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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Macht eine determinierte Welt Sinn, und spielt dies eine Rolle?


amc
20.01.12, 20:11
Auch fuer mich wuerde eine determinierte Welt absolut keinen Sinn ergeben. Wobei es natuerlich ein Wunschedanke ist, dass es einen Sinn geben muesste.

Hi Richy,

ich denke, es könnte durchaus mehr sein, als nur ein Wunschgedanke. Aus einem reinen Determinismus ergeben sich möglicherweise auch logische Widersprüche.

Mal ein Ansatzversuch:

Wenn alle Ergebnisse/Ereignisse stets feststehen, bevor etwas geschieht, dann finde ich, kann man auch zu der Aussage kommen, dass sie in einem gewissen Sinne eigentlich bereits schon geschehen sind. Zumindest würden alle Ergebnisse bereits als so etwas wie eine "Ergebnisqualität" feststehen. Was dann definitiv ein Faktum wäre, und nicht nichts wäre. Also müsste dieser Qualität auch irgendein realer Energiebetrag zugeordnet werden. Also müsste bereits Energie vorhanden sein, bevor etwas "tatsächlich" geschieht. Das erscheint mir unlogisch zu sein. "Ergebnisqualität" muss logischerweise am Ende eines Prozesses feststehen, und nicht zu Beginn. Der Prozess schafft das Ergebnis, und nicht umgekehrt.

Welche logische Notwendigkeit gäbe es sonst für die "Dinge" noch "tatsächlich" zu geschehen? Und wo ist hier dann der Unterschied? Gechieht dann alles doppelt? Und wenn Ergebnisse bereits feststehen, bevor sich etwas ereignet, und man diese "Ergebnisqualität" energetisch erfassen und beschreiben möchte, dann ergeben sich ganz sicher unlösbare Widersprüche beim Thema Energieerhaltung, spekuliere ich mal ...

Das ist zwar mehr Philosophie als Physik, aber irgendwie muss es ja auch alles Hand in Hand gehen, und wir sind hier im Theorieforum.

Grüße, AMC

richy
21.01.12, 00:44
Hi AMC
Mir ist bezueglich dem Thema zunaechst aufgefallen, dass sich der Determinismus der BM und der VWI unterscheiden. Die "vielen Welten" sind in der BM leer. Das mag zunaechst als Vorteil betrachtet werden, da dann der VWI Aspekt nicht so sehr im Vordergrund steht. Ein Nachteil scheint jedoch, dass es damit auch keine Beinflusssung von Randbedingungen (det. Zufall, Chaos) von ausserhalb gibt. Und damit ist der Determinismus alleine von unserer Realitaet, Welt abhaengig. Daher sucht man bei der BM hier Angriffspunkte. Bei der VWI ist dies nicht moeglich, da der Determinismus sich auf das ganze Hyperuniversum bezieht. Das koennte schon ein Grund sein, warum sich Kochen Specker und Free Will gegen die BM richten aber nicht gegen die VWI.

Welche logische Notwendigkeit gäbe es sonst für die "Dinge" noch "tatsächlich" zu geschehen? Das war auch ein Argument von Knut Hacker, dem man schon zustimmen koennte. Aber betrachten wie die Simulationen von mathematischen nichtloesbaren Modellen (DGL's). Die Loesung steht fest. Sie ist deteminiert. Dennoch lassen wir das Programm arbeiten.

Wenn alle Ergebnisse/Ereignisse stets feststehen, bevor etwas geschieht, dann finde ich, kann man auch zu der Aussage kommen, dass sie in einem gewissen Sinne eigentlich bereits schon geschehen sind.
Also ich weiss nicht so recht. Viele Lebensablaeufe sind ja so gut wie determiniert. Oder die durchzufuehrende Rechnersimulation. Das aendert am Zeitablauf aber nichts. So ganz kann ich deinem energetischen Beispiel daher nicht folgen.
Und noch ein Gedanke : Waere solch ein Widerspruch in einer Interpretation offensichtlich, dann waere dieser sicherlich schon von den Wissenschaftlern aufgegriffen worden. Die uebersehen selten etwas und insbesonders nicht Maengel einer anderen Interpretation.

Ich meine die ethisch religioesen Auswirkungen sind ein Aspekt der sicherlich beruecksichtigt wird. Nehmen wir mal an die BM wuerde zur vorzugsweisen Lehrmeinung gehoeren, inclusive einem Determinismus. Es wuerde kein freier Wille existieren, keinerlei Veranwortungen fuer Handlungen die alle schon vorbestimmt sind. Auch die Kirche koennte ihren Bussgeldkatolg einpacken. Alleine das ist schon ein Grund den Status Quo so lange beizubehalten, solange es physikalisch vertretbar ist.
Wenn etwas zu Lehrmeinung gehoert hat dies einen sehr viel hoehern Status. Da geht es auch um Forschungsgelder und damit jede Menge Kohle. Dazu ist die Kopenhagener Deutung ein beliebtes Arbeitsfeld fuer Philosophen. Diese wuerden sich das nicht einfach absaegen lassen. Da haengt wohl sehr viel miteinander zusammen.
Viele Gruesse