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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rückstoß bei der Supernova


dani
16.12.09, 23:20
Hallo,

ich komm einfach nicht drauf was den Rückstoß der Sternenhülle bei einer Supernova verursacht. Wenn der Kern unter seiner Gravitation kollabiert, warum wird der Rest nach außen geschleudert und kollabiert nicht genauso?

gruß
dani

richy
16.12.09, 23:56
Hi
Vielleicht liefert das eine Erklaerung :
http://www.youtube.com/watch?v=BNb5_Af0mYo
Aber der TV implodiert nicht wegen der Gravitationskraefte. Doch kein gutes Beispiel.
Bei einer Supernova treten Kernfusionsprozesse auf die Energie freisetzen. Das ganze faellt zusammen, aber die Einzelteile explodieren.
Gruesse

dani
17.12.09, 00:47
Hi
Vielleicht liefert das eine Erklaerung :
http://www.youtube.com/watch?v=BNb5_Af0mYo
Aber der TV implodiert nicht wegen der Gravitationskraefte. Doch kein gutes Beispiel.
Bei einer Supernova treten Kernfusionsprozesse auf die Energie freisetzen. Das ganze faellt zusammen, aber die Einzelteile explodieren.
Gruesse

Wo und wann treten da genau Kernfusionsprozesse auf? Falls beim Kollaps im Kern Eisen noch weiter fusioniert, wird dadurch ja keine Energie mehr frei...

Ich kanns mir nur so vorstellen, dass die Hülle des Sterns auch erst etwas zusammenfällt, dann aber durch die wegen der Dichte entstehenden Hitze dort wieder Kernfusionen stattfinden, die die Hülle schlagartig wieder zurückschleudern. Keine Ahnung ob das stimmt aber anders kann ichs mir nicht erklären.

JoAx
17.12.09, 01:23
Hallo dani!

Ich schrebe es so, wie ich es zu wissen glaube. :)

Einen Kern aus Eisen hast du bereits erwähnt. Nun ist die Grösse des Sterns nicht nur dadurch definiert, wie viel Materie es enthält, sondern auch durch seine Temperatur. Hällt das Fusionsprozess an, dann fällt die "Heizung" aus, was dazu führt, dass die Hülle (es ist ja nicht alles zu Eisen Fusioniert) auf eben dieses Eisenkern runter fällt. Dieses Eisenkern stellt ein praktisch undurchdringliches Hinderniss dar. Was seine Oberfläche erreicht, wird abrupt angehalten. Dabei kann das Kern zum späteren Nuetronenstern werden, was diese Wirkung noch verstärkt.

Da fällt sehr viel Materie aus sehr grosser Höhe mit sehr hoher Beschleunigung. Die Dichten, die dabei in der Nähe des Kerns entstehen, sind sehr viel höher, als es über Jahrmillionen (oder Jahrmilliarden) im Kern des Sterns der Fall war. Dabei werden auch die chem. Elemente erzeugt, die schwerer als Eisen sind. Irgendwann wird so viel Energie frei (das dauert nur Sekunden (-bruchteile)), dass diese Hülle explodiert.

Die schweren Elemente werden in der Gegend verteilt, und zurück bleibt nur ein Neutronenstern.


Gruss, Johann

Timm
17.12.09, 10:58
ich komm einfach nicht drauf was den Rückstoß der Sternenhülle bei einer Supernova verursacht. Wenn der Kern unter seiner Gravitation kollabiert, warum wird der Rest nach außen geschleudert und kollabiert nicht genauso?



Hi dani,

Beim Kollaps des Vorläufersterns zum Neutronenstern entstehen infolge des inversen Betazerfalls neben den Neutronen auch gewaltige Mengen Neutrinos. Sie wurden in Zusammenhang mit der berühmten Supernova 1987A mit dem japanischen Kamiokande-Detektor nachgewiesen, was ein Riesenerfolg war.

Man nimmt nun an, daß die Neutrinos einen Teil ihrer Energie an die restliche Gashülle abgeben. Durch den sich dabei aufbauenden Druck entsteht eine nach außen gerichtete Schockfront, die letztlich als Explosion wahrgenommen wird. Computersimulationen bestätigen diese Sicht.

Gruß, Timm

Marco Polo
18.12.09, 00:04
ich komm einfach nicht drauf was den Rückstoß der Sternenhülle bei einer Supernova verursacht. Wenn der Kern unter seiner Gravitation kollabiert, warum wird der Rest nach außen geschleudert und kollabiert nicht genauso?

Hallo dani,

es gibt verschiedene Szenarien eine Supernova-Explosion.

Aber allen dürfte imho eines gemeinsam sein:

Bei dem durch Beendigung der Fusionsprozesse eingeleiteten Gravitationskollaps wird aufgrund der sogenannten "Entartung", die auf quantenmechanischen Effekten beruht, die kollabierende Materie beim Einschlag auf den Kern dort quasi gestoppt und prallt sozusagen zurück, was zu einer Schockwelle führt, die die Explosion verursacht, um es mal mit einfachsten Worten auszudrücken.

Hat natürlich auch mit Neutrinos zu tun, wie es Timm korrekt angemerkt hat. Es kommt dann auch zum sogenannten r-Prozess, bei dem schwerere Elemente wie Eisen erbrütet werden.

Das Ganze ist ein hochklompexes Thema, das ganz gewiss noch nicht vollumfänglich verstanden ist. Von mir schon mal gar nicht. :o

Gruss, Marco Polo

richy
18.12.09, 00:15
Das Sternbild Orion sieht man im Winter sehr gut. Sehr interessant zum Thema Supernova ist der Stern alpha Orion, Beteigeuze.
So gross wie unser Sonnensystem :-)
http://www.google.de/imgres?imgurl=http://rhein-zeitung.de/on/98/07/16/topnews/beteigeuze.jpg&imgrefurl=http://rhein-zeitung.de/on/98/07/16/topnews/nova.html&h=216&w=310&sz=14&tbnid=_FiETk7qF4AgfM:&tbnh=82&tbnw=117&prev=/images%3Fq%3DBeteigeuze&hl=de&usg=__SAIZ71DfUYAXjCXw2HVOk6YiRrg=&ei=gcAqS4DzE8mfsQaVlamuBw&sa=X&oi=image_result&resnum=7&ct=image&ved=0CBcQ9QEwBg
Den Orion Nebel im Sternbild kann man sogar mit einem guten Fernglas erahnen.
Interessanter Aspekt zu roten Riesen :
Beispielsweise liege der Mars im Sonnensystem außerhalb der "bewohnbaren Zone", jenes Bereichs, in dem die Entfernung zum Zentralgestirn die Existenz von flüssigem Wasser erlaube. Dies werde sich ändern, wenn die Sonne in einigen Jahrmilliarden zu einem Roten Riesen werde. "Der Mars wird dann für einige Milliarden Jahre innerhalb der bewohnbaren Zone liegen und das Leben dort eine zweite Chance erhalten", erklärt Danchi. Mehrere Studien hätten gezeigt, dass es auf dem Mars reichlich Wasser gebe - derzeit allerdings in Form von Eis.

Im ganzen Universum explodiert ubrigends in jeder Sekunde eine Supernova.
Andere Riesensterne
http://www.youtube.com/watch?v=HEheh1BH34Q&feature=related

Marco Polo
18.12.09, 02:09
Im ganzen Universum explodiert ubrigends in jeder Sekunde eine Supernova.

Ob das hinkommt?

Grob geschätzt findet pro Galaxie alle hundert Jahre eine Supernova statt.

Bei geschätzten 100 Mrd. Galaxien komme ich auf ca. 30 pro Sekunde.

Gruss, Marco Polo

Timm
18.12.09, 12:20
Das Sternbild Orion sieht man im Winter sehr gut. ... Den Orion Nebel im Sternbild kann man sogar mit einem guten Fernglas erahnen.


Hallo richy,

der Gasnebel M42 im Orion ist ein wirklich phantastisches Objekt. Mit meinem 10 Zoll Newton Teleskop kommen die Farben schon recht gut. Besonders hübsch ist auch das Galaxienpärchen M 81 / M 82 im Ursa Major. Man braucht aber ein etwas stärkeres Glas, mindestens 15x70,

Gruß, Timm

richy
19.12.09, 00:49
Hi Timm
10 Zoll ist nicht gerade Amateurequipment :-)
Ich hab mich jahrelang mit einem Refraktor rumgeplagt. Der steht auf dem Speicher. Ab und zu pack ich mein Fernglas noch aus.
Ein Bekannter von mir hat M42 von seinem Garten aus digital photographiert.
http://www.astropit.de/CCD/M42.htm
Seine analog Aufnahmen gefallen mir allerdings fast besser.
Pelikannebel:
http://www.astropit.de/film/pelican.htm
Mir isses draussen momentan zu kalt :-)
Gruesse

Timm
19.12.09, 12:39
Hi Timm
10 Zoll ist nicht gerade Amateurequipment :-)
Ich hab mich jahrelang mit einem Refraktor rumgeplagt. Der steht auf dem Speicher. Ab und zu pack ich mein Fernglas noch aus.
Ein Bekannter von mir hat M42 von seinem Garten aus digital photographiert.
http://www.astropit.de/CCD/M42.htm
Seine analog Aufnahmen gefallen mir allerdings fast besser.
Pelikannebel:
http://www.astropit.de/film/pelican.htm
Mir isses draussen momentan zu kalt :-)
Gruesse

Respekt, das sind tolle Aufnahmen. Habe mich mit Astrofotographie nicht beschäftigt. Mir macht es Spaß, Objekte ohne Knopfdruck, sondern mit Hilfe von Sternkarte aufzusuchen.

Refraktoren eignen sich besonders für die Planeten Beobachtung. Im Moment ist es wirklich zu bitterkalt,

Gruß, Timm

P.S. Doch, doch, 10 Zoll Öffnung ist in Amateurkreisen Mittelmaß. Zumindest bei Spiegelteleskopen.

Gluonisierer
10.03.10, 14:47
Es gibt verschiedene Mechanismen für eine Supernova. Allen Mechanismen ist gemeinsam, dass die Kernfusion unkontrolliert, explosionsartig abläuft.
Bei einer thermonuklearen Supernova stürzt der Kern auf Grund des Versagens des Strahlungsdrucks (bei sehr massereichen Sternen) oder des Entartungsdrucks (bei Weißen Zwergen in Mehrfach-Sternsystemen) zusammen. Der Kollaps wird allerdings durch die explosionsartig zündene Kernfusion gestoppt, die ab diesem Zeitpunkt nicht mehr zu stoppen ist. Dadurch wird der Stern zerrissen.

Bei einer Kernkollaps-Supernova (Typ II) fällt der Kern auf Grund des Versagens des Strahlungsdrucks am Ende der Fusionsprozesse zusammen und wird zu einem Neutronenstern. Die durch diesen Prozess in Großer Menge freiwerdenden Teilchen, die Neutrinos, treffen die äußeren Hüllen und heizen diese auf. Dadurch zündet die Kernfusion wieder explosionsartig und ist nicht mehr zu stoppen. Dies sorgt dafür, dass die Explosionswelle nicht abstirbt. Es spielen allerdings noch einige weitere Prozesse eine Rolle.