PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Beweis von Existenz


Fuchs69
12.11.17, 18:25
Die Existenz von unbelebter Materie wird erst dadurch bewiesen, dass sie wahrgenommen wird.
Ein Universum in dem kein Leben existiert gibt es nicht, da es nicht wahrgenommen und somit seine Existens nicht bewiesen werden kann.

Materie existiert nur, wenn sie mit Wahrnehmung in Verbindung steht, da sonst der Beweis nicht geführt werden kann.

Das gleiche gilt für die Vergangenheit.
Erst wenn ich logische Schritte nach hinten gehe, "entsteht" die Vergangenheit, bzw. das Wissen um sie.

Allgemein wird ja angenommen die unbelebte Materie war vor uns da und daraus wurde dann Leben.
Wobei der genau Punkt wo tote Materie zu leben anfängt nicht geklärt ist.

Gibt es einen Beweis dagegen, dass nicht erst die Wahrnehmung die Materie erschaffen hat?

So wie ich das sehe sind beides willkürliche Annahmen.

Lubbert
12.11.17, 19:10
Materie existiert nur, wenn sie mit Wahrnehmung in Verbindung steht, da sonst der Beweis nicht geführt werden kann.
Kannst Du beweisen, dass die Materie einen Existenzbeweis benötigt, um zu existieren?

Freundliche Grüße
LB

Fuchs69
12.11.17, 20:22
Kannst Du beweisen, dass die Materie einen Existenzbeweis benötigt, um zu existieren?

Freundliche Grüße
LB

Kannst du das Gegenteil beweisen?

Alles was von der Standard Physik anerkannt werde will brauch einen Beweis.
Ich bin der Meinung das Univerusum ist positiv gekrümmt, es gibt ein Medium für elektromagnetische Wellen, es gibt keine Zeit und wir können schneller Reisen als das Licht.
.
Muss ich das beweisen? Nö!
Nimmt es irgendwer ernst, wenn ich es nicht bewiesen haben? Nö!
Kann ich mir ein Raumschiff bauen, auf Wob 4 gehen und durch den Weltraum zurück zur Erde Fliegen um einen Beweis zu liefern? Nö!

Also bleibt mir nur die physikalische Beweiskette zurück zu gehen und Fehler zu suchen.

Und am Anfang jeder physikalischer Theorie steht die menschliche Beobachtung bzw. Wahrnehmung von Ereignissen.

Aber wenn wir es genau betrachten haben wir kein Plan, WAS wir wahrnehmen, wir wissen nur, DAS wir etwas wahrnehmen.

Ob das "Realität", "Die Matrix" oder ein Traum ist wissen wir nicht und könne wir mit den uns gegebenen Mitteln auch nicht raus finden.

Daher finde ich es fragwürdig eine "knallharte" Beweiskette auf ein unbewiesenes Fundament zu stellen.

Es ist ein Luftschloss, was uns tollen technischen Fortschritt bringt.
Aber ist das Leben dadurch lebenswerter oder sinnvoller?
Egal, wir wollen weiter.

Und darum gehts.

Angenommen, die Wahrnehmung erschafft sich das was sie wahr nimmt selbst um etwas zu erleben( warum auch immer )... also Phantasie schafft Möglichkeiten und Logik hält alles zusammen.

Diese Behauptung hat die gleiche unbewiesene Grundlage wie, dass es die unbelebte Materie vor uns schon gab.

Was erwarten wir dann bei der Grundlagenforschung zu finden?

Anders gefragt; wenn das alles in der Wahrnehmung seinen Ursprung hat was wäre der kleinste Baustein?

Lubbert
12.11.17, 22:26
Kannst du das Gegenteil beweisen?
Nö. Ergo: Patt. Nix Genaues weißt man nicht.

Und auf die Physik hat es ja auch keinen Einfluss, welche Position man einnimmt. Punkt also.

Freundliche Grüße
LB

TomS
12.11.17, 23:05
Die Existenz von unbelebter Materie wird erst dadurch bewiesen, dass sie wahrgenommen wird.
Ein Universum in dem kein Leben existiert gibt es nicht, da es nicht wahrgenommen und somit seine Existens nicht bewiesen werden kann.

Das ist nichts weiter als das "esse est percipi" von Berkely, demzufolge die Existenz der äußeren Dinge in ihrem Wahrgenommenwerden besteht.

Das ist logisch natürlich nicht angreifbar, wie so viele extreme philosophische Positionen.

Hawkwind
12.11.17, 23:55
Diese Gedanken erinnern auch an das Anthropische Prinzip (https://de.wikipedia.org/wiki/Anthropisches_Prinzip), das z.B. auch von Physikern wie Wheeler vertreten wurde. Die Inspiration dazu kommt aus einer ziemlich radikalen Form der Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik.


...
Vom Physiker John Archibald Wheeler stammt eine Version des AP, welche oft mit dem subjektiven Idealismus eines George Berkeley in Verbindung gebracht wird[4].
Participatory anthropic principle (PAP): Beobachter sind notwendig, um das Universum zu erzeugen.
Insbesondere wird beim PAP ein quantenmechanisches Phänomen, die sogenannte Reduktion der Wellenfunktion bei der Messung, in Verbindung mit einem Beobachter gebracht. Grob gesprochen wird eine Messung als Beobachtung eines bewussten Wesens interpretiert, und die damit verbundene Reduktion der Wellenfunktion wird als „Realisation“ der Welt in einem definiten Zustand aufgefasst. Der Beobachter wäre demnach ein wesentlicher Bestandteil der physikalischen Beschreibung der Welt; erst durch seine Beobachtung würde die Welt „Realität“ annehmen.
Das PAP hängt eng mit der Interpretation der Quantenmechanik zusammen, insbesondere mit der sogenannten Kopenhagener Deutung, welche die Reduktion der Wellenfunktion bei der Messung vertritt. So sind neuere Entwicklungen in der Interpretation der Quantenmechanik, die eine objektive Beschreibung des quantenmechanischen Messprozesses in rein quantenmechanischen Begriffen erlauben, also keinen Bezug auf eine klassischen Gesetzen gehorchende Messapparatur wie in der Kopenhagener Deutung nehmen, auch relevant für die Beurteilung des PAPs. ...

TomS
13.11.17, 09:11
Wheeler hatte m.E. bessere Ideen als diese

:mad:

Was mir - neben der idealistischen Philosophie - nicht gefällt ist, dass mehrere ungelöste Probleme der Naturwissenschaften, nämlich die Natur der Messung bzw. Beobachtung und die damit einhergehende Reduktion des Zustandsvektor-Reduktion bzw. der sog. "Kollaps" (*) sowie das Wesen des Bewusstseins munter vermischt werden, um sich ein neues Weltbild auszudenken.

(*) es sei denn, man bevorzugt Everett et al.

soon
13.11.17, 10:07
Die Existenz von unbelebter Materie wird erst dadurch bewiesen, dass sie wahrgenommen wird.
Ein Universum in dem kein Leben existiert gibt es nicht, da es nicht wahrgenommen und somit seine Existens nicht bewiesen werden kann.

Materie existiert nur, wenn sie mit Wahrnehmung in Verbindung steht, da sonst der Beweis nicht geführt werden kann.

Das ist nicht konsequent genug gedacht.

Konsequent wäre die Behauptung, dass ausserhalb deiner Wahrnehmung nichts existiert.

Das ist ein Gedanke, den Kinder häufig haben.

pauli
13.11.17, 22:41
Physiker haben bereits vor 50 Jahren bewiesen, dass das Universum nicht existiert

Slash
14.11.17, 01:32
Ich bin mir nicht sicher, ob nach Karl Popper bspw. Beweise in der Naturwissenschaft wirklich gibt (nicht so in der Mathematik).

Wie stellst du dir denn einen Beweis einer Theorie oder Aussage in der Naturwissenschaft vor?

Bernhard
14.11.17, 07:09
munter vermischt werden
Da meine ich einen impliziten Vorwurf der Verantwortungslosigkeit zu erkennen. Ist das so gewollt?

soon
16.12.17, 08:53
Ein Film, der in gewisser Weise perfekt zum Thema passt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Summe_meiner_einzelnen_Teile

TomS
18.12.17, 18:39
Da meine ich einen impliziten Vorwurf der Verantwortungslosigkeit zu erkennen. Ist das so gewollt?
Nicht Verantwortungslosigkeit.

Ich mag es nur nicht, wenn man zwei Rätsel vermengt; das Ergebnis ist klein kleineres Rätsel.

Interessanterweise neigen brilliante Wissenschaftler manchmal dazu: von Neumann, Penrose, auch Wheeler

Bernhard
18.12.17, 23:26
Ich mag es nur nicht, wenn man zwei Rätsel vermengt
Ich schätze mal, dass so etwas gerne dann passiert, wenn sich Wissenschaftler interdisziplinär äußern.

Interessanterweise neigen brilliante Wissenschaftler manchmal dazu: von Neumann, Penrose, auch Wheeler
Da kann man dann vielleicht auch noch E. Witten dazu nehmen? Wir haben dann vier bekannte Wissenschaftler, bei denen manchmal zu einem gewissen Grad nicht ganz bekannt ist, ob das nun Physiker oder Mathematiker sind oder waren.