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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Urknall / Elektromagnetismus / Antimaterie


amc
08.12.15, 14:41
Hi Freunde :):)

Mal eine Frage:
Wie beantwortet eigentlich die Physik den Ablauf des Urknalls - in Bezug auf die Energie"mengen"?

Am Anfang gab es Materie und Antimaterie, die sich gegenseitig auslöschten. Ein Symmetriebruch / ein kleiner Überhang der Materie macht alles aus woraus wir bestehen. Hören wir oft so.

Doch wo ist der Rest der Energie hin?

EMI, ein alter Forumsteilnehmer, hat dazu offenbar mal Berechnungen gemacht. Sein Ergebnis: Plus und Minus der EM ist nichts anderes als Materie und Antimaterie - in gewisser Weise, habs nicht genau verstanden - jedenfalls der naheliegende Gedanke dazu:

Steckt die "gesamte" verschwunde Energie des "Anfanges" in dieser harten, bipolaren Aufspaltung der EM-Pole, die ich hier dann mal als Singularitäten bezeichnen möchte?

Wie sind eure Kenntnisse / Meinungen dazu?


Grüße, andrik

amc
08.12.15, 15:36
weitere gedanken dazu:

gäbe es dann die gefahr / möglichkeit einer elektronenspaltung? und stehen leptonen in ganz besonderer weise "makroskopisch" in verbindung mit strings / elemtarstrukturen?

ich lasse es erstmal hier so stehen. falls der thread jenseits ausufert, dorthin..

grüße an alle

ps.: führt das ganze dann zu einer leptonen- / stringtheorie?

amc
11.12.15, 17:20
nach den rechnungen von emi bestehen elektronen aus materie und neutrinos sollen nichts anderes als antimaterie sein. finde das alles sehr spannend. ich gehe davon aus, dass hier wahrheit drin steckt.

grüße

amc
16.12.15, 08:14
gäbe es dann die gefahr / möglichkeit einer elektronenspaltung? und stehen leptonen in ganz besonderer weise "makroskopisch" in verbindung mit strings / elemtarstrukturen?

dazu, gerade aktuell:

http://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/physik/elektronen-sind-stabil-zumindest-fuer-66-quadrilliarden-jahre-13372247

amc
17.12.15, 08:20
hi leute,

mich interessiert brennend, wie die standardphysik erklärt, wo der rest energie / die restliche masse hin ist, die sich am anfang gegenseitig als materie und antimaterie "ausgelöscht" hat? weiß jemand was dazu?

grüße, chris

JoAx
17.12.15, 09:14
mich interessiert brennend, wie die standardphysik erklärt, wo der rest energie / die restliche masse hin ist, die sich am anfang gegenseitig als materie und antimaterie "ausgelöscht" hat? weiß jemand was dazu?


Hintergrundstrahlung. (?)

amc
17.12.15, 09:30
Hintergrundstrahlung. (?)

hi johann,

bist du dir sicher oder vermutest du? hast du dazu zufällig einen link etc.? danke dir.

amc
17.12.15, 09:37
Hintergrundstrahlung. (?)

wäre mir jedenfalls neu und hab ich so noch nie gehört. auf wikipedia in dem artikel zur hintergrundstrahlung hab ich nichts entsprechendes gelesen. müsste dort doch eigentlich was zu stehen. da die hintergrundstrahlung auch sehr energiearm / kalt ist, würde ich intuitiv vermuten, dass die energie nicht ausreicht, um den "verlust" zu erklären.

ich hörte / höre immer nur so etwas wie antimaterie und materie löschten sich gegenseititig aus ...

hast du das skript / die broschüre von emi dir mal angesehen?

ansonsten hast du recht, finde ich, die hintergrundstrahlung (HS) scheint mir grundsätzlich geeignet. allerdings sagt man, wie ich es oft hörte: alles, was wir sehen, woraus wir bestehen (inklusive HS, so wie ich es verstehe), ist folge des materie-überhanges.

grüße, chris

amc
17.12.15, 09:43
Hintergrundstrahlung. (?)

btw.: ist euch mal aufgefallen, dass ihr ein gespräch besser versteht (das gesprochene lauter erscheint), wenn ein "chaotisches" rauschen als kontrast dazu steht?

bringt mich zu dem gedanken, dass hier vielleicht auch ein mechanismus verborgen ist, der mithilft, zu erklären, warum die gravitation so schwach ist. versteht' was ich meine? der kontrast der massen zur HS scheint mir ein aspekt zu sein, der selten erwähnt wird und ggf. eine mitentscheidende rolle spielt.

grüße, chris

JoAx
17.12.15, 10:30
wäre mir jedenfalls neu und hab ich so noch nie gehört. auf wikipedia in dem artikel zur hintergrundstrahlung hab ich nichts entsprechendes gelesen. müsste dort doch eigentlich was zu stehen. da die hintergrundstrahlung auch sehr energiearm / kalt ist, würde ich intuitiv vermuten, dass die energie nicht ausreicht, um den "verlust" zu erklären.


Ich denke, dass es eher trivial ist. (Soll heissen - kein Skript.)
Denke doch nach, was heute bei Materie-Antimaterie-Annihilation passiert. Die ganze Energie (kinetische + Ruheenergie) geht restlos in Strahlung über. Nichts anderes ist auch im frühen Universum abgelaufen. Und es würde immer noch laufen (genau so heiss, wie damals), wenn nicht die Inflation käme. Die (inflationäre) Raumzeitexpansion hat dazu geführt, dass die Energie-Dichte rapide gesunken ist. Dadurch waren die Bedingungen, bei denen so ein Materie-Antimaterie-"Bad" existieren kann, nicht mehr gegeben. Dieselbe Raumzeitexpansion machte die Hintergrundstrahlung so energie-"arm", und macht sie weiter immer "ärmer" - die so genannte "kosmologische Rotverschiebung".

Man muss hier auch anmerken, dass der Begriff "Energie" in der ART nicht mehr so trivial ist, wie in der klassischen Mechanik, oder der SRT. Es ist Vor-/Umsicht geboten.


hast du das skript / die broschüre von emi dir mal angesehen?


Nein. Ich denke aber nicht, dass EMI's Ueberlegungen dem widersprechen werden. Eher hast du sie nicht korrekt verstanden. :)

amc
17.12.15, 10:52
Ich denke, dass es eher trivial ist. (Soll heissen - kein Skript.)
Denke doch nach, was heute bei Materie-Antimaterie-Annihilation passiert. Die ganze Energie (kinetische + Ruheenergie) geht restlos in Strahlung über. Nichts anderes ist auch im frühen Universum abgelaufen. Und es würde immer noch laufen (genau so heiss, wie damals), wenn nicht die Inflation käme. Die (inflationäre) Raumzeitexpansion hat dazu geführt, dass die Energie-Dichte rapide gesunken ist. Dadurch waren die Bedingungen, bei denen so ein Materie-Antimaterie-"Bad" existieren kann, nicht mehr gegeben. Dieselbe Raumzeitexpansion machte die Hintergrundstrahlung so energie-"arm", und macht sie weiter immer "ärmer" - die so genannte "kosmologische Rotverschiebung".

Man muss hier auch anmerken, dass der Begriff "Energie" in der ART nicht mehr so trivial ist, wie in der klassischen Mechanik, oder der SRT. Es ist Vor-/Umsicht geboten.



Nein. Ich denke aber nicht, dass EMI's Ueberlegungen dem widersprechen werden. Eher hast du sie nicht korrekt verstanden. :)

hi jo,

klar, macht für mich absolut sinn. dennoch fühlt es sich für mich so an, als wenn dies nicht ausreicht. es war ja auch irjendwie nicht so wie heute materie und antimaterie, oder? die ist ja erst daraus entstanden. will meinen, ich gehe davon aus, dass das was zu beginn passierte (die energiemengen) mit in die stabilität von leptonen eingegangen ist. was ich durchaus als "quasi"-singulär bezeichnen möchte.

naja, kommt zeit kommt rat.

grüßchen

JoAx
17.12.15, 11:02
ich gehe davon aus, dass das was zu beginn passierte (die energiemengen) mit in die stabilität von leptonen eingegangen ist.


Nein. Die Stabilität von Leptonen hat nichts mit Energie zu tun.

amc
17.12.15, 11:05
Nein. Ich denke aber nicht, dass EMI's Ueberlegungen dem widersprechen werden. Eher hast du sie nicht korrekt verstanden. :)

kann natürlich gut sein. aber, er schreibt: "unser universum besteht aus gleich viel materie wie antimaterie!"

grüße

amc
17.12.15, 11:06
Nein. Die Stabilität von Leptonen hat nichts mit Energie zu tun.

uhh.. :rolleyes:

das kann imho nicht sein. wenn etwas stabil ist, dann steckt dort auch eine menge energie drin.

amc
17.12.15, 11:10
nach den rechnungen von emi bestehen elektronen aus materie und neutrinos sollen nichts anderes als antimaterie sein. finde das alles sehr spannend. ich gehe davon aus, dass hier wahrheit drin steckt.

grüße

genau andersrum: elektronen sind eigentlich antimaterie und neutrinos materie (jeweils auf der ebene der "nanos"). sehr verwirrend, nech!? :D

JoAx
17.12.15, 11:14
das kann imho nicht sein. wenn etwas stabil ist, dann steckt dort auch eine menge energie drin.
In den Leptonen der 2. und 3. Generation steckt aber mehr Energie drin (= sie haben ja grössere Massen). Das hindert sie aber nicht daran, instabil zu sein. :eek:
Das ist einfach eine "nicht korrekt gestellte Frage", wie du da herangehst. :)

kann natürlich gut sein. aber, er schreibt: "unser universum besteht aus gleich viel materie wie antimaterie!"


Ja. Aber EMI's Klassifizierung in Materie-Antimaterie ist halt anders, als in der Standardphysik. Auch bei EMI wird ein Energie-Ueberschuss bleiben. Sein Modell tangiert das Thema gar nicht.

Plankton
21.12.15, 11:09
genau andersrum: elektronen sind eigentlich antimaterie und neutrinos materie (jeweils auf der ebene der "nanos"). sehr verwirrend, nech!? :D
Ja das ist es, aber spannender Fred.
Plankton heute mit nüchternem Gruß ;)

inside
22.12.15, 15:26
Sofern man die inflationäre Expansion annimmt, dann in den gesamten Raum, der dadurch erschaffen wurde. Wenn sich Materie und Antimaterie annihilieren, entsteht das energetische Äquivalent der Massen der jeweiligen Teilchen/Antiteilchen. Diese Energie ist in der inflationären Expansionsphase in den entstehenden Raum geflossen und ist dann nach einiger Zeit wieder zu Materie synthetisiert. Ganz einfach, oder ?

Hawkwind
22.12.15, 15:36
uhh.. :rolleyes:

das kann imho nicht sein. wenn etwas stabil ist, dann steckt dort auch eine menge energie drin.

Nein - ganz im Gegenteil: je massiver Teilchen sind, desto kurzlebiger sind sie i.a.. Schwere Teilchen können nämlich in Übereinstimmung mit der Energieerhaltung in leichtere zerfallen.

Marco Polo
22.12.15, 23:22
Ja das ist es, aber spannender Fred.

Was ist ein Fred? Ein Thread? Wenn es ein Thread ist, warum nennst du ihn nicht einfach so?

Plankton heute mit nüchternem Gruß
Na immerhin. Versuche bitte künftig nur noch dann zu posten, wenn es dein Zustand zulässt. Alles andere empfinde ich als vermeidbare Belästigung. :)

amc
24.12.15, 14:10
Was ist ein Fred

habs auch nicht gecheckt. wie schön, dass du nachfragst.

gruß an den "initiator"
:)

amc
24.12.15, 22:38
vorhin nochmal angeschauht (im heft, spektrum, zusammen mit proton-paradoxon) und erst gerafft. die / wir planen ja einen / den ILC, wenn ich recht erinner.

soll ein linear beschleuniger sein, der elektronen zur kollision bringt.

man man..

amc
25.12.15, 02:51
Das ist einfach eine "nicht korrekt gestellte Frage", wie du da herangehst. :)


gut möglich. kennst du die richtige? was passiert bei .. ?

weihnachtliche grüße

amc
25.12.15, 07:26
ansonsten hast du recht, finde ich, die hintergrundstrahlung (HS) scheint mir grundsätzlich geeignet. allerdings sagt man, wie ich es oft hörte: alles, was wir sehen, woraus wir bestehen (inklusive HS, so wie ich es verstehe), ist folge des materie-überhanges.


ist es nicht so johann, dass die strahlung photonen sind und daher teil der baryonischen masse / energie?

grüße, chris

ghostwhisperer
06.03.16, 00:49
Eigentlich ganz einfach! Das Universum besteht aus x-Milliarden Lichtteilchen zu 1 Materieteilchen, also genau die Umkehrung der Urknall-Asymmetrie! Ergo ist die gesamte Energie erhalten. Mfg!

amc
06.04.16, 18:09
Eigentlich ganz einfach! Das Universum besteht aus x-Milliarden Lichtteilchen zu 1 Materieteilchen, also genau die Umkehrung der Urknall-Asymmetrie! Ergo ist die gesamte Energie erhalten. Mfg!

ja, ich gebe euch mittlerweile recht. vermutlich muss man es so sehen / wird es so gesehen und die berechnungen gehen so auf. materie und antimaterie haben sich also annihiliert und übrig blieb der materieüberhang plus hintergrundstrahlung.

ich finde den gedanken trotzdem interessant, dass energie auch in die bipolare bzw dipolare aufspaltung des elektromagnetismus geflossen ist bzw. dort enthalten. anders ausgedrückt in die stabilität des elemtarteilchens elektron. dann verstehe ich aber die ganze sache nicht, dann wäre ja die sichtbare materie eine folge dieses prozesses. was mich zur frage bringt: wie stellen wir uns denn diese urknall-materie und antimaterie vor? waren das normale elektronen und positronen bzw protonen und antiprotonen?

ich finde diese überlegung deshalb wichtig, weil wir ja den begriff information richtig fassen müssen und es auffällig ist, dass sich fast alles, was wir damit verbinden, im bereich des elektromagnetismus abspielt, der dipolartig aufgebaut ist. also aus plus und minus bzw. null und eins.

wenn wir den gedanken / die berechnungen ernst nehmen: leptonen sind keine elementarstrukturen, muss ja aller vorraussicht nach energie / masse in der bindung der leptonenbauenden elemtarstrukturen drinstecken.


herzliche grüße und einen angenehmen frühling