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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kausalität und Urknall


George
19.10.10, 00:26
Hallo Allerseits,

Ich möchte weiterhin hier vertieft darüber nachdenken, inwieweit die Kausalität bei dem Urknall erhalten bleibt, da es nicht mehr zu dem ursprünglichen Thema (Zeit ist keine Illusion (http://www.quanten.de/forum/showthread.php5?p=55927#poststop)) gehört.


ich habe die beiden Autoren wie folgt so verstanden:

1. Ursache und Wirkung vertauschen sich beim Urknall zwar nicht eindeutig, aber sie sind "verwischt", d.h., sie sind nicht mehr eindeutig auseinanderhaltbar, also intrinsisch unbestimmt.

2. Auch wenn nach unserer Erfahrung gemeinhin "alles" eine Ursache hat, muss diese Erfahrung nicht unbedingt auch auf das Universum als Ganzes anwendbar sein. Denn vom Universum als Ganzes kann es keine Erfahrung im Sinne von Ursprung geben.

Hallo Bauhof,

Ich betrachte zunächst ein expandierendes Universum. In diesem Universum befinde ich mich im Ursprung O und betrachte eine Ursache U und eine Wirkung W. Den Sachverhalt kann man sich auch folgenderweise veranschaulichen:

http://img826.imageshack.us/img826/5971/18346224.png

Ich kann dabei den Weg von mir aus betrachtet mit Vektoren darstellen. Dabei gilt:

vec(OW)- vec(OU) = vec(WU)

Den Abstand |vec(WU)| betrachte ich nun zu zwei verschiedenen Zeitpunkten t und t+1. Dafür erhalte ich

|vec(WU)|[t1] < |vec(WU)|[t2]

weil das Universum exponentiell expandiert. Ich will nun aber die zeitliche Differenz zwischen W und U kennen. Ich weiß, dass Δt ~ (|vec(WU)|[t1]- |vec(WU)|[t2]). Sobald der Weg zwischen W und U in der Zeit größer wird, muss ja auch der zeitliche Abstand zwischen beiden größer werden. Es ergibt sich eine Gleichung

Δt = x (|vec(WU)|[t1]- |vec(WU)|[t2])

Mit einer Konstanten x, die wegen der exponentiellen Expansion des Universums auch exponentielle Form haben wird, die ich aber hier nicht bestimmen möchte. Ich schaue ferner vielmehr auf den Quotienten zwischen allen Ursachen U(n) und allen Wirkungen W(n) zu einem zeitpunkt, was ich als die Summe

k(t)= ∑(n=0 bis T) t(W(n))/ t(U(n))

auffasse. Die Summe des Quotienten aller Wirkungen und Ursachen zu einem Zeitpunkt muss aber kleiner sein als dieselbe Summe zu einem Zeitpunkt später. Das folgt unmittelbar aus dem Anstieg der zeitlichen Differenz Δt von t auf t+1. Es muss gelten

∑(n=0 bis T) t(W(n))/ t(U(n))< ∑(n=0 bis T+1) t(W(n))/ t(U(n))

Je weiter wir uns also vom Ursprung entfernen, umso länger dauert es im Schnitt, bis die Wirkung einbricht; und zwar ist es ein exponetielles Verhältnis.

http://img813.imageshack.us/img813/8425/64563230.png

Betrachten wir nun den Zeitpunkt t=0, dann folgt für den Quotienten k(t)= 1. Die Ursache müsste hier gleich der Wirkung sein. Damit könnte das Universum zumindest mathematisch gesehen selbst seine Ursache gewesen sein.

Diese Aussage interessiert mich vor allem aus philosophischer Sicht. Wenn das heutige Universum nämlich die Ursache seiner Selbst wäre, dann müsste es schon vorher existiert haben. Das beschreibt das Intervall [∞, 0). Hier müsste nach k(t) die Wirkung vor der Ursache stattgefunden haben. Eine sehr bizarre Vorstellung.

Schöne Grüße,
George

PS Fortsetzung folgt

SCR
19.10.10, 08:31
ENDLICH!
Ich hatte es ja schon nicht mehr zu hoffen gewagt:
Endlich einmal jemand der nicht nur Wissen hat.
Endlich einmal jemand der nicht nur Wissen reproduziert.
Sondern endlich einmal jemand der sich hinsetzt, auf Basis seines Wissens NACHDENKT und logische Schlüsse zieht - Da könnten sich andere einmal eine gehörige Scheibe davon abschneiden.

Denn nur dadurch kann man SINN von UNSINN unterscheiden und neue Erkentnnisse gewinnen.

Meinen allertiefsten Respekt, George!

Nebenbei:
Du liegst bei Deinen Überlegungen in meinen Augen richtig - sowas von richtig.

Vielleicht zu Deiner weiteren Inspiration:
weil das Universum exponentiell expandiert.
Ja, Ohne exponentielle Expansion unseres Universums würde auch die Relativitätstheorie nicht zutreffen / nicht gültig sein
(Konkret: Es ist der Hintergrund des Gamma-Faktors; ohne exponentielle Expansion kein Gamma-Faktor in der uns bekannten Form).
Je weiter wir uns also vom Ursprung entfernen, umso länger dauert es im Schnitt, bis die Wirkung einbricht; und zwar ist es ein exponetielles Verhältnis.
Ja, das ist völlig korrekt (Du meintest vermutlich "eintritt" und nicht "einbricht").
Mit einer Konstanten x, die wegen der exponentiellen Expansion des Universums auch exponentielle Form haben wird, die ich aber hier nicht bestimmen möchte.
Es wird auf ein hyperbolische Beschreibung / eine hyperbolische Geometrie des Universums hinauslaufen.


Hier müsste nach k(t) die Wirkung vor der Ursache stattgefunden haben.
Logik/Kausalität ist nicht abhängig von irgendwelchen Zeitaspekten:

Vielleicht geht das besser an einem kleinen Beispiel:
Wir wollen eine komplexe, aber analytisch lösbare Rechenaufgabe von einem Computer berechnen lassen. Wir geben die Eingabeparameter ein und drücken "Return". Jetzt dauert es eine gewisse ZEIT, bis das Ergebnis ("Die Veränderung") erscheint. Das (sicherlich unerreichbare) Ziel aller Hard- und Software-Entwickler ist es, dass diese Rechenoperationen "gar keine Zeit" mehr benötigen.

Führst Du Dir aber einmal rein die dort hinterlegte RECHENLOGIK vor Augen, wirst Du feststellen, dass bei einer analytisch lösbaren Aufgabe bereits MIT Festlegung der Eingabeparameter die (von diesen abhängige!) Lösung instantan feststeht.
Ein Ursache-Wirkungs-Prinzip, eine Festlegung der Abfolge von Ereignissen (in diesem Beispiel symbolisiert durch die NACHEINANDER auszuführenden, aufeinander aufbauenden Rechenoperationen) erfordert damit IMHO nicht zwingend eine zeitliche Dimension.
-> Von daher kein zwingender Widerspruch (siehe auch in dem gleichen Thread die nachfolgend aufgeführten konkreten Überlegungen zum Beobachter am EH eines SL + die daraus resultierenden Schlußfolgerungen zur zwingend abzuleitenden zeitlichen Endlichkeit unseres Universums.)
Eine sehr bizarre Vorstellung.
Ja - Das ist zuweilen so bei Anwendung von Logik -> Mach' bitte weiter:
Endlich einmal wieder ein wirklich inspirierender Beitrag - Danke!

Bauhof
19.10.10, 16:11
Diese Aussage interessiert mich vor allem aus philosophischer Sicht. Wenn das heutige Universum nämlich die Ursache seiner Selbst wäre, dann müsste es schon vorher existiert haben. Das beschreibt das Intervall [∞, 0). Hier müsste nach k(t) die Wirkung vor der Ursache stattgefunden haben. Eine sehr bizarre Vorstellung.

Hallo George,

ja, so ist es. Eine sehr bizarre Vorstellung.

Wenn das Universum selbst seine eigene Ursache sein soll, dann unterstellt man primär erst mal, dass das Universum überhaupt verursacht wurde. Das Universum wäre sein eigener "Schöpfer".

Nachdem es in der Quantenmechanik ursachenlose Vorgänge gibt, liegt es m.E. näher, dem Ereignis "Urknall" überhaupt keine Ursache zuzuschreiben, sofern man einen quantenmechanischen Ursprung des Universums unterstellt.

Und von einem quantenmechanischen Ursprung des Universums wird in der heutigen Quantenkosmologie ausgegangen. Ein Ziel der Quantenkosmologie ist es ja gerade, die Fiktion eines "Schöpfers" entbehrlich machen.

Und wenn das Universum sein eigener Schöpfer sein soll, dann hätte man schon wieder einen Schöpfer. Der persönliche Schöpfer würde lediglich durch einen unpersönlichen Schöpfer ausgetauscht.

M.f.G. Eugen Bauhof

Hermes
19.10.10, 19:53
Und wenn das Universum sein eigener Schöpfer sein soll, dann hätte man schon wieder einen Schöpfer. Der persönliche Schöpfer würde lediglich durch einen unpersönlichen Schöpfer ausgetauscht.


Das verstehe ich nicht.
Wenn das Universum aus sich selbst heraus entsteht, warum sollte diese Schöpfung etwas unpersönliches sein?!

richy
19.10.10, 20:29
Na obwohl schwaze Loecher Haare haben traegt dass Universum selbst keinen Bart. :-)
Der Vorgang ist eben mit oder ohne Bart akausal. Und vor allem kann er nicht rein physikalisch sein. Denn ohne Raum und Zeit gibt es keine Physik. Man sollte sich also fragen: Was koennte ohne Raum und Zeit existent sein ?
Georgs Modell erinnert mich an die Annahme dass unser Universum ein weisses Loch darstellt.
Also die "Rueckseite" eines schwazen Loches. Auch eine Loesung. Es gibt kein Anfang und kein Ende. Die Urache unseres Universums waere ein SL in einem anderen Universum.

Eyk van Bommel
19.10.10, 21:56
Hallo Georg,
Ich betrachte zunächst ein expandierendes Universum. In diesem Universum befinde ich mich im Ursprung O und betrachte eine Ursache U und eine Wirkung W.
Nachdem mich Bauhof schon für begriffsstutzig hält :) – ich kapiere schon deine erste Abbildung nicht! Wie kannst du überhaupt Ursache und Wirkung räumlich/Zeitlich trennen:confused:

Ich kenne keine Wirkung deren Ursache nicht lokal ist!:confused:
Denn ohne Raum und Zeit gibt es keine Physik.
Dagegen:p

Gruß
EVB

George
19.10.10, 22:49
Hallo,

Ich möchte nun meinen Gedankengang fortsetzen. Ich werde mich hierbei hauptsächlich auf das Intervall [∞, 0) beziehen. Auf den zweiten Blick scheint es vielleicht doch nicht so ganz bizarr zu sein, wie einst von mir angenommen wurde.

(i) Wir haben es hier mit einer Exponentialfunktion zu tun. Ich schaue mir also ihre Symmetrie an und stelle fest:

k(-t)= 1/k(t) <=> k(t)= 1/k(-t)

und damit

∑(n=0 bis T) t(W(n))/ t(U(n)) = ∑(n=0 bis T) (-t)(U(n))/ (-t)(W(n))

Die Funktionswerte für t müssen Antiproportional zu den Funktionswerten von (-t) sein.
Die Zeit vor dem Urknall lässt sich von uns aus betrachtet also mit ∑(n=0 bis T) (-t)(U(n))/ (-t)(W(n)) darstellen. Was bedeutet das aber nun veraunschaulicht?
Nun, wenn wir wissen, dass wir uns im expandierendem Universum befinden, dann muss der Term ∑(n=0 bis T) (-t)(U(n))/ (-t)(W(n)) eine Kontraktion beschreiben, da mit einem bestimmten Zeitverlauf Ursache und Wirkung aufeinander "zugehen":

|vec(WU)|[-t1] < |vec(WU)|[-t2]


(ii) Das einzige, was in unserem Universum kontrahiert, ist Masse. Jede Masse kontrahiert allein durch gravitaive Anziehung (Damit erhöht sich sehr wohl auch die Dichte der Masse, wodurch wir sie eventuell gar erst wahrnehmen). Vielleicht wird genau diese Kontraktion wird durch den obigen Term ∑(n=0 bis T) (-t)(U(n))/ (-t)(W(n)) beschrieben? Es wäre naheliegend, denn bekanntlich gibt es zu jeder Aktion eine Reaktion, also

http://img186.imageshack.us/img186/4072/25867774.png

Jede Masse steuert damit auf ihre Ursache hin, nämlich die Singularität schlechthin. Das heißt aber, dass wir (Menschen) uns sowohl in dem Intervall (0; ∞], als auch [∞, 0) befinden. Wir sehen sowohl kontrahierende Masse (z.B. Schwarze Löcher) einerseits sowie die Expansion des Universums andererseits. Graphisch könnte man sich quasi eine "Invertierung" des [∞, 0)- Intervalles denken, dass wir zusammen mit dem [∞, 0) "erleben":

http://img252.imageshack.us/img252/7774/41665783.png
http://img51.imageshack.us/img51/1920/79121550.png

Die Darstellung ist aber wohlbemerkt nur eine Vereinfachung, da die Zeit, welche bei der Kontraktion der Masse eine Rolle spielt, nicht die Expansion des Univerums beschreibt. Es müsste vielmehr sowas geben wie einen T² Raum. In diesem kann es dann nur dieses "Etwas", dass in Richtung von t1 expandiert und Raum schafft und in Richtung von t2 kontrahiert und Masse schafft (möglicherweise würde diese Vermutung das Problem der dunklen Energie und Masse lösen), geben.


(iii) Wir haben also die Masse, die gerade auf ihre Ursache, den Urknall, "zusteuert" und den Raum, der sich von der Ursache entfernt. Damit kann man aber nicht eindeutig sagen, was Wirkung und Ursache ist. Die kontrahierende Masse ist Wirkung, d.h die Expansion des Universums könnte die Ursache dafür sein. Es lässt sich aber gleichwohl andersherum argumentieren, nämlich dass die kontrahierende Masse die Ursache der Raumexpansion ist. Ursache und Wirkung sind damit nur lokale Prozesse. Global gesehen gibt es diese gar nicht; sie lassen sich ineinander "verwischen." Das Universum braucht damit Weder Ursache, noch Wirkung, um entstanden worden zu sein. Das Universum braucht Ursache und Wirkung alleinig, um die Zeitkomponente zu ermöglichen und seine Existenz messbar zu machen.

Grüße,
George
_____
Ich will ferner sowas wie den T² Raum mathematisch beschreiben. Vielleicht lässt sich die zeitliche Struktur unseres Universums auch anders darstellen; ich weiß es aber noch nicht.

George
19.10.10, 23:00
Hallo Zusammen,


Meinen allertiefsten Respekt, George!
[...]
Nebenbei:
Du liegst bei Deinen Überlegungen in meinen Augen richtig - sowas von richtig.


Danke für deine Unterstützung SCR. Immer beruhigend zu wissen, dass man doch noch nicht in seiner eigenen, verrückten Welt lebt :D


Ja, Ohne exponentielle Expansion unseres Universums würde auch die Relativitätstheorie nicht zutreffen / nicht gültig sein
(Konkret: Es ist der Hintergrund des Gamma-Faktors; ohne exponentielle Expansion kein Gamma-Faktor in der uns bekannten Form).

Das hatte ich auch schon im Auge gehabt. Habe zurzeit leider keine Zeit um meinen Gedankengang in allertiefter Präzision darzulegen. Das wird künftig jedoch definitiv der Fall sein.


-> Von daher kein zwingender Widerspruch (siehe auch in dem gleichen Thread die nachfolgend aufgeführten konkreten Überlegungen zum Beobachter am EH eines SL + die daraus resultierenden Schlußfolgerungen zur zwingend abzuleitenden zeitlichen Endlichkeit unseres Universums.)


Ich habe in meinem zweiten Beitrag global die Kausalität ausgeschlossen. Sie existiere nur lokal. Was sagst du dazu?
Das wär auch im Einklang mit deiner Aussage, Bauhof:

Nachdem es in der Quantenmechanik ursachenlose Vorgänge gibt, liegt es m.E. näher, dem Ereignis "Urknall" überhaupt keine Ursache zuzuschreiben, sofern man einen quantenmechanischen Ursprung des Universums unterstellt.

Viele Grüße,
George

Bauhof
20.10.10, 17:07
Es müsste vielmehr so was geben wie einen T² Raum. In diesem kann es dann nur dieses "Etwas", das in Richtung von t1 expandiert und Raum schafft

Hallo George,

ich will mal spekulieren, was du dir unter dem "T²-Raum" vielleicht versuchst vorzustellen:

Jeder Punkt unseres 3-D-Raumes "bewegt" sich senkrecht zum 3-D-Raum in den T²- Raum. Diese "Bewegung" könnte die Bewegung mit einer imaginären Geschwindigkeit [1] sein, so wie es Stephen Hawking darstellte [2]. Diese Bewegung in den "T²-Raum" schafft dann eine Vergrößerung des 3-D-Raumes und den reellen (realen?) Zeitablauf t1.

Mit freundlichen Grüßen
Eugen Bauhof

[1] Imaginär im mathematischen Sinn, also eine Bewegung z.B. mit der "Geschwindigkeit" v=ic.

[2] Hawking schrieb von einer "imaginären Zeit".

Bauhof
20.10.10, 17:09
Ich habe in meinem zweiten Beitrag global die Kausalität ausgeschlossen. Sie existiere nur lokal. Was sagst du dazu? Das wär auch im Einklang mit deiner Aussage, Bauhof:

Zitat von Bauhof:
Nachdem es in der Quantenmechanik ursachenlose Vorgänge gibt, liegt es m.E. näher, dem Ereignis "Urknall" überhaupt keine Ursache zuzuschreiben, sofern man einen quantenmechanischen Ursprung des Universums unterstellt.

Hallo George,

"Lokale" Kausalität verstehe ich so:

Innerhalb unseres Teilchenhorizonts sind alle darin liegenden Gebiete kausal miteinander verbunden. Gebiete jenseits des kosmischen Ereignishorizonts sind diese Gebiete mit uns nicht mehr kausal verknüpfbar. Ein Lichtstrahl eines Objekts jenseits des kosmischen Ereignishorizonts [1] kann uns niemals mehr erreichen.

Mit freundlichen Grüßen
Eugen Bauhof

[1 Falls wir in einem Universum leben, das einen solchen besitzt.

Hawkwind
20.10.10, 18:25
Hallo George,

"Lokale" Kausalität verstehe ich so:

Innerhalb unseres Teilchenhorizonts sind alle darin liegenden Gebiete kausal miteinander verbunden. Gebiete jenseits des kosmischen Ereignishorizonts sind diese Gebiete mit uns nicht mehr kausal verknüpfbar. Ein Lichtstrahl eines Objekts jenseits des kosmischen Ereignishorizonts [1] kann uns niemals mehr erreichen.

Mit freundlichen Grüßen
Eugen Bauhof

[1 Falls wir in einem Universum leben, das einen solchen besitzt.

Was ist denn ein "Teilchenhorizont" ?

SCR
21.10.10, 08:46
Hi George,
Danke für deine Unterstützung SCR.
Von der kannst Du Dir nur nichts kaufen.
Immer beruhigend zu wissen, dass man doch noch nicht in seiner eigenen, verrückten Welt lebt :D
Das geht mir hier ein wenig ab: Verrückte Ideen.
Natürlich werden mindestens 95% der Ideen verrückt bleiben.
Aber die anderen 5% bringen echten Erkenntnisgewinn.
Das hatte ich auch schon im Auge gehabt.
Da hilft mir gerade dankenswerterweise richy wirklich super (@richy: Jetzt weißt Du auch, worauf ich im Lorentzfaktor-Thread grob abziele - Ich bin aber noch am "tasten").
Ich habe in meinem zweiten Beitrag global die Kausalität ausgeschlossen. Sie existiere nur lokal. Was sagst du dazu?
Na ja, ich weiß nicht: Die Gravitation hat z.B. unendliche Reichweite -> Ich würde da deshalb schon von einer globalen Kausalität ausgehen.

Aber eigentlich müsstest Du mir die Begriffe "lokal" und "global" erst einmal im Rahmen Deiner Dimensionen darlegen / näher erläutern.

Hintergrund:
Laut verschiedener aktueller Theorien gibt es mehr als 4 Dimensionen.
Die Welt kann sich demnach - je nach Wahl der Dimensionen (= "Blickrichtung") - unterschiedlich darstellen. Was uns möglicherweise in unseren 4 Dimensionen nicht-Lokal (= global) erscheint (z.B. ein großer Abstand zwischen zwei Teilchen -> keine WW möglich) kann sich in der Betrachtung aus einem anderen Dimensionszusammenhang möglicherweise als lokal darstellen (in "diesen Dimensionen" liegen die beiden soeben betrachteten Teilchen immer direkt nebeneinander und können dadurch wechselwirken -> Auf einen solchen Dimenskontext führe ich z.B. die spukhafte Fernwirkung zurück) -> Nicht-Lokalität in einem bestimmten Dimensionsbezug könnte durch Lokalität in einem anderen Dimensionskontext gesprengt werden.

Wir sehen sowohl kontrahierende Masse (z.B. Schwarze Löcher) einerseits sowie die Expansion des Universums andererseits.
Ich lese das in folgendem Kontext:
Gravitation (bei Dir "Masse") ist lediglich das Gegenteil von Raumexpansion - Gravitation ist schlichtweg Raumschwund (Der Abstand zwischen zwei Massen verringert sich dadurch, dass Massen Raum "verzehren": Das ist das, was die ART als positive Raumzeitkrümmung beschreibt. Negative Krümmung der Raumzeit = Expansion. Positive Krümmung = Kontraktion).
Und dann könnte alles wunderbar zusammenpassen.

Bauhof
21.10.10, 10:31
Was ist denn ein "Teilchenhorizont" ?

Hallo Hawkind,

in einem "Glosssar" habe ich mehrere Definitionen zusammengestellt, u.a. findest du auch die Defintion des "Teilchenhorizonts".

Siehe hier: http://www.quanten.de/forum/showpost.php5?p=56047&postcount=42

M.f.G.Eugen Bauhof

SCR
24.10.10, 22:02
Hallo Bauhof,
diese Angaben beziehen sich auf einen ruhenden Beobachter - Oder siehst Du das anders?

NullPeilung
25.10.10, 13:17
Hat sich erledigt.

richy
25.10.10, 20:14
Hi NullPeilung

Ich habe mehrmals ganz klar verständlich dargelegt, dass die SRT eben auch ohne jedweden Beobachter stimmen muss.

Ohne jedweden Beobachter duerfen sich Leberwuerste sogar in Sahnetorten verwandeln. Besonders wenn man die Natur selbst wie im Dekohaerenzprogramm als Beobachter versteht. Lediglich sollte die Sahnetorte gewisse Randbedingungen erfuellen. Also z.B. zumindestens am Rand nach Leberwurst schmecken.
http://www.schattenblick.de/infopool/natur/astronom/nafor409.html
Grüner Schleim und verlorene Socken
Die Physiker haben lange gebraucht, um solche Möglichkeiten zu akzeptieren, denn nackte Singularitäten werfen eine Reihe begrifflicher Rätsel auf. Häufig heißt es, damit würde die Natur an sich unvorhersehbar. Da die allgemeine Relativitätstheorie an den Singularitäten scheitert, vermag sie nicht vorherzusagen, was sie anstellen. John Earman von der University of Pittsburgh hat das drastisch so ausgedrückt: Auch grüner Schleim und verlorene Socken könnten dort auftauchen. Es handelt sich um magische Orte, an denen die Wissenschaft versagt.
Dieses durchaus ernstgemeinte Zitat bezieht sich auf die Singularitaet eines SL. Sehr weit bist du mit deinem Photonenritt davon nicht entfernt. Deswegen fliegt es sich auch so schlecht mit c0.
Ich habe schon mehrere Werke bei Verlagen veröffentlicht.
Ich auch. Zum Beispiel einen Bildband ueber das Spekulatius.
Insbesonders ueber Spekulatius-Motive: Schiff, Bauernhaus, Elefant, Pferd im Wandel der Zeit. Also deren historische Entwicklung akkurat dokumentiert. Schwerpunkt : Elefant.
Nach meiner Theorie sind die heiligen drei Koenige mit Elefanten nach Bethlehem geritten.
Klar kann man dabei Fehler machen. Wer macht keine? Mein Name ist nicht Nobody, doch ich denke quer, um eines Besseren belehrt zu werden, falls möglich.
Ein weiteres Naturgesetz besagt, dass der typische RT Kritiker zwar einsieht dass er Fehler machen koennte, aber es ist ausgerechnet nie der Fehler auf den man ihn gerade anspricht. Z.b. die vergessene Laengenkontraktion. Andere Fehler gerne, aber der nun ausnahmsweise mal nicht.
Das waere auch ein schoener Buchtitel :
"Die vergessene Laengenkontraktion."

Deine Bemerkung zu meinem Buchtitel bezüglich meines Nicks ... spiegelt für mich Dein Niveau wieder.
Na du hast dir doch deinen Nick selbst ausgesucht. Und in gewisser Weise ist er schon sehr anspruchsvoll. Man muss natuelich erst nachdenken. Meint er mit NullPeilung sich selbst oder die Restwelt ?
Mit selbigem Titel wuerde auch das Buch schon auf der Titelseite etwas zum Denken anregen.
Aber moeglicherweise konmmt dein Buch leider zu spaet :
http://www.alexander-unzicker.de/cover2.jpg
http://www.alexander-unzicker.de/

NullPeilung
25.10.10, 20:44
Hi NullPeilung



Ohne jedweden Beobachter duerfen sich Leberwuerste sogar in Sahnetorten verwandeln. Besonders wenn man die Natur selbst wie im Dekohaerenzprogramm als Beobachter versteht. Lediglich sollte die Sahnetorte gewisse Randbedingungen erfuellen. Also z.B. zumindestens am Rand nach Leberwurst schmecken.
http://www.schattenblick.de/infopool/natur/astronom/nafor409.html

Dieses durchaus ernstgemeinte Zitat bezieht sich auf die Singularitaet eines SL. Sehr weit bist du mit deinem Photonenritt davon nicht entfernt. Deswegen fliegt es sich auch so schlecht mit c0.
Ich auch. Zum Beispiel einen Bildband ueber das Spekulatius.
Insbesonders ueber Spekulatius-Motive: Schiff, Bauernhaus, Elefant, Pferd im Wandel der Zeit. Also deren historische Entwicklung akkurat dokumentiert.
Ein weiteres Naturgesetz besagt, dass der typische RT Kritiker zwar einsieht dass er Fehler machen koennte, aber es ist ausgerechnet nie der Fehler auf den man ihn gerade anspricht. Z.b. die vergessene Laengenkontraktion. Andere Fehler gerne, aber der nun ausnahmsweise mal nicht.
Das waere auch ein schoener Buchtitel :
"Die vergessene Laengenkontraktion."


Na du hast dir doch deinen Nick selbst ausgesucht. Und in gewisser Weise ist er schon sehr anspruchsvoll. Man muss natuelich erst nachdenken. Meint er mit NullPeilung sich selbst oder die Restwelt ?
Mit selbigem Titel wuerde auch das Buch schon auf der Titelseite etwas zum Denken anregen.
Aber moeglicherweise konmmt dein Buch leider zu spaet :
http://www.alexander-unzicker.de/cover2.jpg
http://www.alexander-unzicker.de/

Da sieht man mal wieder, wie sich Menschen Gedanken über Nicks machen, was ja durchaus interessant sein kann. Als ich mich hier anmeldete und mein erster Nickversuch belegt war, sah ich auf die neben mir liegende Zeitung und las: "... das zeugt davon, dass manche Politiker keine Peilung ..." und schon hatte ich einen etwas umkonstruierten Nick. Lustig, was Du so reininterpretierst. Das Buch, das Du am Ende bildhaft darstellst, kenne ich und noch einige andere zum Thema UT. Natürlich habe ich mich im Vorfeld informiert, ob meine Sicht der Dinge schon auf dem Markt vertreten ist. Dennnoch danke für den Hinweis. Krasse Themen, über die Du schreibst. Ich schreibe Fantasie, über die verschiedensten Spielsysteme, über Spielsucht und neuerdings über Kosmologie, zu der die UT ja gehört. Doch auch Physik, Astronomie, Psychologie u. a. interessieren mich schon seit meiner Kindheit. Beruflich ist Schriftstellerei jedoch nur eines von mehreren Standbeinen.

So, ich suche mir ein anderes Forum, ist mir hier zu ...

Beste Grüße

NullPeilung :-)

SCR
25.10.10, 23:29
Ok so ein Photon altert aus unserer Sicht nicht. Aber in dessen Bezugssystem wuerde sich auch die Sicht auf das Universum veraendern. Nehmen wir eine Kugelwelle an, dann bleibt von der EM Welle aus betrachtet vom Universum gerade mal noch ein Punkt uebrig. Das Licht waere nach unendlicher Zeit ueberall, so wie es bei einer konstant strahlenden Quelle einer Kugelwelle auch anzunehmen ist. Wobei man noch die zusaetzliche Annahme treffen muesste, dass das Universum ewig existent ist. Damit ueberhaupt der Punkt uebrig bleibt.
Klasse, richy! Endlich wieder einmal jemand, der wie einst AE "auf einem Photon reitet".

Fragen:
- "Das Licht waere nach unendlicher Zeit ueberall" - Aus wessen Sicht meinst Du das?
- "Wobei man noch die zusaetzliche Annahme treffen muesste, dass das Universum ewig existent ist." - Im gleichen Kontext: Was spricht nach Deiner Einschätzung gegen ein endliches Universum? (Ich denke z.B. konkret an den Sachverhalt: Wann "stirbt" denn ein Photon aus unserer Sicht?)
- Und die IMHO wesentlichste: Welcher Raumzeit-Geometrie "sieht" sich Deiner Meinung nach ein Photon gegenüber?

(Aber natürlich nur, wenn Du Lust hast)

richy
26.10.10, 20:16
Hi SCR
Ich denke nicht, dass Einstein haeufig auf Photonen geritten ist. Wenn du die Grafik des Gamma Faktors betrachtest.Es existiert eine Asymtote fuer v->c.
Dazu schreibt sich der Ausdrzuck "Beobachtersystem" zwar locker von der Hand aber wenn ich die EM Kugelwelle in Kugelkoordinaten formuliere wird es schon schwierig ein Koordinatensytem auch gleichzeit als Beobachtersystem zu verstehen.
Aus wessen Sicht meinst Du das? Nur eine Plausibilisierung. Wenn du eine Lichtquelle ewig strahlen laesst waere die EM Welle letztendlich ueberall (Ohne kosmische Effekte). Und wenn du die Koordinatentransformation durchfuehrst werden Werte gegen unendlich und Null streben. Somit erhaelt man das selbe Resultat. Was spricht nach Deiner Einschätzung gegen ein endliches Universum? Nichts.
Ich kann dir nur sagen wie es nicht ist :
Das Photonen in eine Photonenzeit eingehuellt sind und Leberwuerste in eine Leberwurstzeit. Das hatten wir hier alles schon mal. Alte Zeit bespringt Astronauten.

Gruesse

SCR
26.10.10, 21:48
Hi richy,

Hmm - Ich dachte, wenn Du ein Photon wärst ...

Aber Du bist ja dann aus Deiner Sicht gar nicht existent ... als Photon meine ich.
Eigentlich wärst Du ja eine Energieanregung in einem Atom die instantan auf ein anderes überspringt.

Wenn ich Dich fragen würde was Du in der Zwischenzeit (= als Du tatsächlich ein Photon warst) gemacht hast würdest Du mich zu Recht völlig verdutzt fragen "In welcher Zwischenzeit?"

Wie Du schon sagst: Du hast als Photon eben einfach kein Beobachtersystem - zumindest nicht nach den Maßstäben unserer Raumzeit (= Koordinatensystem).

Und trotzdem bekommst Du Dinge von unserer Raumzeit mit, die zwischen Ereignis A (Emission) und Ereignis B (Imission) stattgefunden haben - Du könntest Dich als Energieanregung nach Deinem "Sprung" z.B. evtl. "stärker" oder "schwächer" "fühlen".

Meine Frage nach der Raumgeometrie (im Sinne Koordinatensystem) lässt sich auf dieser Basis evtl. etwas konkretisieren:
Wohin kannst Du als Energieanregung eigentlich generell überhaupt springen?
(Und indirekt: Welche Parameter brauchst Du als Input zur Beantwortung dieser Frage?)

Ich glaube deshalb auch nicht, dass AE jemals auf einem Photon geritten ist - Da wäre zudem auch die zulässige Nutzlast eines Photons einfach um ein Vielfaches überschritten worden.

Und die von Dir zitierte Leberwurstzeit müsste vor meiner Zeit gewesen sein - Vielleicht lese ich mich da aber besser erst einmal gründlich ein.

richy
26.10.10, 22:21
Hier gibt es uebrigends einige Darstellungen zu Nullpeilungs "Fragen" :
http://www.tempolimit-lichtgeschwindigkeit.de/

Hawkwind
01.11.10, 10:52
P.S.: Eventuell kannst Du mir auch in einer anderen Sachfrage weiterhelfen: Weißt Du etwas über den Verbleib meines an EMI persönlich gerichteten Beitrags in einem anderen Thread? Danke für Deine Bemühungen!

Ich würde persönliche Korrespondenz per pm oder email versenden - das hat in Threads nichts zu suchen.