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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Robert Enke beging angebl. Selbstmord


Marco Polo
10.11.09, 20:54
Gibts doch nicht, oder? :eek:

Hat da jemand nähere Infos?

Im Netz hab ich nichts gefunden.

Eyk van Bommel
10.11.09, 21:10
Hi Marco,
nun gibt`s die ersten Meldungen:(
http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,660538,00.html
Gruß
EVB

Marco Polo
10.11.09, 21:19
Tatsächlich. Die ersten News trudeln langsam ein.

Das ist ja echt bitter. :(

regeli
14.11.09, 16:03
Hi ! Fußballfan. Du wirst es nicht glauben , ich kannte ENKE bis
zum Zeitpunkt seines veröffentlichen Todes gar nicht. Wo lebt man
dann ? Trotzdem habe ich ein gewisses Mitgefühl .

Gruß regeli :cool:

Marco Polo
14.11.09, 17:14
Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen.
Wenn er schon aus dem Leben scheiden will wieso nimmt er sich nicht die Kugel.
Nein es muss bewust Medienwirksam sein, auch wenn Unschuldige mit rein gezogen werden.

Puh. Bei dieser knallharten Einstellung läuft es mir aber eiskalt den Rücken herunter.

Der Suizid war zwar geplant. Der Zeitpunkt, der Ort und die Art und Weise kann aber durchaus spontan gewesen sein.

Jemand, der durch ein solch finsteres Tal schreitet, macht sich wohl kaum Gedanken über eine etwaige Medienwirksamkeit.

Und dass dem Suizid des Torhüters der deutschen Fussball-Nationalmannschaft mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als bei einem namenlosen Hartz 4 Empfänger, sollte nun wirklich nicht verwundern.

Gruss, Marco Polo

Hermes
14.11.09, 18:16
Ich kannte Enke bisher auch überhaupt nicht.
Warum das Aufsehen?

Nun, Enke war Teil des Fußballzirkus und damit einer Sache, mit der ein nicht unerheblicher Teil des "Volks" emotional eng verknüpft ist.

Richtige Kerle, die alles geben und nicht anfällig für Schnupfen und "eingebildete Krankheiten wie Depressionen" sind.
Depression wird nicht wirklich ernst genommen, wie man in Teilen der Presse als Kommentar dazu zutreffend lesen kann.
Und richtig wird festgestellt, daß Depressionen und psychische Erkrankungen zunehmend zur Volks- und damit Zivilisationskrankheit werden.
Was sagt das über unsere Zivilsation aus? Über unsere Gegenwart?
Es ist im Grunde vieles wirklich im Argen, jeder ahnt es längst, Demokratie und Stabilität sind auf dem Rückzug.

So einer wirft sich jetzt schon vor den Zug?
Wobei diese Art des Abgangs krass und unfair gegenüber dem Zugführer ist und natürlich wunderbar für die Sensationssucht der Medien; bei einer echten Depression ist einem wohl einfach alles egal.

So, und warum schreibe ich hierzu was und hüpfe nicht behende in den aktuellen Multiversums-Thread?!

Was für Zeiten Leute, was für Zeiten...
O tempora, o mores, Guido unser neues Aushängeschild hat uns alle lieb.

Oder nicht?

Eyk van Bommel
14.11.09, 23:47
bei einer echten Depression ist einem wohl einfach alles egal.
Genauso ist es. Es ist völlig unnötig und falsch (&schlimm für die Hinterbliebenen) Menschen im Nachhinein Vorwürfe über ihren Weg, zu der für sie empfundenen Erlösung, zu machen.

Würden sie noch klar denken, würden sie es nicht machen. Der Selbsterhaltungstrieb ist dass was zuletzt fällt, danach gibt es keine Empfindung mehr – auch nicht für richtig oder falsch. Sonst würden sie es nicht machen.

Gruß
EVB

Marco Polo
15.11.09, 00:01
Es ist völlig unnötig und falsch...Menschen im Nachhinein Vorwürfe über ihren Weg, zu der für sie empfundenen Erlösung, zu machen.

hmm...ich weiss nicht. Wenn z.B. jemand absichtlich in den Gegenverkehr reinrast, dann ist das für mich ein Verbrecher übelster Sorte.

Dann gibts auch kein Mitleid für den Verursacher.

Und das mit dem Zug, von dem man sich überfahren lässt, ist damit nicht vergleichbar. Auch wenn der Zugführer danach u.U. psych. Probleme bekommt.

Daran denkt man dann glaube ich nicht. Aber in den Gegenverkehr reinrasen. Da weiss man ganz genau, dass man einen mit in den Tod reisst, behaupte ich.


Gruss, Marco Polo

Eyk van Bommel
15.11.09, 00:43
hmm...ich weiss nicht. Wenn z.B. jemand absichtlich in den Gegenverkehr reinrast, dann ist das für mich ein Verbrecher übelster Sorte.
Es gab Untersuchungen mit denen die einen solchen Selbstmordversuch überlebt haben. Keiner hat nur im Ansatz an die Folgen gedacht.

Auch wenn es schwer fällt. Man kann dies einfach nicht nachvollziehen.

Wenn jemand auf einem LSD-Trip seine Familie umbringt weil er lauter xy gesehen hat, dann kann man im Vorwerfen etwas genommen zu haben – aber doch kaum, dass er sich dabei nicht um die Folgen dessen keine Gedanken gemacht hat?

Vielleicht ein dummer Vergleich - aber viel klarer ist der Kopf der Mensch kurz vorher auch nicht.

Wie gesagt: Sonst würden sie es nicht machen.

Das sind keine unglücklich verliebten Teenager! Er hatte eine Familie und keine Zukunftssorgen und hätte glücklich sein sollen. Sein Gehirn hat im was anderes vorgegaukelt.

Gruß
EVB

Marco Polo
15.11.09, 01:27
Es gab Untersuchungen mit denen die einen solchen Selbstmordversuch überlebt haben. Keiner hat nur im Ansatz an die Folgen gedacht.

Könnte natürlich hinkommen.

Auch wenn es schwer fällt. Man kann dies einfach nicht nachvollziehen.

Das wirds sein.

Er hatte eine Familie und keine Zukunftssorgen und hätte glücklich sein sollen. Sein Gehirn hat im was anderes vorgegaukelt.

Wenn die Zukunftssorgen den Fussball betrafen, stellt sich mir aber die Frage, warum er nicht einfach damit aufgehört hat. Wahrscheinlich war Fussball das Wichtigste für ihn. Trotzdem irgendwie bekloppt, das Ganze.

Ach was weiss ich. Bin kein Psychologe. :o

Guat´s Nächtle.

JoAx
15.11.09, 01:38
Trotzdem irgendwie bekloppt, das Ganze.


In der Pop-Scene hätte er wahrscheinlich zu Drogen gegriffen (Amy Winehouse & Co.). Im Sport ist so etwas schwierig - Doppingkontrollen...


Gruss

richy
15.11.09, 03:07
Was für Zeiten Leute, was für Zeiten...
Meine damalige Freundin hat sich 1980 nicht vor einen Zug geworfen.
Eine Packung Tabletten tuts auch.
Die Rolle des Zugfuehrers kenne ich nicht, aber die der Angehoerigen.
Der Zugfuehrer kann sich wenigstens sagen, dass kein Betonklotz in sein Fuehrerhaus gefallen ist. So etwas gibt es ja leider auch.
Aber mit was sollen sich die Angehoerigen troesten ?
Das ist nochmal eine Klasse heftiger wie ein natuerlicher oder Unfalltod.
Da kann man wenigstens alles auf das Schicksal schieben.
Und es stellt sich nicht die Frage : Ich haette es doch verhindern koennen, muessen. Das kommt nochmal als Sonderpackung zum Verlust hinzu.
Ich wuensche Frau Enke die Einsicht, dass es eben auch ihr Schicksal war, nichts verhindern zu koennen.

Man kann es jetzt auch in der Bildzeitung nachlesen. Die notwendige Voraussetzung einer Depressionen ist chemischen Ursprungs. Hinreichend ist dann irgendein Ausloeser.
Es gibt auch Meinungen, dass eine Depression mit Krebs vergleichbar ist, der sich nicht koerperlich sondern geistig seelich auswirkt.
Dieser Vergleich ist sicherlich nicht verkehrt.
Und es ist soundso voellig unerheblich ob eine Krankheit chemischer oder seelischer Natur ist.
Wenn irgendjemand Enke einen Vorwurf fuer sein Handeln macht, so ist dies vergleichbar mit dem Vorwurf an einen Krebskranken, warum er sich gerade diese Kranheit ausgesucht hat, anstatt dass ihm ein Backstein auf den Kopf faellt.
Das wuerde ja auch Krankenhauskosten sparen. (Keinen Zugfuehrer belasten)
Kein gesunder Mensch wirft sich vor einen Zug !
Und Gesundheit ist keine persoenliche Leistung sonder reine Glueckssache.

Eigentlich müssten die Gleise voll sein von depressiven Harz 4 Empfängern.
Das sind sie auch. Etwa 3 Stueck pro Tag, 1000 Stueck pro Jahr. Nur auf Gleisen !
Ich wurde mich aber wegen Geldmangel niemals vor einen Zug werfen.
Wenn niemand mehr Tico Tico hoeren will, beantrage ich erstmal Harz 4

richy
15.11.09, 04:23
Hi Emi

Das ist eine Krankheit wie jede andere, die jeder in sich tragen kann.
Allerdings bedarf sie einem Ausloeser. Und der ist bei einem Harz 4 Empfaenge natuerlich schneller zur Hand als bei einem Fussballprofi.
Den muessten eigentlich keine Zukunftsaegste plagen wie, na nehmen wir mal eine Angestellte bei Opel Quelle oder Karstadt.
Es ist auch voellig unerheblich was der Ausloeser ist. Wenn das Monster erstmal freien Lauf hat, dann kannst weder Du oder ich das wieder einfangen. Auch kein Psychologe. Nur ein Arzt ist dazu mittels Psychopharmaka in der Lage.
Vielleicht hat Enke ein paar Antidepressiva eigenmaechtig abgesetzt.
Was da wirklich vorgefallen ist weiss kein Mensch.