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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Physiknobelpreis 2016 geht an Quantenphysiker - Gravitationswellen gehen leer aus


Plankton
07.10.16, 15:37
Vielleicht will ja jemand was geistreiches dazu sagen!

https://www.google.de/search?q=physiknobelpreis&tbm=nws&start=0
Physik-Nobelpreis für Materiezustände in Supraleitern
(http://www.spektrum.de/news/physik-nobelpreis-fuer-materiezustaende-in-supraleitern/1425207)

Ein bisschen Schade für die Gravi-Forscher ist meine Meinung!

PS: Mit den Arbeiten der Leutchen sind auch Hoffnungen verbunden wie: Supraleiter für Raumtemperatur!

TomS
07.10.16, 19:45
Vielleicht will ja jemand was geistreiches dazu sagen!
Wir haben in Erlangen vor ca. 25 Jahren 2-dim. QFTs, u.a. die 2-dim. QCD und das Gross-Neveau-Modell, jeweils im large-N-Limes, als Spielzeugmodelle für die 4-dim. QCD untersucht. Obwohl 2-dim. QFTs keine spontane Symmetriebrechung zeigen dürften - Coleman- bzw. Mermin–Wagner-Theorem: http://projecteuclid.org/download/pdf_1/euclid.cmp/1103859034 - existiert ein Quark-Kondensat aufgrund der chiralen Symmetriebrechung. Die Prämissen des no-go-Theorems werden durch den large-N-Limes - 't Hooft: http://dspace.library.uu.nl/handle/1874/4601 - ausgehebelt; die unendlich vielen Farben der SU(N) ~ U(N) wirken wie eine effektive zusätzliche Dimension und lassen eine dynamische Symmetriebrechung zu. Daraus resultiert ein Kosterlitz–Thouless-Übergang.

Ein bisschen Schade für die Gravi-Forscher ist meine Meinung!
Die Nominierungsfrist endet am 31.01., die LIGO-Ergebnisse wurden erst im Februar publiziert.

Plankton
07.10.16, 22:57
Wir haben in Erlangen vor ca. 25 Jahren 2-dim. QFTs, u.a. die 2-dim. QCD und das Gross-Neveau-Modell, jeweils im large-N-Limes, als Spielzeugmodelle für die 4-dim. QCD untersucht. Obwohl 2-dim. QFTs keine spontane Symmetriebrechung zeigen dürften - Coleman- bzw. Mermin–Wagner-Theorem: http://projecteuclid.org/download/pdf_1/euclid.cmp/1103859034 - existiert ein Quark-Kondensat aufgrund der chiralen Symmetriebrechung. Die Prämissen des no-go-Theorems werden durch den large-N-Limes - 't Hooft: http://dspace.library.uu.nl/handle/1874/4601 - ausgehebelt; die unendlich vielen Farben der SU(N) ~ U(N) wirken wie eine effektive zusätzliche Dimension und lassen eine dynamische Symmetriebrechung zu. Daraus resultiert ein Kosterlitz–Thouless-Übergang.
Kurze persönliche Frage: meinst du mit "Wir" - wir hier in Deutschland als Vorreiter quasi oder meinst du dich als Person damit?
BTW: Habe gelesen, dass Thema soll ziemlich "hart" sein und dass selbst viele gestandene Physiker nur wenig davon verstehen würden.


Die Nominierungsfrist endet am 31.01., die LIGO-Ergebnisse wurden erst im Februar publiziert.
Ja, viele meinen sie kriegen den Preis beim nächsten mal sicher. Mal abwarten und Tee trinken. :D

TomS
07.10.16, 23:19
Kurze persönliche Frage: meinst du mit "Wir" - wir hier in Deutschland als Vorreiter quasi oder meinst du dich als Person damit
Eine Arbeitsgruppe am Lehrstuhl für theoretische Physik III, damals Prof. Lenz, heute Thiemann (LQG). Mein Chef hat das Gross-Neveu-Modell ausgewählt, um verschiedene Methoden zu erproben, die dann auf die QCD angewendet werden sollten. Mein Zimmergenosse hat z.B. kollektive Anregungen im Sinne von Baryonen beschrieben. Ich selbst habe an der zwei-dim. QCD über Quantisierungsmethoden gearbeitet. Da treten auch spannende Phänomene auf, nämlich chirale Symmetriebrechung und masselose, im large-N-Limit näherungsweise wechselwirkungsfreie Mesonen. Wir waren dabei jedoch keine "Vorreiter".

Habe gelesen, dass Thema soll ziemlich "hart" sein und dass selbst viele gestandene Physiker nur wenig davon verstehen würden.
Zweidimensionale Theorien sind aus unterschiedlichen Gründen speziell. In vier Dimensionen dominieren Bulk-Effekte, man kann sehr viel mit Störungstheorie arbeiten. In zwei Dimensionen spielen topologische Effekte oft eine dominierende Rolle. Die Theorien sind oft mathematisch einfacher, teilweise gibt es sogar exakte analytische Lösungen. Dafür sind sie sehr weit vom Mainstream entfernt.