurs Andrea Rossi und des italienischen emeritierten Physikers Sergio Focardi, finde im Reaktor eine so genannte "kalte Fusion" von Wasserstoff und Nickel statt, was zur Bildung von Kupfer führe. Als Begleiterscheinung soll auch ionisierende Strahlung auftreten, was von unabhängiger Seite jedoch widerlegt wurde. Bisherige Replikationsversuche von unabhängiger Seite scheiterten bislang. Eine letzte öffentliche Vorführung fand Mitte Januar 2011 statt. Wie ein griechisches Wirtschaftblatt namens "Investors World" im März 2011 meldete, sei das Konzept im Mittelpunkt eines spekulativen Investmentsgeschäft von mehreren hundert Millionen Euro.
Eigentlicher Erfinder des Prinzips war 1989 der italienische Biophysiker Francesco Piantelli, der dazu 2010 ein Patent anmeldete. Rossi, der selbst versucht seine Erfindung patentieren zu lassen, erkennt dies jedoch nicht an.
Sämtliche zur Verfügung stehenden Angaben zum "Focardi-Rossi-Energiekatalysator" stammen von den Erfindern selbst, einer Patentanmeldung von Rossi, YouTube-Videos sowie aus Angaben von wenigen Physikern, die versuchten, das Prinzip zu replizieren. Eine nennenswerte Rezeption seitens der internationalen Physiker-Community blieb bislang aus, der Versuch der Erfinder in einer anerkannten Fachzeitschrift über das Prinzip zu veröffentlichen, misslang. Lediglich einzelne Physiker reagierten in Form von Blogbeiträgen oder Kommentaren auf das Thema. Eine einwandfreie wissenschaftlich zu nennende Publikation ist bislang (Januar 2011) unbekannt. Focardi und Rossi verbreiten ihre Angaben über eine eigene "Online-Zeitschrift" namens "Journal of Nuclear Physics", die im Prinzip ein Internet-Blog ist, sowie die italienische Zeitschrift "Il Cimento". Dass es sich nicht um eine Fachzeitschrift handelt, wird durch den Titelzusatz "Nuclear experiments blog" ersichtlich. "Journal of Nuclear Physics" war der Titel einer russischen Fachzeitschrift, die inzwischen ihr Erscheinen eingestellt hat. Die beteiligte Firma EON srl selbst stellt bislang keine Informationen zur Verfügung. Physiker Focardi teilte auf Anfrage mit, die Zeitschrift "Journal of Nuclear Physics" gegründet zu haben, da eine Veröffentlichung in anerkannten Fachzeitschriften gescheitert sei.
Nach zur Verfügung stehenden und teilweise widersprüchlichen Informationen der Erfinder Focardi und Rossi soll ihr Kleinreaktor exotherme Fusionsprozesse ermöglichen. Nach ihren Angaben sei es ihnen als Extremfall gelungen experimentell bis zu 130 kW thermische Energie zu "gewinnen", bei einer Zufuhr von 80 bis 1.250 Watt zur "Vorheizung" bzw. zum Betrieb der elektronischen Steuerung.
Das nur teilweise offengelegte, aber zum Patent angemeldete (bislang nicht patentierte) Verfahren sieht dabei vor, dass sich Nickel in Anwesenheit von Wasserstoffgas unter Wärmeabgabe und ionisierender Strahlung in Kupfer umwandelt. In der Patentanmeldung wird genauer behauptet, dass das stabile Nickel-Isotop 62Ni28 (zu 3,6% im normalen Nickel enthalten) mit Wasserstoff in das stabile Kupferisotop 62Cu29 umgewandelt werde. Das dabei entstehende Kupfer soll zwei stabile Kupferisotope beinhalten, dabei sei das Isotopenverhältnis anders als bei natürlich vorkommendem Kupfer. Eine derartige Fusion müsste jedoch sehr hohe Temperaturen voraussetzen und müsste eine starke Gammastrahlung durch Vernichtungsstrahlung von Positronen und Elektronen zur Folge haben.
Verwendet worden sein sollen anfänglich Nickelstäbe, und bei den letzten Versuchen Nickelpulver (die Rede ist von Partikelgrößen im nm-Bereich, in der Patenschrift werden jedoch 10 µm genannt). Als Lieferant des Nickel nannte Rossi die Mailänder Firma "Gerli Metalli". Zusätzlich sollen unbekannte, und auch in der Patentanmeldung nicht näher bezeichnete Katalysatoren zum Einsatz kommen. Nach nicht nachprüfbaren Gerüchten aus dem Internet könne es sich dabei um "Raney-Nickel" handeln, denn zweimal war es in einem Labor von Rossi zu einem Brand gekommen, der auf "Raney-Nickel" zurück zu führen war. Nickeloxid, das mit Wasserstoff unter Wasserbildung und Wärme reagiert (NiO2 + H2 --> Ni + H20) soll hier nicht verwendet worden sein. Im Inneren ihres Reaktors soll laut Patentanmeldung ein innerer Wasserkreislauf (angereichert mit Borsäure) vorgesehen sein, der Wärme über einen Wärmetauscher an den externen Wasserkreislauf abgebe.
Durch Erhitzen mittels Zufuhr elektrischer Heizleistung würden bei 180-400 Grad angeblich Protonen aus dem Wasserstoffgas in die Nickelatome gelangen, um zu einer Kernreaktion zu führen, wenn der Wasserstoffdruck regelmäßig impulsartig stark erhöht wird. Insgesamt solle sich ein Wasserstoffverbrauch einstellen und etwas Helium entstehen. Der Nickelstab solle außerdem nach Reaktion auf der Oberfläche kleine Krater aufweisen. Laut Patentschrift soll die elektrische Vorheizung über einen Thermostaten automatisch abgeschaltet werden, wenn eine bestimmte Betriebstemperatur erreicht wird. Weiter zugeführte elektrische Energie (20 bis 80 W) sei nur noch für die Versorgung der Steuerelektronik notwenig. Nach im Internet kursierenden und nicht prüfbaren Gerüchten könnte auch eine Hochspannung oder ein Magnetfeld zur Anwendung kommen, die Rede ist von 360 kV zur Überwindung des Coulombwalls. Die Anwendung einer derartig hohen Spannung ist auf Grund einer Funkenbildung jedoch nicht innerhalb eines derart kleinen Apparates möglich.
Die Erfinder behaupten, dass es unter der genannten "Fusion" auch zu einer schwachen Gamma- und/oder Neutronenstrahlung kommen soll. Bei der Strahlung soll es sich um eine β+-Korpuskularstrahlung mit Positronen handeln (bekannt vom Kalium 40-Zerfall). Sie geben auch an, das genaue Funktionsprinzip selbst nicht zu kennen. Der eigentliche etwa 1 Liter Volumen umfassende Reaktor soll von einer 2 cm starken Bleischicht umgeben sein. Die Erfinder behaupten in ihrer Patentanmeldung, dass die Bleischicht nicht nur zur Abschirmung ionisierender Strahlung notwendig sei, sondern diese auch in Wärme umwandele.
In ihrem Blog findet sich ein Beitrag, der den Focardi-Rossi-Energiekatalysator mit der Hydrino-Theorie des amerikanischen Arztes und Elektroingenieurs Randell Mills (geb. 1957) spekulativ in Verbindung bringt. Mills soll ebenfalls mit Wasserstoff und Nickel arbeiten. Häufig wird von Anhängern der "kalten Fusion" behauptet in diesem Falle würden so genannte Low Energy Nuclear Reactions (LENR) ablaufen. Der LENR-Begriff ist jedoch in der Fachliteratur unbekannt, derartige Fusionsprozesse konnten bislang nicht nachgewiesen werden.
Nach anderen Spekulationen aus dem Internet könne es sich um eine, den Erfindern offenbar unbekannte gebliebene, chemische Reaktion handeln, die bei der Aufreinigung von Nickelerzen angewandt wird: Der "Sherritt-Gordon process", der mit Wärmefreisetzung einhergeht, aber eine herkömmliche chemische Reaktion ist. Der Nachweis von Kupfer wäre dadurch zu erklären, dass üblicherweise erhältliches Nickel stets mit etwas Kupfer verunreinigt ist.
Nach Angaben von Focardi und Rossi hätte diese im Laufe der Jahre eine immer größere Wärmemenge mit ihrer Apparatur erreicht. Nach Angaben der Erfinder reiche ein Nickelstab für einen 6-monatigen Betrieb. Anekdotisch berichtet der Patentanmelder Rossi in seiner Patentschrift, mit dem Reaktor die Räume seiner Firma zu heizen und dabei über 6 Monate 90% der Stromkosten eingespart zu haben.
Auch wird behauptet, dass ein "kW-module" in seiner Firma "Leonardo facility" in New Hampshire (USA) seit 2008 laufen würde.
Nach Angaben von Rossi ergebe sich ein Verbrauch an Nickelpulver von 100 Gramm innerhalb von sechs Monaten, dies bezogen auf 10 kW (therm.) Leistung. Die Kosten für den "Brennstoff" würden sich dann auf 2 Euro belaufen. Ein E-cat soll etwa 2.000 Euro pro installiertem kW Leistung kosten (ein 10 kW-Modell demnach 20.000 Euro). Bei der für die Verbreitung von Verschwörungstheorien bekannten US-amerikanischen Rundfunksendung "Coast to Coast AM" teilte Rossi im März 2011 mit, dass sein geplantes 1 MW Kleinkraftwerk 2 Millionen Dollar kosten würde, und später seine 10 kW E-cat nur noch 5000 US Dollar kosten sollen. Nach Angaben der griechischen Zeitschrift "Investors World" von März 2011 sollen die zukünftigen "E-cat" auch elektrischen Strom dank eines "Inverters" produzieren können. Als jährliche Kosten für die rund um die Uhr Lieferung von 20 KW Leistung (unklar ob thermisch oder elektrisch) würden den Kunden Kosten von 1300 Euro enstehen. "Defkalion Green Technologies" plant bei der RAE (Regulationsbehörde für Energie) um Aufnahme ins "Erneuerbare Energie"-Programm anzusuchen.

Gruß EMI

EMI
02.04.11, 23:33
Weiter geht's:
1989 war durch große mediale Aufmerksamkeit für die kalte Fusion gekennzeichnet, als Folge der Behauptungen zu den misslungenen Experimenten von Fleischmann und Pons. In diesem Jahre meinte der italienische Biophysiker Francesco Piantelli (Universität Siena) zufällig bei Untersuchungen mit organischem Material, das gleichzeitig mit Nickel und Wasserstoff in Kontakt kam, eine starke Wärmeentwicklung bei Temperaturen bis 1.450° C zu beobachten, die er sich nicht erklären konnte. Die Nachricht darüber war Thema mehrerer italienischer Tageszeitungen. 1995 erhielt Piantelli für seine Beobachtung einen "Truffle Prize" auf einem "Workshop on Anomalies in Hydrogen / Deuterium Loaded Metals".
Davon erfuhr der Physiker Sergio Focardi von der Universität Bologna, der mit Piantelli eine Arbeitsgruppe bildete, um das Phänomen zu untersuchen. Nach einigen Jahren war ein entsprechender Nickel-Wasserstoff-Reaktor fertig, und im Februar 1994 kündigten die beiden auf einer Pressekonferenz den Reaktor als Prinzip für "Reazioni Nucleari a Bassa Energia" (LENR, "Kernreaktionen bei niedriger Energie") an, dabei aber den Begriff "kalte Fusion" vermeidend. Wieder erschienen Artikel in der Tagespresse, und wie bereits zuvor 1989, kam es nicht zu einer wissenschaftlichen Veröffentlichung. Die Rede war hier von einer Leistung von 40-50 thermischen Watt. Ein oberflächenvorbehandelter und mehrere Stunden "entgaster" Nickelstab sollte im Reaktor von Wasserstoffgas umgeben sein.
Am 14. Januar 2011 veranstalteten Andrea Rossi und Sergio Focardi eine Pressekonferenz, zu der nicht nur das italienische öffentlich-rechtliche Fernsehen RAI und zahlreiche Journalisten kamen, sondern an der auch mehrere an Universitäten tätige Physiker teilnahmen. Die Vorführung fand in angemieteten Räumen der Firma "GM System" in einem Industriegebiet von Bologna statt, und nicht in Räumen der Universität Bologna wie mancherorts im Internet behauptet wird. Gleichzeitig zur Pressekonferenz wurde in einem Nebenraum eine nur einige Minuten andauernde Funktion des Reaktors vorgeführt. Über die genaue Dauer des Experiments liegen unterschiedliche Angaben zwischen 15 und 40 Minuten vor. Eine Betrachtung der aufgezeichneten Messdaten, die auf dem Bildschirm eines Notebooks für einige Sekunden zu sehen sind, lassen auf eine Dauer von circa 15-20 Minuten schliessen, bei der eine Wassertemepratur über 100 Grad erreicht wurde. In dem Bericht zum Experiment werden die Daten, die auf dem Notebook zu sehen sind, nicht wiedergegeben. Im Bericht ist von einer Dauer von 40 Minuten die Rede, offenbar ist damit die Gesamtdauer des Experiments inklusive der Aufheizzeit gemeint. Die Erfinder berichten über ihr Experiment in ihrem Blog, inklusive dreier Youtube-Videos in italienischer Sprache.
Auf der Pressekonferenz war die Rede von einer zugeführten Heizleistung von 600 Watt, bei rechnerischer Energieabgabe von 12.000 Watt (12 kW). Die entstehende Wärme leiteten die Erfinder aus erhitztem Wasser ab: So seien pro Minute 292 Gramm Wasser von 20 °C auf 101 °C (trockener Wasserdampf) erhitzt und verdampft worden. Während der Vorführung durften beobachtende Physiker einige Messungen vornehmen. Diese waren jedoch enttäuscht, keine Spektralanalyse der Gammastrahlung machen zu dürfen, die ihnen aus Gründen der Geheimhaltung verwehrt wurde. Wie in einem ausführlichen Report beteiligter, aber unabhängiger Physiker der Universität Bologna ersichtlich ist, konnte keine Gammastrahlung nachgewiesen werden, obwohl in der Apparatur zu Messzwecken zwei Öffnungen geschaffen wurden. Zitat aus dem Report.
Die Beobachter durften die Wasserstoffgasflasche vor und nach dem Experiment wiegen (Gewicht: 18,6 kg). Trotz möglicher Messfehler (hängengebliebene Klebestreifen) wurde der Wasserstoffverbrauch auf weniger als 1 Gramm geschätzt, zuwenig um eine herkömmliche Wasserstoffverbrennung plausibel erscheinen zu lassen.
Ungereimtheiten: Nicht nur die Dauer des Experiments ist mit 20 Netto-Minuten kürzer als ansonsten verbreitete Angaben zur Dauer, sondern auch bei anderen Angaben ergeben sich Gründe an den Angaben der Erfinder und Durchführer des Experiments zu zweifeln. Im Nachhinein wurde die Energieschätzung durch Verdampfen von Wasser im "www.physicsforums.com" kritisiert, da entsprechende Berechnungen von trockenem Dampf ohne Anteile von kondensiertem Wasser ausgingen, was nicht erwiesen sei. Ein im Video gezeigtes Hochtemperatur-Thermometer kann lediglich die Temperatur, nicht aber die relative Feuchte messen. Behauptet wurde der Einsatz einer Kombi-Messonde des Typs HP474AC (Delta Ohm), tatsächlich ist im Video jedoch eine anders aussehende Sonde zu sehen, die wie eine SPC C45 0500 BEX - Sonde aussieht. Auch wurde der behauptete Wasserfluß von 292 ml/Min (= 17,5 Liter/Min) bezweifelt, da die verwendete Pumpe laut Hersteller nur die halbe der genannten Förderleistung hätte. Ganz offensichtlich wurde eine Förderpumpe des Typs "LMI J5" verwendet. Der Hersteller gibt dazu eine maximale Förderleistung von 7,6 Litern/h an.
Am 10. Februar 2011 soll in Anwesenheit des als "unabhängig" bezeichneten Physikdozenten Giuseppe Levi von der Universität Bologna ein weiterer Versuch ("internal test") mit dem "E-Cat" in Bologna durchgeführt worden sein. Mehrere Webseiten im Internet behaupten jedoch, dieser Test habe am 18. Februar 2011 stattgefunden. Levi ist Leiter einer Arbeitsgruppe der Fakultät für Physik, die für ihre Unterstüzung des Projekts von Rossi eine finanzielle Unterstüzung erhielt. Nach Giuseppe Levis Angaben, die im Internet in einem schwedischen Online-Artikel mit dem Titel "Cold Fusion: 18 hour test excludes combustion" wiedergegeben werden, soll diesmal die Vorrichtung über einen Schlauch mit einem Wasserhahn der Wasserversorgung verbunden worden sein, um den "Reaktor" zu kühlen. Das Leitungwasser hätte das Gerät mit knapp einem Liter pro Sekunde durchflossen und sei dabei um 5 Grad erwärmt worden. Der Versuch sei über 18 Stunden ununterbrochen geführt worden, eine Wasseruhr habe den Wasserdurchfluss registriert und diese sei per Video auch nachts kontrolliert worden. Anfänglich sei der "Reaktor" für zehn Minuten mit 1.250 Watt erwärmt worden, anschließend sei nur noch ein Kontrollgerät weiter mit 80 Watt versorgt worden, während sich rechnerisch eine konstante thermische Leistung von 15-20 Kilowatt eingestellt haben soll. Nach Angaben von Levi habe er einen Wasserstoffverbrauch von 0,4 Gramm über die genannten 18 Stunden festgestellt. Levi wird in gleicher Quelle auch mit der Aussage zitiert, dass er nun, nach diesem Versuch, "chemische Energiequellen" als Wärmequelle ausschließe.
Die angeblich insgesamt freigesetzte Wärmemenge wird nach einer anderen Quelle von Anhängern der so genannten "kalten Fusion" (LENR Low Energy Nuclear Reactions - CANR Chemically Assisted Nuclear Reactions) mit 270-288 kWh (rund ein GJ) berechnet, was dabei mit der Energie von 26 Litern Heizöl verglichen wurde. Bei Annahme einer mittleren Leistung von 17 kW (die zugeführte elektrische Heizleistung und Energie zur Steuerung kann vernachlässigt werden) ergeben sich über 18 Stunden tatsächlich rechnerisch rund 300 kWh. Der Heizwert von einem Liter Heizöl liegt bei 10 kWh, sodass sich eine Heizölmenge von rund 30 Litern errechnen lässt, um die gleiche Wärmemenge zu erzeugen.
Da das Volumen der sichtbaren Geräte geschätzt werden kann, wurde von Interessierten im Internet (Usenet) versucht Kandidaten für eine herkömmliche chemische Reaktion zu finden, die in dem Volumen Platz finden könnten und ausreichende Wärme abgeben könnten, dabei Probleme wie Rauchbildung, Giftigkeit, Kosten oder Unbeherrschbarkeit der Reaktion ausklammernd. Während für die Vorführung im Januar tatsächlich die Möglichkeit einer herkömmlichen chemischen Reaktion nicht ausgeschlossen werden kann, findet sich kein derartiger Kandidat für das angebliche 18 Stunden Experiment im Februar. Das Volumen der externen "control-unit" soll zwar etwa 60 Liter betragen, soll aber andererseits laut Beobachter Levi nur Elektronik enthalten haben. Die eigentliche Reaktionskammer schätzte er auf ein Volumen von ca. einem Liter. Die Abschirmung soll aus einer 2 cm starken Bleischicht bestehen, die ein Gesamtgewicht von etwa 30 kg haben soll.
1996 versuchte ein Gruppe unter Antonino Zichichi ein Jahr lang am Genfer CERN das Experiment zu wiederholen, blieb aber erfolglos. Die Autoren sprechen zwar von beobachteten Temperaturerhöhungen, die jedoch keiner Energiefreisetzung entsprechen würden.
1998/1999 kam es zu einem weiteren Replikationsversuch in Pavia (Italien) durch die Forscher Luigi Nosenzo und Luigi Cattaneo. Wieder konnte über mehrere Monate hinweg keine Fusionsreaktion oder Energiefreisetzung beobachtet werden.

Gruß EMI

EMI
02.04.11, 23:45
Und noch was dazu:
Der "Rossi-Energiekatalysator" ist nicht die erste Erfindung von Andrea Rossi. In den 1970er und 1980er Jahren hatte er vergeblich versucht, aus Abfall Kohlenwasserstoffe herzustellen. Es kam zu zahlreichen Prozessen und Strafverfahren mit Haftstrafen gegen den "Scheich der Brianza" (Sceicco della Brianza, auf die Behauptung bezogen er würde als "Scheich" aus Industrieabfällen Erdöl gewinnen. Brianza ist der Name einer Region nördlich von Mailand). Die Prozesse wurde auch als "Petroldragon-Affäre" bekannt, da die Rossi-Firma "Petroldragon" hieß. In der italienischen Wikipedia existiert ein Artikel dazu. Rossi wurde verurteilt, weil er große Mengen (58.000 Tonnen) auch giftiger Abfälle nicht ordungsgemäß entsorgte und mit ihnen Handel trieb. Nach Angaben aus einem Artikel der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" vom 6. April 1995 soll Rossi zusammen mit einem Michele Pizzato zweimal verhaftet worden sein. Als Mitglied einer "Bande" und "kriminellen Vereinigung" habe er zwei Tonnen Gold im Rahmen einer Geldwäscheoperation verschoben.
Aus Sicht von Rossi handelte es sich jedoch um eine Art Repression seiner vermeintlich ökologischen Umwandlungstechnik. Nach einer Serien von Strafprozessen wanderte er daraufhin in die USA aus. Aktuelle Firmenbeteiligungen (EON srl) werden von seiner Ehefrau Maddalena Pascucci durchgeführt.
In seinem im Internet einsehbaren Curriculum Vitae zum beruflichen Werdegang gibt Rossi an, in Mailand Philosophie studiert zu haben. Er nennt als zweiten Studienabschluss auch eine "Laurea" (übliche Bezeichnung für einen Studienabschluß an einer italienischen Universität mit obligatorischem Doktortitel) im Fach "Ingegneria Chimica" ("Chemie-Ingenieur") an einer kalifornischen "Kensington University Inc". Diese Firma war offiziell in Hawaii registriert, operierte jedoch vom kalifornischen Glendale aus und war bis zu ihrer gerichtlich angeordneten Schließung im Oktober 2003 als Titelmühle bekannt. Im Urteil wurde der Firma auferlegt ehemaligen Kunden ihre Kosten zu erstatten. Die Firma war zuvor von einer Verbraucherschutzorganisation angezeigt worden.
Im März 2011 wurde Andrea Rossi von einem Journalisten mit dem Vorwurf konfrontiert einen Ingenieurstitel einer Titelmühle zu führen. Rossi entgegnete, dass es sich bei dem Titel um einen Ehrentitel (honorary title) handeln würde, der ihm ehrenhalber wegen eines in der Vergangenheit erteilten Patents zu Biodiesel gewährt worden sei. Über die Firma "Kensington University Inc." würden ihm angeblich keine Informationen vorliegen. Er verfüge hingegen über einen ordentlichen Titel Dottore Magistrale in Filosofia der Università degli Studi di Milano vom 10. Dezember 1975.
In seinem eigenen Blog "journal of nuclear physics" stellte Katholik Rossi die Evolutionstheorie nach Darwin zur Erklärung der Entstehung des Menschen in Frage und versuchte die Atombombenversuche im Pazifik der 60-er Jahre des letzten Jahrhunderts als Ursache für das Erdbeben in Japan plausibel zu machen.
Die im Zusammenhang zum Thema immer wieder genannte italienische Firma EON srl (im Besitz von Rossi) ist sowohl in der Ortschaft Bondeno, als auch in Rom angemeldet. Am Standort Bondeno soll ein "E-cat" über lange Zeit Räumlichkeiten quasi zum Nulltarif geheizt haben. Rossi behauptete auch an seiner Privatanschrift das Warmwasser per E-cat zu erzeugen. Zu beiden Behauptungen liegen keinerlei nachprüfbare Belege vor.
Im Laufe des Jahres 2011 wollen die beteiligten nicht-italienischen ungenannten Investoren (angeblich Griechen) und die Erfinder gebrauchsfertige Reaktoren für industrielle Anwendungen anbieten und zwar unter dem Handelsnamen "Hyperion" (nicht zu verwechseln mit einem gleichnamigen Konzept kleiner Fissionsreaktoren aus den USA). Aus dem Jahr 2006 ist eine behördliche Erlaubnis bekannt, die der italienischen EON srl erlaubt, ein mit Biodiesel betriebenes Kleinkraftwerk mit einer elektrischen Leistung bis 1 Megawatt (MW) in der Ortschaft Bondeno zu betreiben. Nach Angaben der Erfinder werde auch derzeit daran gearbeitet, mit Hilfe von 120 zusammengeschalteten Energiekatalysator-Reaktoren ein Kleinkraftwerk der gleichen Leistung von 1.000 kW (1 MW) in Griechenland oder den USA zu bauen, das bis Oktober 2011 fertig sein soll und zwei Millionen US-Dollar kosten soll. Als Hersteller wird dazu die griechische "Defkalion Green Technologies S.A." genannt.
In den USA existiert in Bedford, New Hampshire, eine Leonardo Corporation bei der Rossi beschäftigt sein soll. Die Emailadresse der Firma ist identisch mit der EON srl in Italien. Diese Firma soll wie die griechische Defkalion die späteren "Reaktoren" herstellen. Aktuell bietet sie Kraftwerke auf herkömmlicher Biodiesel-Basis an (mit Turbolader und Zwischenkühlung). Die Firma behauptet einen sehr hohen Wirkungsgrad dank einer patentierten "EON Technik", bei der die anfallende Verlustwärme zurückgewonnen werde.
In Athen existiert eine kleine Firma namens "Defkalion Energy" bzw. "Defkalion Green Technologies S.A.", im Besitz verschiedener Investoren (Pressesprecher: Symeon Tsalikoglou), die nach Angaben von Rossi einmal einen Teil der "Energiekatalysatoren" herstellen soll. Während die Webseite der EON srl seit Monaten "under construction" ist, wird mittlerweile auf der Seite der Defkalion eine Kontaktadresse in Athen genannt. Domainanmelder ist ein Andreas Meintanis aus GR-19200 Elefsina.
Während die Rossi-Firma "Leonardo Corp." das USA-Geschäft abdecken soll, soll die griechische Firma Defakalion die zukünftigen Verkaufsrechte für die restliche Welt, zumindest aber für Europa erhalten. Nach Angaben der griechischen Zeitschrift "Investors World" soll in der Ortschaft Xanthi ein ehemaliges Firmengelände erworben worden sein, um dort ein 1 MW-Kleinkraftwerk mit Energiekatalysatoren nach Rossi zu errichten. Die gleiche Quelle behauptet eine Zusammenarbeit mit einem "Prof. Christos Stremmenos", und die Defkalion sei insgesamt als ein "200 Millionen Euro Investment" zu betrachten. Die Hälfte der Investionssumme (also 100 Millionen) solle später an den Erfinder Rossi abfliessen.
Nach Angaben von Rossi werde auch dann die Produktion seiner E-cat beginnen, wenn ihm das Patent am Ende nicht wie gewünscht erteilt werde. Auch wolle er weiter produzieren, falls die Konkurrenz durch reverse-engineering seine Erfindung durchschaut habe.
Zum Verfahren hat Rossi ein Patent angemeldet. Vom Europäischen Patentamt, als einer der sog. International Searching Authorities der Weltorganisation für geistiges Eigentum (World Intellectual Property Organization, WIPO), wurde die Patentschrift ablehnend beurteilt. Bemängelt wurde, dass die Erfindung nicht nachvollziehbar dargestellt sei und insbesondere nicht ersichtlich sei, dass durch die beschriebene Reaktion von Nickel mit Wasserstoff Energie erzeugt wird.

Gruß EMI

PS: Videos der Vorführung, Januar 2011:
http://www.youtube.com/watch?v=z-0WvK2b7dU
http://www.youtube.com/watch?v=u-Ru1eAymvE
http://www.youtube.com/watch?v=dmHZrhTQhUc

Eyk van Bommel
03.04.11, 07:13
Rossi wurde verurteilt,....
Das meinte ich mit: Wer einmal Lügt....

Das nenne ich mal den „Großen Bluff“

Erste Geldgeber sind ja schon gefunden? Aber wahrscheinlich Briefkastenfirma.:rolleyes: Wenn man sagen kann, dass man schon 100 Millionen hat, dann finden sich schnell Spekulanten (vor allem private). Die gehen gerne davon aus, dass wenn eine Firma die so viel Geld investiert, sie auch alle Risken abgeklärt hat….

Als nächstes wird er dann wahrscheinlich behaupten, dass die Wirtschaft korrupt ist und ihm kein Kredit mehr gibt… Dann kommt der Aufruf zur Spende.. mit Beteiligung am Gewinn…

Gruß
EVB

Lorenzy
03.04.11, 15:43
Ich denke nicht, das wir da so lang drauf warten müssen Lorenzy.

Ich halte das ganze für Humbug, der im Endeffekt nur auf Geldmacherei durch Betrug hinausläuft. Was haben die beiden denn bis jetzt vorzuweisen? Youtube Videos? Eine gescheiterte Patentanmeldung? Eine Veröffentlichung im "Journal of Nuclear Physics" (klingt offiziell? Pipapo, ist nur der Blog der beiden Hochstapler).

Sämtliche zur Verfügung stehenden Angaben zum "Focardi-Rossi-Energiekatalysator" stammen von den Erfindern selbst, einer Patentanmeldung von Rossi, YouTube-Videos sowie aus Angaben von wenigen Physikern, die versuchten, das Prinzip zu replizieren. Eine nennenswerte Rezeption seitens der internationalen Physiker-Community blieb bislang aus, der Versuch der Erfinder in einer anerkannten Fachzeitschrift über das Prinzip zu veröffentlichen, misslang. Lediglich einzelne Physiker reagierten in Form von Blogbeiträgen oder Kommentaren auf das Thema (Beispiel: [6]). Eine einwandfreie wissenschaftlich zu nennende Publikation ist bislang (Januar 2011) unbekannt.

Und dann muss man sich nur mal die "weisse" Weste von A. Rossi anschauen.

In den 80ern wurde er verurteilt weil er 60000 Tonnen giftiger Abfall nicht ordungsgemäß entsorgte und damit Handel trieb.:rolleyes:
1995 verhaftet wegen Geldwäscherei.:rolleyes:
Und seinen angeblichen Studienabschluss als Chemie-Ingenieur machte er an der Kensington University Inc. (die auf richterlichem Beschluss geschlossen wurde, da sie akademische Doktortitel verkaufte).:rolleyes:


Der Zeitpunkt ist jetzt (nach dem Fokushima Desaster) natürlich günstig, um ihren Fusionsreaktor an den Mann zu bringen. Und falls bis Ende des Jahres immer noch kein einziger funktionierender, kalter Fusionsreaktor in Betrieb ist, wars natürlich die Schuld der bösen, bösen Atomlobby.:rolleyes: