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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage zur Unendlichkeit


Mea
08.11.16, 09:39
Wenn die Energiedichte des Universums bekannt (endlich) ist, und die dunkle Energie überall isotrop im Raum verteilt, wie kann man dann davon ausgehen, dass der Raum jenseits des Universums flach weitergeht?

Ist das nicht ein Widerspruch?

Timm
08.11.16, 10:02
Du meinst wahrscheinlich jenseits des sichtbaren Universums. Daß das Universum überall lokal flach ist, folgt aus dem Kosmologischen Prinzip, das dem Modell zugrunde liegt. Es ist eine plausible Annahme, die vermutlich kaum jemals verifiziert werden kann.

Mea
08.11.16, 12:20
Ja, genau...

Also macht man gar keine Aussagen über die Gesamtenergie, sondern immer nur über die Energiedichte, bei unbekannter Größe des Universums?

Timm
08.11.16, 14:53
Ja, genau.

nisus
08.11.16, 20:23
Laut WIKI ist das Universum etwa 14 mrd. Jahre alt,aber hat einen Durchmesser,für den das Licht 45 Mrd Jahre benötigt!!!
Was ist das?Eine Differenz von -31 mrd. Jahren!!!
Messfehler?Das ginge mit Überlichtgeschwindigkeit oder Zeitdilatation oder Längenkontraktion des Beobachters...

?

nisus

Timm
08.11.16, 21:33
Die beiden Zahlen sind unabhängig voneinander, weshalb ihre Differenz keinen Sinn macht. Du vergleichst Alter mit der heutigen Entfernung, wobei Letztere auch noch von der Expansionsrate damals bis heute abhängt.

nisus
09.11.16, 02:21
Anbetracht dessen,das der zeitliche Zusammenhang dadurch besteht,daß es ein und das selbe Universum zu beschreiben sucht,sollte das Universum 31 mrd. Jahre vor seiner Entstehung schon Ausdehnung angenommen haben,damit nach im Alter von 14 mrd. Jahren der Durchmesser 45 mrd. Jahre betragen kann.
Die Ausbreitung müßte ja schneller geschehen,als es die Lichtgeschwindigkeit zuließe!
Wenn das Universum älter wird,breitet es sich weiter aus!Der terministische Zusammenhang liegt klar vor...
Nur,daß es in den nächsten 2 Jahren im Durchmesser um den Betrag größer werden müßte,für den das Licht 5 Jahre benötigte.
An dieser Betrachtung ist die beschleunigte Ausdehnung unseres Universums deutlich!

Timm
09.11.16, 09:05
Die Ausbreitung müßte ja schneller geschehen,als es die Lichtgeschwindigkeit zuließe!


Richtig, schau Dir hier (https://arxiv.org/pdf/astro-ph/0310808v2.pdf) an, wie der Partikelhorizont zustande kommt. Diese Distanz heute ist raumartig, d.h. von dort erreicht uns heute kein Licht, wie das Diagramm ja auch klar zeigt.

Plankton
09.11.16, 11:43
Ich habe mich diesbezüglich schon öfters gefragt, wie das sich im Verhältnis zeigt! Eine Sekunde z.B. wären 9.192.631.770 Schwingungen bei einer Cäsium-Atom-Uhr. Nun ja, wenn ich das in der nähe eines SL mache, oder in einem fliegendem Flugzeug, dann dauert es auch 9.192.631.770 Schwingungen für eine Sekunde, nur eben laufen die Wechselwirkungen langsamer ab als im Vergleich zu einer Cäsium-Atom-Uhr in Ruhe auf der Erde. Man hat eine Zeitdilatation.

Wie war das nun genau im frühen Universum? War da alles kompakter und alles lief im Vergleich zu unserer "heutigen Zeit" (Cäsium-Atom-Uhr in Ruhe auf der Erde) langsamer ab? Oder anders?

Ich meine die Bedingungen kurz nach dem Urknall waren ja schon phänomenal und ich frage mich wie die Zeit in diesen Phasen im Sinne von ART, SRT zu betrachten ist im Vergleich zu hier und jetzt?

Hmmmmm.......... 14 Milliarden Jahre alt, das Universum. ;)

Timm
09.11.16, 13:53
Die Zeit, die eine Uhr am Ort der Uhr anzeigt, ist invariant.
Mit der "Frage zur Unendlichkeit" hat das allerdings wenig zu tun.

Plankton
09.11.16, 14:51
Die Zeit, die eine Uhr am Ort der Uhr anzeigt, ist invariant.
Mir ist bekannt, dass es immer im Verhältnis zu einem Beobachter definiert ist.
Ich wollte quasi die "Cäsium-Atom-Uhr in Ruhe auf der Erde" als Beobachter des frühen Universums nehmen. So wie wenn wir die Zeitdilatation betrachten würden hier auf der Erde und ganz nahe der Sonne.


Mit der "Frage zur Unendlichkeit" hat das allerdings wenig zu tun.
Es passte aus meiner Sicht in den Diskussionsverlauf.

nisus
09.11.16, 16:02
Die Beschreibung liefert die Kennzeichnung der erfassbaren Grenze von entfernt ausgesandten Informationen im elektromagnetische Bereich.Daraus dann nicht das Alter des Universums,sondern die Information der zeitlichen Ausdehnung des Raumes,in dem Bewusstsein Erkenntnis der materiellen Beschaffenheit annimmt.
Mathematisch wird daraus also nicht der Durchmesser beschreibbar.Anstelle dessen ist der relativ mögliche Bezug von zeitlich getrennten Ereignissen angenommen,denen nach dynamischen Prozessen eine maximale Grenze der funktionalen Betrachtung überhaupt noch eingeschrieben werden kann,ohne anerkannte Theorien zu enthaupten.
Dann ist die Frage nach der Unendlichkeit so groß,wie das Konstrukt selbst,da dessen Grenzen informell nicht überschritten werden können.
Wie kann eine Annahme etwas nicht endendem in einem endlichen System verarbeitet werden?

Plankton
09.11.16, 16:51
[...]
Wie kann eine Annahme etwas nicht endendem in einem endlichen System verarbeitet werden?
Kurz ne Anmerkung! So wie ich das immer aus halbwegs seriöser Quelle kenne gilt für das Universum, dass seine Größe unbegrenzt ist, aber nicht unendlich!
So in etwa wie bei einer Kugel bei der man auch unbegrenzt in eine Richtung kann und trotzdem ist die Fläche nicht unendlich groß.

Ich wollte quasi die "Cäsium-Atom-Uhr in Ruhe auf der Erde" als Beobachter des frühen Universums nehmen. [...]
BTW: Noch kurz dazu was: Mit frühem Universum meine ich die Phase in der sich noch keine Atome gebildet hatten, in etwa, und alles noch ziemlich gleichmäßig verteilt war.
Meine Überlegung war auch, dass in der Phase, weil alles gleichmäßig verteilt war, die Zeit insgesamt überall gleicher verlaufen ist als heute. Schon im unserem Sonnensystem gibt es ja eine merkbare "Zeitdilatation", je weiter man von der Sonne entfernt ist. Und für das Zentrum der Galaxie nach "außen" hin gilt ja etwas ähnliches.

Timm
09.11.16, 17:05
....Anstelle dessen ist der relativ mögliche Bezug von zeitlich getrennten Ereignissen angenommen,denen nach dynamischen Prozessen eine maximale Grenze der funktionalen Betrachtung überhaupt...
Die Wahl der Worte verleiht ihrem Schwall auch nicht mehr Inhalt.

nisus
09.11.16, 22:22
Die Unendlichkeit ist konstant!