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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Quantum "Graviton" Particles May Resemble Ordinary Particles of Force


Timm
22.08.12, 14:43
http://www.scientificamerican.com/article.cfm?id=search-for-new-physics

... More profoundly, the novel methods breathe new life into a unified theory that physicists left for dead in the 1980s. The force of gravity looks like two copies of the strong subnuclear interactions working in unison.

Hawkwind
22.08.12, 17:18
http://www.scientificamerican.com/article.cfm?id=search-for-new-physics

Ich habe mal ein wenig ge-googelt, was die genannten Autoren (Bern Dixon Kosower) überhaupt so machen. Das zu publizierende Preprint ist wohl noch nicht verfügbar.

Eine Diskussion dazu mit kompetent wirkenden Teilnehmern, die ein bisschen mehr zu wissen scheinen, gibt es hier:

http://www.math.columbia.edu/~woit/wordpress/?p=4583

Anscheinend geht es um die Renormierbarkeit einer Klasse von Quantentheorien der Gravitation (N=8 Supergravity) und die Autoren haben offenbar Hinweise, dass die Divergenzen bei der Quantisierung nicht so "ernst" sind wie immer angenommen wurde. Wenn sie Renormierbarkeit so einer Theorie nachweisen könnten, dann wäre das wohl schon ein Durchbruch und eine Art Sensation.

Danke für den Link,
Hawkwind

Timm
23.08.12, 17:16
Anscheinend geht es um die Renormierbarkeit einer Klasse von Quantentheorien der Gravitation (N=8 Supergravity) und die Autoren haben offenbar Hinweise, dass die Divergenzen bei der Quantisierung nicht so "ernst" sind wie immer angenommen wurde. Wenn sie Renormierbarkeit so einer Theorie nachweisen könnten, dann wäre das wohl schon ein Durchbruch und eine Art Sensation.

Der Artikel dieser Autoren im Spektrum 9/12 (ist vermutlich die deutsche Version des Scientific American Artikels) titelt ziemlich anspruchsvoll:
"Mit einem Rechentrick zur umfassenen Theorie der Naturkräfte".
Demnach ist es gelungen, die Berechnung von Teilchenwechselwirkungen mit der Unitaritätsmethode ganz erheblich zu vereinfachen und die Spreu vom Weizen zu trennen. Was ganz wesentlich darauf beruht, daß bei dieser Methode virtuelle Teilchen keine Rolle spielen, im Gegensatz zu Berechnungen mit Feynman Diagrammen. Dort scheinen die Beiträge der virtuellen Teilchen insbesondere im Fall der QCD eine abnorme Verkomplizierung zu bewirken. Letztendlich aber unnötigerweise, weil sich deren Beiträge am Ende aufheben.

Das ist wohl alles nicht Neues. Jedenfall hat die Anwendung der Unitarität (Wahrscheinlichkeit aller Prozesse ist in Summe 100%) nichts mit neuer Physik zu tun. Aber erstaunlich ist, was sich offenbar bei Vermeidung von unnötigem Ballast herausschält:

Spektrum 9/12: Die Partikel, welche die Gravitation übertragen - die Gravitonen -, zeigen auf einmal große Ähnlichkeit mit Gluonen. Mathematisch betrachtet verhält sich jedes Graviton wie zwei zusammengeschweißte Kopien eines Gluons.

Außerdem vermuten die Autoren, daß die Supergravitation den richtigen Weg zur Quantengravitation weist. Weil sie mit ihrer Methode nachweisen konnten, daß zumindest einige bisher unendlich scheinende Größen in der Supergravitation in Wirklichkeit doch endlich sind. Vielleicht gelingt es ja tatsächlich, die Renormierbarkeit der Supergravitation nachzuweisen.

Gruß, Timm