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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Jetzt amtlich: Nachbaruniversum gefunden!


Gandalf
27.11.07, 22:15
naja 'fast' amtlich:

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/285853.html

Kürzlich gefundenes "Loch" im Weltall könnte der Abdruck eines anderen Universums sein.

Im August meldeten Radioastronomen den Fund eines riesigen Lochs im Weltall – einer Blase mit einem Durchmesser von 900 Millionen Lichtjahren, in der sich wesentlich weniger Galaxien und Sterne befinden als in anderen Teilen des Universums. Nun hat eine Gruppe amerikanischer Astrophysiker eine Erklärung für das Phänomen gefunden: Der Hohlraum könnte durch die Einwirkung eines Nachbaruniversums kurz nach dem Urknall entstanden sein, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. (http://www.newscientist.com/home.ns)

Sag noch einer das Multiversum sei jenseits der Realität ;)

Hermes
28.11.07, 19:24
"Nach Berechnungen von Forschern um Laura Mersini-Houghton von der University of North Carolina in Chapel Hill, die auf der String-Theorie beruhen, war unser Weltall kurz nach seiner Entstehung noch durch Quantenprozesse mit Nachbaruniversen verbunden, bevor diese durch die plötzliche inflationäre Ausdehnung unseres Kosmos außer Reichweite kamen."

Außer Reichweite?? Nach meiner Vorstellung wäre das auch in etwa gleichbedeutend mit "zu weit auseinandergehende Entwicklungen". Wie bewirkt ein Nachbaruniversum einen gigantischen materiefreien Raum in 'unserem' Universum?

Wenn sie noch das im Link erwähnte zweite 'Loch' auf der 'anderen Seite des Himmels' finden, sieht das schon nach einem sehr starken Hinweis aus, doch lieber mal auf breiterer Ebene über 'Viele Welten' nachzudenken...
Ich glaube, das findet im wissenschaftlichen Unterbewußtsein schon längst und jahrelang statt.
Ich meine der Mensch muß sich an diese Aussicht gewöhnen.

Was sind das wohl für Prozesse?
Wie würde das im Multiversums-Modell aussehen?

An die Fachleute:
Widersprechen sich eigentlich String- und Viele-Welten-Theorien irgendwo?
Ich meine nicht, die Strings sind eher so etwas wie eine 'Erweiterung', oder.

Jogi
28.11.07, 19:43
Hi Hermes.

"[I]
Widersprechen sich eigentlich String- und Viele-Welten-Theorien irgendwo?
Ich meine nicht, die Strings sind eher so etwas wie eine 'Erweiterung', oder.

Strings, wie ich sie verstehe, machen Viele-Welten überflüssig.


Gruß Jogi

Hermes
28.11.07, 20:02
Hi Hermes.
Strings, wie ich sie verstehe, machen Viele-Welten überflüssig.
Gruß Jogi

Viele-Welten sind nach meinem dimensionalen Verständnis unverzichtbar für jede Theorie, die mit mehr als 4 dimensionalen Ausdehnungen arbeitet.

richy
28.11.07, 20:17
Strings, wie ich sie verstehe, machen Viele-Welten überflüssig.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/572028/

Leonard Susskind von der kalifornischen Stanford Universität.

"... Aber nun bietet uns die String-Theorie unvorstellbar viele Universen an - mittlerweile sind es um die 10 hoch 500. Dieser Tatsache müssen wir ins Auge sehen: Dass die Stringtheorie eine Theorie der Vielfalt ist und nicht der Einheit. Aber das passt wunderbar zu der Idee, dass es viele Universen gibt."

Die Welt des Leonard Susskind besteht aus unendlich vielen Universen, oder man könnte auch von einem Multiversum sprechen. Diese vielen Welten werden von den unterschiedlichsten Naturgesetzen beherrscht: In einem könnte die Zeit rasend schnell verstreichen, in einem anderen quälend langsam, im dritten läuft sie gar rückwärts. Manche Welten werden nur von Kindern bewohnt, andere von sprechenden Pflanzen oder von rostigen Robotern - wer weiß. Für Susskind ist das eine logische Folge jener ominösen sechs Extradimensionen, die es laut Stringtheorie geben muss.

Andere String-Wissenschaftler werden aber sicherlich nicht so explizit ausdruecken, dass die String Theorie eine Multiversen Theorie ist und diesen Sachverhalt wie die Strings lieber auf Plankgroesse aufrollen. Heim muss die Dimensionen nicht aufrollen, da sie zeitartig statt raumartig sind. Zudem ist dessen Raum strukturiert.

Vielleicht basiert die Aussage von Susskind auch auf dem Umstand, dass VW Theorien nicht mehr als voellig exotisch angesehen werden.

Weitere lustige Stellen aus dem Link :
In Klammern mit Bemerkungen meinerseits.

Aber zumindest im Prinzip scheinen die Strings ein zentrales Problem zu lösen, das allen heutigen Theorien anhaftet - das Problem der Singularität.
(selbiges kann ich auch weitaus eleganter umgehen indem ich den Raum quantisiere.)
(Eine serioese Alternative zu Heim fuer koernigen Raum waere die Quantenloopgravitation.)


Woits Argument Nummer 3: Bis heute fehlt ein experimenteller Beleg für die Strings. Schlimmer noch: Es existiert nicht einmal der Hauch einer Chance, die Theorie jemals beweisen zu können. Denn die Strings sind derart abgehoben und weltfremd, dass man nicht einmal nachweisen kann, dass sie falsch sind - not even wrong.

Das Problem mit dieser Theorie, aus der alles Mögliche herauskommen kann, ist, dass man sie nicht experimentell überprüfen kann. Denn die Stringtheorie trifft schlicht und einfach keinerlei Voraussagen, die man nachmessen könnte. Eine wirklich üble Situation für eine wissenschaftliche Theorie! Sie liefert absolut keine Voraussagen, die man testen könnte, um zu sehen, ob sie nun stimmt oder nicht.

Und dem stimmen im Grunde die Stringtheoretiker selbst zu:

"Es ist nicht so, dass wir ein gutes konzeptionelles Verständnis der Theorie haben. Das kann man nicht vergleichen mit dem Verständnis, was wir von der Quantenmechanik oder auch der allgemeinen Relativitätstheorie Einsteins haben. (Wir verstehen eigentlich nichts :-)
Und deswegen ist es ein bisschen früh (nach 30 Jahren :-), jetzt schon Voraussagen herauszuholen, die die Stringtheorie verifizieren oder falsifizieren. Ich denke, man müsste die Theorie einfach noch besser verstehen. Die Mathematik, die man für die Stringtheorie braucht, ist noch nicht entwickelt."
"
Wenn nur erst die Grundlagen besser verstanden wären und eine probate Mathematik bereitstünde - dann würde man schon verstehen, wie eine zehndimensionale Theorie zusammenhängt mit dieser unseren dreidimensionalen Welt. So lautet die Hoffnung der Stringtheoretiker.


Ich fasse das mal so zusammen :
Wenn wir denn nur wissen wuerden was wir tun und die Mathematik besser waere, dann waere alles prima.
Naja warten wir nochmal 30 Jahre *fg

Uli
28.11.07, 21:06
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/572028/

Andere String-Wissenschaftler werden aber sicherlich nicht so explizit ausdruecken, dass die String Theorie eine Multiversen Theorie ist
...


Wenn du damit sagen willst, dass die Nachbaruniversen der Superstring-Modelle etwas mit Everetts Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik zu tun hat, dann irrst du.

Gandalf
28.11.07, 21:22
Hi!

Strings, wie ich sie verstehe, machen Viele-Welten überflüssig.
mit verlaub: das ist absoluter Quatsch:

Eine String-Theorie (so wie jede TOE) ist reduktionstisch angelegt und macht 'Vorhersagen' und ist somit defintiv keine 'erklärende Theorie' wie die VWT.

Eine TOE basiert auf den 'Bewegungsgesetzen'. d.h. sie sagt Bewegungen nur 'bedingt' voraus.: z.B. das was zu einer bestimmten Zeit geschehen wird, wenn vorgegeben ist, was zu einer anderen Zeit passier ist.. D.h. sie kann z.B. überhaupt nicht erklären wie ein Kupferatom auf die Quadriga auf dem Brandenburger Tor gekommen ist. Dazu müsste sie 'emergente Gesetzmäßigkeiten' mit einbeziehen (wie. z.B. soziologische und chemische und biologische). Emergente Eigenschaften ergeben sich jedoch per Definition nicht aus reduktionistischen Vorgaben.

ein anderes Beispiel macht das noch deutlicher. Während eine String-Theorie oder TOE wahrscheinlich niemals eine korrekte Vorhersage über das korrekte Erdalter machen kann, hat das die (emergente) biologische Evolutionstheorie schon lange (vor der Physik) gemacht.

Nur eine antiquierte reduktionistische Einstellung könnte uns glauben machen wollen, das diese Form der Begründung weniger gültig sei als eine TOE.

Mit welcher Begründung leitest Du ab, das eine TOE 'grundlegender' sei als eine beliebig andere - emergente - Theorie? Im Gegenteil: Die Eigenschaften der Quantenwelt legen sogar nahe, das emergente Eigenschaften womöglich sogar die Grundlagenphysik bestimmen! (Siehe den Thread: "Da haben wir den Salat...")

Viele Grüße

Gandalf
28.11.07, 21:38
Hallo!

Wenn du damit sagen willst, dass die Nachbaruniversen der Superstring-Modelle etwas mit Everetts Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik zu tun hat, dann irrst du.

... und wenn Du damit sagen willst, das diese überhaupt nichts miteinander zu tun haben, dann irrst Du noch mehr:

Artikel: "Parallel-Universen", Autor: Max Tegmark (http://64020.forums.motigo.com/?action=messages_show&boardmessage_id=306319)

richy
28.11.07, 21:44
Wenn du damit sagen willst, dass die Nachbaruniversen der Superstring-Modelle etwas mit Everetts Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik zu tun hat, dann irrst du.

Nach Suessmuth hoert es sich aber so an. Ich denke aber er hat dies eher aus dem von mir bereits geschilderten Grund so formuliert.
Anstatt Everett wuerde ich auch lieber David Deutsch nennen.
http://de.wikipedia.org/wiki/David_Deutsch
EDIT
sehe gerade: oder Gandalfs Link

Und die Interpretation auf Quantenebene fuehrt natuerlich auch auf makroskopische Multiversen. Tote und lebendige Katzen.
Wobei ich kein VW Hardliner bin. Nach (ich weiss umstrittenen) Heim handelt es sich um Moeglichkeitswelten. Moeglichkeit und Wahrscheinlichkeit liegen doch recht eng beisammen. Der grundlegende Unterschied ist aber, dass diese Moeglichkeiten in der physikalischen Welt einen Platz aufweisen.
Ich bezahle lieber den Preis einer VWT als ein mathematisch abstraktes Objekt wie eine Wahrscheinlichkeit interferenzfaehig im Raum schweben zu lassen. B.T.W. Schade dass Herr Z solche Artikulationsprobleme hatte.

Den String Link habe ich schon komplett gelesen. Und dass es verschiedene Typen von Multiversen gibt ist mir auch bekannt.
Der vom Typ "Superstring" scheint eher so zu sein, dass je nach Parameterwahl 10 hoch 500 Loesungen moeglich sind. Man muesste jetzt nur noch wissen welche die passende ist :-)

Dass die Stringtheorie eine Theorie der Vielfalt ist und nicht der Einheit. Aber das passt wunderbar zu der Idee, dass es viele Universen gibt."

So kann man Ratlosigkeit publikumswirksam ausdruecken :-)
Die Bezeichnung VWT haben die Strinhgtheorien sicherlich nicht verdient.
Da stimme ich dir zu.

richy
28.11.07, 22:04
Mir ist uebrigends noch ein gutes Beispiel zur VWT eingefallen :
Erklaere jemanden den Fundamentalsatz der Algebra anhand der Gleichung x^2+1=0. Ohne Kenntnis der Komplexen Zahlen.
Zeige mir einfach wo die Funktion die Nulllinie schneidet.
Existiert deshalb keine Loesung ? Ist der Fundamentalsatz ungueltig ?
Falls ja, wie haben wir ihn geometrisch gesehen gerettet ?

Hermes
28.11.07, 23:41
...durch Erweiterung mit einer zusätzlichen Dimension!
Hurra:)
Sehr gutes Beispiel und Verknüpfung zu Mathematik...

Wenn irgendeine Theorie welcher Art auch immer mit zusätzlichen Dimensionen arbeitet und Raum & Zeit als 4 von x-Dimensionen ansieht, dann ist das nicht irgendwo, sondern diese zusätzlichen Dimensionen sind direkt an uns, wenn wir ein Teil dieses String-Universums sind, das die Theorie doch beschreibt. Wenn das Universum "x-Dimensionen" hat, sind haben wir selbst auch x-Dimensionen.
Ist diese grundlegende und offensichtliche Logik denn so schwer zu verstehen?

Ich habe in Gandalfs Link von mathematischen Hilbert-Räumen gelesen, die ∞-dimensional sind. Ich befürchte von der Logik her und ohne das unbedingt so zu wollen auch, daß wir vielleicht sogar in einem ∞-dimensionalen :eek: :eek: leben.

Rettet sich das Universum, das Sein in die Existenz durch ständiges (räusper) transzendieren in eine nächste Dimension?
Wenn die innere Logik nicht ausreicht, "wenn alles nicht mehr sein kann", sich alles in einem dramatischen Moment erweitert und sich selbst..."überwindet"?.... um eine Dimension?
Ist das der "wahre Urknall"? Nicht nur räumliche Ausdehnung, sondern auch exponentielle fortwährende Zunahme an Dimensionen?

Als Sprung ins Sein....

Jogi
28.11.07, 23:46
Strings, wie ich sie verstehe, machen Viele-Welten überflüssig.




...aber wer versteht das schon?

Hermes
29.11.07, 00:01
Etwas weniger abgehoben vielleicht auch ein anderes Beispiel:

Ein Computerprogramm(bestandteil) daß abstürzt, anstatt sich selbst zu beenden (..nicht zu existieren..), in eine Schleife gerät und so immer weiter läuft (..ständige dimensionale Erweiterung als Sprung ins Sein..)

Da wäre sogar das Element des 'Fehlers' mit dabei, der doch auch immer gerne als Auslöser erwähnt wird.
Da haben wir den Salat!

Hermes
29.11.07, 00:13
Strings, wie ich sie verstehe, machen Viele-Welten überflüssig.

...aber wer versteht das schon?

Ziemlich selbstbezüglich.:rolleyes:
Aber Selbstbezüglichkeit steckt in vielen großen Rätseln und Paradoxien.
Wird schon was dran sein.

richy
29.11.07, 00:39
Hi Hermes
Bei Heim sind es 12 Dimensionen. Und mehr gibt es nicht. Reicht ja auch :-)
Bereits auf einer Dimension finden unendlich viele Zahlenwerte ihren Platz.
Und fuer eine rein physikalische Betrachtung reichen sogar nur 6 oder 8 von diesen. Und tatsaechlich . Man koennte sagen diese sind in uns, denn alle Teilchen sind aus diesen, deren geometrischen Verformungen, aufgebaut.
Die Dimensionen sind aber zeitartig und deshalb koennen wir sie nicht wie den Raum erfassen. (Dort versuchen die Stringtheoretiker ihre Dimensionen unterzubringen.)
Insbesondere existieren Nulltensoren, die eine direkte energetische Wechseklwirkung mit anderen Werten der zusaetzlichen Dimensionen nicht zulassen. Fuer unsere Realitaet gilt immer (willkuerlich gewaehlt) x5=0.
Es ist im Prinzip ganz einfach zu verstehen.
Fuer deine Gegenwart=Realitaet gilt immer (willkuerlich t=0)
Ok natuerlich geht in unsere Gegenwart immer die Vergangenheit etwas mit ein. Anscheinend wie auch immer etwas "Paralellitaet" mit eingeht.
Aber eines ist klar.
Du kannst zum Zeitpunkt t=0 nicht sagen. Ok ich huepfe jetzt beliebig in die Vergangenheit nach t=-100 oder die Zukunft t=100.
Und genausowenig kannst du auch nicht beliebig in eine Paralellwelt huepfen.

Aber du bist es gewohnt nach oben/unten, links/rechts, hinten/vorne zu huepfen.
Durch die Zeit scheinen wir aber unaufhaltsam zu reisen. Nach vorne.
Nimm nun einfach an es gibt auch ein zeitliches links und rechts.
Das erreichen wir durch Entscheidungen. Bewusste oder physikalische Vorgaenge von ausserhalb. Das erfordert, dass die Zeit voranschreitet.
Zeit und x5,6 sind somit miteinander Verknuepft. x5,6 die Entropie.

Wie bei einem Auto. Indem du den Lenker einschlaegst parkst du noch nicht ein. Du must eben auch losfahren.

BTW: Die Stringtheoritiker verstehen nach eigenen Angaben ihre Strings doch selber nicht.
Wie solltest du sie dann verstehen ? Vielleicht meinte es Jogi in der Form

Jogi
29.11.07, 09:56
Moin.



BTW: Die Stringtheoritiker verstehen nach eigenen Angaben ihre Strings doch selber nicht.
Wie solltest du sie dann verstehen ? Vielleicht meinte es Jogi in der Form

Ich glaub' nicht dass Hermes ein Problem damit hätte, "meine" Strings zu verstehen.

Aber verstehen und anerkennen sind zwei Paar Stiefel.

Vielleicht hier mal soviel:
Strings sehe ich als die physikalische Grundlage schlechthin.
In meiner Vorstellung brauchen sie nur den 3D-Raum und ihre (elementaren) Bewegungsimpulse (linear c und Rotation).
Daraus lässt sich alles ableiten.
Alle Teilchen, alle Felder, alle Wechselwirkungen.
Aber ich will hier nicht den Thread Offenes Stringmodell (http://www.quanten.de/forum/showthread.php5?t=80) ein zweites Mal eröffnen, wer will, kann ja dort nachlesen.


Gruß Jogi

Uli
29.11.07, 11:13
Hallo!



... und wenn Du damit sagen willst, das diese überhaupt nichts miteinander zu tun haben, dann irrst Du noch mehr:

Artikel: "Parallel-Universen", Autor: Max Tegmark (http://64020.forums.motigo.com/?action=messages_show&boardmessage_id=306319)

Sorry Gandalf; das ist doch Unsinn.
Everetts-Viele-Welten-Deutung betrifft nicht Physik sondern ihre Deutung/Interpretation: Everetts Viele-Welten sind prinzipiell unbeobachtbar. Das, was die Astronomen da entdeckt haben, ist aber offensichtlich beobachtbar. :)

Das Schlusswort zur Everettschen Interpretation aus einer Vorlesung von Prof. Dieter Suther trifft den Nagel auf den Kopf:

...
Der Messprozess hat aber auch in diesem Bild eine spezielle
Funktion: das System spaltet hier auf in voneinander unabhängige
Realisierungen, welche jeweils eines der möglichen Messresultate realisiert.
Auch der Beobachter wird dabei multipliziert, wobei jede Kopie nur einen Ausgang
der Messung beobachten kann, da er nicht mit den anderen Realisierungen (d.h. relativen
Zuständen) kommunizieren kann. Während Everett selbst diesen Aspekt relativ
knapp diskutiert wurde er von anderen umso detaillierter kommentiert. Die übliche
(und relativ plakative) Interpretation ist die, dass in dieser Interpretation bei jedem
Messprozess das Universum in so viele Kopien aufspaltet wie die Observable Eigenwerte
besitzt. Sie wird im angelsächsischen Sprachraum deshalb als "many-world interpretation"
bezeichnet.
Diese Interpretation ist wiederum konsistent und die Voraussagen stimmen mit den
experimentell beobachteten Resultaten überein. Gegenüber der Kopenhagener Interpretation,
die Everett als "externer Beobachter" Interpretation bezeichnet, hat sie den
großen Vorteil, dass sie kein ad-hoc Postulat zur Zustandsreduktion benötigt. Everett
zeigt außerdem, dass im Rahmen seiner Theorie auch imperfekte und approximative
Messungen konsistent diskutiert werden können. Sie verletzt allerdings ein philosophisches
Prinzip, nämlich Ockham's Regel (essentia non sunt multiplicanda praeter
necessitatem) auf die stärkste mögliche Art: zusätzlich zu einem beobachtbaren Universum
erfordert es eine enorm große Zahl von nicht beobachtbaren Universen.


aus
http://e3.physik.uni-dortmund.de/~suter/Vorlesung/Quantenmechanische_Paradoxa/4_Messungen.pdf

Tegmarks genanntes populärwissenschaftliches Papier ist nicht seriös.

Gruss, Uli

Hermes
29.11.07, 19:56
Hallo richy....

Teilchen sind aus diesen, deren geometrischen Verformungen, aufgebaut.
Die Dimensionen sind aber zeitartig und deshalb koennen wir sie nicht wie den Raum erfassen. (Dort versuchen die Stringtheoretiker ihre Dimensionen unterzubringen.)

Ich mache keinen prinzipiellen Unterschied zwischen den Raum- und unserer bekannten Zeitdimension und allen anderen möglichen zusätzlichen Dimensionen...Zeit nehmen nur wir speziell war, im Prinzip ist für mich Zeit und jede andere Dimension in Metern meßbar.
Eine Dimension ist nach meinem Begriff einfach eine Ausdehnung in eine bestimmte Richtung aus dem Nichts.
Wie wir da drin hängen und das ganze wahrnehmen ist eine andere Sache..

Jogi,
ich weiß keine Details von den Stringtheorien, aber prinzipiell werden die Teilchen als Strings angesehen, und in was für Richtungen im Raum sollen die sich denn ausdehnen ohne zusätzliche Dimension. Auch nur zeitlich gesehen sind unsere Teilchen 'schlauchähnlich'.

Erinnere mich gelesen zu haben, daß viele dieser 'Stringtheorien' im Grunde längst 'Flächentheorien' bzw Membrantheorien heißen müßten, da mit viel mehr als nur einer weiteren Dimension gearbeitet wird.

Ich habe den Eindruck, die 'Dinge' mit denen die Stringtheorien rechnen, sind weit über die Viele-Welten hinaus und diese nur eine Grundannahme...
Was aber nicht gerne akzeptiert werden will, lieber erst mal weiterrechnen weit über den Bereich heraus den man sich schon nicht mehr vorstellen mag..
Man drückt sich vor der Interpretation.

Nichts ist einfach nur abstrakt und folgt nun eben mal den gefundenen Gesetzmäßigkeiten, sondern diese Gesetzmäßigkeiten beschreiben auch tatsächlich etwas. Etwas das physikalisch da ist, und nicht wie bei der Kopenhagener Deutung, wo die mathematische "Wahrscheinlichkeitswelle" wie von Geisterhand direkt irgendwie plötzlich selbst auf die physikalische Welt einwirken soll...D a s ist Unsinn!



Tegmarks genanntes populärwissenschaftliches Papier ist nicht seriös.
Gruss, Uli

Uli, was sollen wir nur tun wenn das Universum nicht seriös ist...;)

richy
29.11.07, 22:45
Hi Hermes
Also ich sehe schon einen Unterschied zwischen raeumlicher und zeitlicher Dimension.
Man sieht dies auch am Minkowskiraum, in der die Zeit ein imaginaeres Vorzeichen traegt. Die Profis hier werden jetzt sagen, dass diese Schreibweise veraltet ist. Aber um zeitliche und rauemliche Dimensionen auf einen Blick abzugerenzen finde ich das imaginaere Vorzeichen recht anschaulich.
Fuege ich eine raumliche zusaetzliche Dimension hinzu muesste das Gravitationsgesetz proportional 1/r^3 sein. Schon daher muss ich die Dimensionen wie in der Stringtheorie verstecken.
So genial ist die Idee aber nun auch nicht den zusaetzlichen Dinemsionen ein imaginaeres Vorzeichen hinzuzufuegen. Sie als zeitartig aufzufassen.
Kann jemand sagen welche Schwierigkeit sich damit ergibt ?

Gandalf
29.11.07, 23:34
Hallo Uli!
Sorry Gandalf; das ist doch Unsinn.
Everetts-Viele-Welten-Deutung betrifft nicht Physik sondern ihre Deutung/Interpretation: Everetts Viele-Welten sind prinzipiell unbeobachtbar.

(Begründung von Uli(Suther)) Diese Interpretation ist wiederum konsistent und die Voraussagen stimmen mit den experimentell beobachteten Resultaten überein.
...!? Diesen "gespielten Witz" trifft man häufig - hat tatsächlich viel Ähnlichkeit mit dem Aphorismus, von Wittgenstein in diesem Thread (http://www.quanten.de/forum/showthread.php5?t=420&page=3);)
Ich weis nicht wer das aufgebracht hat, das die VWT von 'völlig getrennten, unbeobachtbaren' Universen ausgeht, - scheint eine dieser "urbanen Legenden" zu sein, die auch- oder gerade seltsamerweise in Physikforen in Umlauf und nicht totzukriegen sind. (..oder meintest Du mit "unbeobachtbar" etwa "un_sichtbar") :confused:

Sowas zeigt mir immer nur wieder,das es nicht an 'harten physikalsichen Fakten' liegt, wieso die VWT oft spontan abgelehnt wird, sondern an 'hausgemachten (falschen) Vorstellungen über..."

Wo man tatsächlich diskutieren kann ist nämlich das: (was allerdings wiederum oftmals genauso nicht erkannt wird)
Sie verletzt allerdings ein philosophisches
Prinzip, nämlich Ockham's Regel (essentia non sunt multiplicanda praeter
necessitatem) auf die stärkste mögliche Art: zusätzlich zu einem beobachtbaren Universum erfordert es eine enorm große Zahl von nicht beobachtbaren Universen.
aber auch hier merkte dieser Herr Suther offensichtlich nicht, das er sich selbst unmittelbar widerspricht:
Gegenüber der Kopenhagener Interpretation,
die Everett als "externer Beobachter" Interpretation bezeichnet, hat sie den
großen Vorteil, dass sie kein ad-hoc Postulat zur Zustandsreduktion benötigt
- ja, was denn nu? Wer bewertet denn hier warum was am 'stärkst möglichen' gegen Occams Messer verstösst?
Bei Wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/Viele-Welten-Interpretation)kann man ja durchaus auch anderes lesen: Mathematisch und physikalisch ist die Viele-Welten-Interpretation einfacher als die Kopenhagener Interpretation. Der Vorgang des Messens oder Beobachtens hat keinen Sonderstatus, ...

In der Physik scheint also sehr viel vom persönlichen Geschmack und der Voreingenommenheit abzuhängen. Daher bilde ich mir doch weiterhin selber ein Urteil und entscheide dann - begründet! (und werde mir nicht nehmen lassen unbegründete Behauptungen zu hinterfragen)

zusätzlich zu einem beobachtbaren Universum
erfordert es eine enorm große Zahl von nicht beobachtbaren Universen.
Um Gottes willen! Warum hat man wohl bei der Beobachtung des Firmamentes, die Anzahl der Sonnenmassen (man beachte: es wird davon ausgegangen,das es auch in unserem Universum sehr sehr viele von uns prinzipiell unbeobachtbare Sonnenmassen gibt) in's nahezu unendliche gesteigert und ist nicht dabei geblieben, das es "Leuchtpunkte auf einer Kristallschale" sind? - Würde doch einiges an unnötigen Annahmen sparen - oder?

lol

Tegmarks genanntes populärwissenschaftliches Papier ist nicht seriös.

Was ist denn daran 'nicht seriös' und was ist in einem 'Grenzbereich unseres Wissens' seriös?

Grüße

Uli
30.11.07, 16:25
Hallo Uli!



...!? Diesen "gespielten Witz" trifft man häufig - hat tatsächlich viel Ähnlichkeit mit dem Aphorismus, von Wittgenstein in diesem Thread (http://www.quanten.de/forum/showthread.php5?t=420&page=3);)
Ich weis nicht wer das aufgebracht hat, das die VWT von 'völlig getrennten, unbeobachtbaren' Universen ausgeht, - scheint eine dieser "urbanen Legenden" zu sein, die auch- oder gerade seltsamerweise in Physikforen in Umlauf und nicht totzukriegen sind.
...
Grüße

Der "gespielte Witz" ist kein Widerspruch. Gemeint ist m.E. mit


Diese Interpretation ist wiederum konsistent und die Voraussagen stimmen mit den experimentell beobachteten Resultaten überein.


dass Everetts Interpretation alle Vorhersagen der Quantenmechanik inklusive Verletzung der Bellschen Ungleichungen etc. korrekt "implementiert".
Sie enthält jedoch auch andererseits eine metaphysikalische Komponente: die nicht miteinander wechselwirkenden und mit jeder Quantenentscheidung neu entstehenden Universen. Und was nicht wechselwirkt, das ist nicht nachweisbar.

Diese Interpretation ist nach meinem Verständnis eine Alternative zur Kopenhagener Deutung, die ebenfalls die Vorhersagen der Quantenmechanik korrekt "implementiert". Kopenhagen hat ebenfalls eine metaphysikalische Komponente: die nichtlokale Reduktion der Zustandsfunktion aufgrund einer Messung ("Kollaps").

Mein Kenntnisstand ist, dass diese beiden Interpretationen in ihrem physikalischen Inhalt völlig äquivalent sind. Die Unterschiede sind auf Interpretationsebene und nicht in Vorhersagen für Experimente. Kein Experiment kann zwischen beiden Deutungen unterscheiden.

So habe ich es zumindest vor langer Zeit mal gelernt. :)

Was Everetts Deutung mit vereinheitlichten Theorien zu tun haben soll, bleibt mir leider verborgen.

Gruss, Uli

Gandalf
30.11.07, 22:35
Hallo Uli!

Mein Kenntnisstand ist, dass diese beiden Interpretationen in ihrem physikalischen Inhalt völlig äquivalent sind. Die Unterschiede sind auf Interpretationsebene und nicht in Vorhersagen für Experimente. Kein Experiment kann zwischen beiden Deutungen unterscheiden.

So habe ich es zumindest vor langer Zeit mal gelernt.
Ich denke es stimmt immer noch ;) (Und im Prinzip bin ich ja auch mit Dir hier einig)

Sie enthält jedoch auch andererseits eine metaphysikalische Komponente: die nicht miteinander wechselwirkenden und mit jeder Quantenentscheidung neu entstehenden Universen. Und was nicht wechselwirkt, das ist nicht nachweisbar.
Aber genau diese -selbstbezügliche Annahme- (da diese "zusätzlichen Universen" metaphysisch sind, können sie nicht mit 'unserem' physikalisch wechselwirken) kritisiere ich: Beispiel am Doppelspalt, - oder vielleicht mal ein anderes Beispiel (bitte beachte die Annahmen, - sie sind genau so entscheidend, wie bei Wittgensteins Aphorismus mit der sich drehenden Erde um die Sonne): am Mach-Zehnder-Interferometer wechselwirkt beispielsweise ein 'einzelnes Elektron' mit etwas "schattenhaftem", was 'genau die gleichen Eigenschaften' zu haben scheint wie das " für uns sichtbare" Elektron selbst. (im Zweifelsfall können wir entlang der Wege Detektoren aufstellen, - wir werden trotzdem immer nur die Eigenschaft eines Elektrones messen)

Da jedoch ein Elektron (wie jedes andere Quant) ausschließlich über seine 'physikalischen Eigenschaften bestimmt' ist und physikalisches nur mit physikalischem wechselwirken kann: mit welcher Begründung weist man der Wechselwirkung mit (für uns) schattenhaften, aber physikalisch vorhandenen Elektronen (und den dahinter stehenden Universen) eine meta-physikalischen Charakter zu?

(Führende Vielweltler, wie z.B. David Deutsch führen die Stabilität von Elementarteilchen (wie z.B. Atomen) direkt auf 'starke Interferenzen' zwischen allen beteiligten Universen zurück. Nur dadurch ist gewährleistet, das ein Elektron hier bei uns die gleichen Eigenschaften hat wie am anderen Ende der Galaxie.)


Kopenhagen hat ebenfalls eine metaphysikalische Komponente: die nichtlokale Reduktion der Zustandsfunktion aufgrund einer Messung ("Kollaps").
... ich würde sagen: unter der gerade genannten Prämisse das physikalisches nur mit physikalischem wechselwirken kann, ist nicht nur "eine Komponente metaphysikalisch", sondern "das Ganze kultiviert ausgedrückter Unsinn": Eine Funktion kann niemals "zusammenbrechen"

Was Everetts Deutung mit vereinheitlichten Theorien zu tun haben soll, bleibt mir leider verborgen.

Wie Du selber sagtest: Das eine ist eine Theorie, das andere eine Interpretation. Jedoch beide Interpretationen von Beobachtungen, die Multiversen implizieren (die Astrophysikalischen, als auch die direkten Quantenphysikalischen) basieren auf den gleichen Theorien und ob das eine nun in dieser Dimension von uns getrennt ist (und trotzdem schwach mit uns wechselwirkt - siehe Threadüberschrift) und das andere in jener Dimension bei starker Ähnlichkeit der Universen mit uns am Doppelspalt ('vor Ort sichtbar') wechselwirkt, - spielt letztlich keine große Rolle. Für meine Begriffe ist letztendlich 'alles Eins'.

Viele Grüße

rene
30.11.07, 23:48
Wenn das Multiversum als Zustandsraum aller denkbaren Ereignisse immateriell und nicht-lokal sei sowie alle Eigenwerte darin abbildet und als Messwert (kollabierte Wellenfunktion nach der Kopenhagener Deutung) in unser physisches Universum projiziert, dann hätte man schon was ähnliches wie ein ungefähres Bild, das sowohl die VWT als auch die KD unter einen Hut bringt.

Grüsse, rene

Gandalf
01.12.07, 00:57
Hallo rene!

... vielleicht könnte man das ganze unter dem Begriff 'Hologramm' zusammenfassen? Da ist doch noch die Sache mit dem 'holgrafischen Prinzip' (http://de.wikipedia.org/wiki/Holografisches_Prinzip) das auf wiki für meine Begriffe ziemlich akademisch beschrieben wird und es allein zur - praktischen "Berechnung der Viskosität eines Quark-Gluonen-Plasmas" dienen soll

Ich weis nicht ob man dann zuviel auf einmal zusammenbringen versucht, aber irgendwie passt das dann doch in mehrfacher Hinsicht dazu. (nicht nur zu den Multiversen der QT sondern auch zu denen der Astrophysik)

Schönen Abend noch ;)

richy
01.12.07, 01:04
Hi
"Wer meint die Quantenmechanik verstanden zu haben ...."
Der Satz zeigt doch deutlich dass wir hier auf Phaenomene stossen, die fuer uns nicht verstaendlich sind. Nicht mit klassischer Physik erklaerbar.
VWT und KD sind am Experiment gemessen gleichwertige Interpretationen.
Es gilt etwas zu interpretieren, dass eigentlich nicht erfassbar ist.
Meiner Meinung liegt der Unterschied aller Interpretation darin wohin ich diesen nicht erfassbaren Punkt setze. In der Bohmschen Mechanik und KD wird er in unseren erfahrbaren Raum gesetzt. In der VWT liegt er ausserhalb.
Wenn in der VWT die Paralelluniversen metaphysik sind, dann ist es in der KD eben die Existenz einer physikalischen Wahrscheinlichkeitswelle.

Den Zusammenhang zu einer TOE sehe ich darin, dass diese zusaetzlich Dimensionen benoetigen und das spricht doch eher fuer eine VWT.
Nicht zu vergessen ist auch die Feinabstimmung der Naturkonstanten.
Ohne VWT und antrophisches Prinzip waere Gott so gut wie bewiesen.
Ich meine so einfach kann man es sich aber nicht machen.
Wobei eine VWT aber auch nicht prinzipiell gegen einen Gott spricht.


Wenn das Multiversum als Zustandsraum aller denkbaren Ereignisse immateriell und nicht-lokal sei ...

Bedeutet nicht-lokal, dass es durch zusaetzlichen Dimensionen aufgespannt wird ?
"imateriell"
So kann es eben nicht sein ! Auch die Wahrscheinlichkeitswelle der KD muss physikalisch sein. Sie ist interferenzfaehig. Das ist ja das Dilemma.
Der Begriff materiell besser physikalisch muss hier neu definiert, erweitert werden.
Die Paralellwelten muessen zur physikalischen Welt gehoeren. Nur wir haben keinen Zugang zu ihnen. Nehme ich die Zukunft als Analogon ist das aber doch gar nicht so aussergewoehnlich.
Habe ich im Moment Zugang zum Universum in einem Jahr ?
Nein. Aber wuerde ich deshalb das Universum in einem Jahr als unphysikalische bezeichnen ?
Es ist noch nicht realisiert. Aber wenn es realisiert ist, ist es physikalisch.
So ist physikalisch auch in einer VWT zu verstehen. In dem Vergleich gibt es im Gegensatz dazu bei der KD die Realitaet. Im analogon nur die Gegenwart.
Das halte ich fuer einen entscheidenden Nachteil.
Vielleicht noch besser :
Ich kann auch nicht zurueck in die Vergangenheit. Aber diese traegt dennoch zu meiner Ralitaet bei. Sinnesorgane integrieren ueber die Zeit.

Wir koennen nur einen Ausschnitt der ganzen Realitaet wahrnehmen.
Was ist mit dem Rest ? Den koennte man als ein Osterei bezeichnen, das eigentlich keiner so gerne haben moechte. In allen Ansaetzen einer TOE wird es notwendig sein das Osterei irgendwie zu verstecken.
Die Frage ist. Welcher Ort ist am sinnvollsten ?
Verstecke ich ein Osterei indem ich es einfach wegzaubere wie in der KD oder Bohmschen Mechanik ?
Oder lege ich es doch lieber hinter ein Hindernis wie in der VWT ?

pauli
01.12.07, 01:21
Wobei eine VWT aber auch nicht prinzipiell gegen einen Gott spricht.
na ja, er müsste viel mehr Engel verfügbar haben :eek:

richy
01.12.07, 01:42
oder seine Engel sind hoeherdimensionale Wesen :rolleyes:

Marco Polo
01.12.07, 05:38
Habe ich im Moment Zugang zum Universum in einem Jahr ?
Nein. Aber wuerde ich deshalb das Universum in einem Jahr als unphysikalische bezeichnen ?
Es ist noch nicht realisiert. Aber wenn es realisiert ist, ist es physikalisch.
So ist physikalisch auch in einer VWT zu verstehen.

Der Hammer. Ich glaube nicht, dass das schon mal jemand treffender formuliert hat.

Ich gebe aber zu bedenken, dass alleine durch die SRT dieser Zugang eigentlich schon besteht.

Wir wissen ja, dass räumliche und zeitliche Entfernungen in verschiedenen Bezugssystemen unterschiedlich ausfallen.

Wenn wir aber jetzt vierdimensional vorgehen, dann kommen wir unweigerlich zu der Erkenntnis, dass Raumzeitintervalle allen Beobachtern gleich erscheinen.

Raumzeit-Intervalle sind eine Invariante der Lorentz-Transformation.

Deswegen ist das Universum in einem Jahr imho sogar jetzt schon physikalisch. Aus Raumzeitsicht eben.

Grüssle,

Marco Polo

rene
01.12.07, 07:16
Wenn das Multiversum als Zustandsraum aller denkbaren Ereignisse immateriell und nicht-lokal sei ...
Bedeutet nicht-lokal, dass es durch zusaetzlichen Dimensionen aufgespannt wird ?
"imateriell"
So kann es eben nicht sein ! Auch die Wahrscheinlichkeitswelle der KD muss physikalisch sein. Sie ist interferenzfaehig. Das ist ja das Dilemma.

Ist das nicht ein bissele kokett? Ich schreibe einen einzigen Satz, und du zitierst ihn nicht mal in voller Länge, brichst nach einem Viertel ab, schreibst richtigerweise dass sehr wohl ein materielles Universum hierfür möglich sein müsse was ich ja in der weiteren Fortsetzung meines Satzes dann ebenfalls erwähne.

Vollständiges Zitat:

Wenn das Multiversum als Zustandsraum aller denkbaren Ereignisse immateriell und nicht-lokal sei sowie alle Eigenwerte darin abbildet und als Messwert (kollabierte Wellenfunktion nach der Kopenhagener Deutung) in unser physisches Universum projiziert, dann hätte man schon was ähnliches wie ein ungefähres Bild, das sowohl die VWT als auch die KD unter einen Hut bringt.



Grüsse, rene

richy
01.12.07, 11:47
Hi
@Marco
Ja die RT stellt hier eine Art realtive Breucke dar fuer Gegenwart und Zukunft dar. Aber du kannst auch nicht spontan auf c0 beschleunigen. Und ueber c0 wuerde die Zeit (theoretisch) ruckewaerts laufen. Man wuerde in einem Parallelunivesum landen. Ansonsten waere das Opa Paradoxon auch nicht aufloesbar.
Mein Zwillingsbruder ist Astronaut. Er ist letzte Woche mit c0 /2 hier weggeduest.
Im Moment kehrt er gerade (fuer mich in einem Jahr) zurueck zum Startpunkt.
Er lebt gerade in einer Welt die fuer mich nicht erst in einem Jahr erreichbar ist.
Physikalische Realitaet scheint also relativ zu sein.
Was zeigt das Beispiel noch ? Die angenommenen Parallelwelten sind mitgereist. Sie muessen daher physikalisch sein.

Zum Einfluss der Vergangenheit will ich noch ausfuehrlicher schreiben. Das erscheint mir bei dem Analogon auch sehr interessant. Im Zusammenhang dass die Parallelwelten interferieren.

@rene
Entschuldigung. Ich habe deinen Satz gekuerzt um zu verdeutlichen was mir wichtig erscheint. Mit drei Punkte gekennzeichnet, dass dein Satz weiter geht. Haette ich besser machen sollen. (Fett markieren)
Mir scheint das Wort materiell, physikalisch, der springende Punkt bei der ganzen Problematik. Dieses Problem tritt bei allen Interpretationen auf.
Sorry ich habe nicht verstanden dass du im weiteren dies dann auch ausgedrueckt hast.
Dein Satz ist ja auch keineswegs einfach.
Die Physikalisierung tritt also bei der Projektion auf ?
Wenn ich es mir weiter ueberlege sind VWT und KD tatsaechlich fast ein und das selbe.
Muss ja auch so sein.
Die KD faengt bei der Wahrscheinlichkeitswelle an.
Die VWT fraegt eben noch weiter. Wie kommt diese zustande.

Eyk van Bommel
01.12.07, 13:38
Hi richy,
Und ueber c0 wuerde die Zeit (theoretisch) ruckewaerts laufen. Man wuerde in einem Parallelunivesum landen.
Zeitreisen gibt es nicht! Auch nicht in der RT! Zeige mir ein Beispiel, in der man zeigen kann, dass man in der Zeit "reisen" könnte!
Wer glaubt in der Zeit reisen zu können, der verwechselt das Ereignis selbst mit dessen Informationsausbreitung!
Das Opa Paradoxon gibt es nicht!
Gruß
EVB

La.Hans
01.01.08, 23:50
Etwas weniger abgehoben vielleicht auch ein anderes Beispiel:

Ein Computerprogramm(bestandteil) daß abstürzt, anstatt sich selbst zu beenden (..nicht zu existieren..), in eine Schleife gerät und so immer weiter läuft (..ständige dimensionale Erweiterung als Sprung ins Sein..)

Da wäre sogar das Element des 'Fehlers' mit dabei, der doch auch immer gerne als Auslöser erwähnt wird.
Da haben wir den Salat!
Physik ist die wahre Logik, Bio die reale Logik der Vernunft.
Die Suche nach dem Was Wo Wie folgt den Spuren von Wenn und Dann.
Immer zwei Prämissen ergeben ohne Kompromisse eine Konsequenz als
einzig möglichen wahren Zustand eines Ist. Jeder Mensch benutzt alles
Wissen als Kondensator oder Energiespeicher für die logischen Impulse
seiner Vernunft UND seiner Taten. Das sollte wissenschaftlich als Beweis
des Energiegehalts der Vernunft genug sein. Wissen ist Macht der Energie.
Der kategorische Imperativ ist die memetische Einheit dualer Funktionen in
Kategorien der Formen aus Prämissen UND Konsequenzen ODER NICHT.
Der kategorische Imperativ wird so zur Inkarnation der Logik durch Vernunft.
Die Logik der Vernunft beweist sich selbt durch ihre reale Wirkung. Mit den
Facetten formaler Zustände aus Prämissen und Konsequenzen von UND
ODER NICHT gestaltet sie alle ihr möglichen realen Formen und Zustände
als Turingmaschine universal vom kleinsten Quantum bis nichts mehr geht.

seberta
03.01.08, 10:52
Lieber La. Hans!

Dein Beitrag ist aus philosophischer Perspektive ziemlich "starker Tobak".
(Macht aber nix!)
Ich hoffe, dass Dir bewusst ist, was Du mit Begriffen wie "wahre Logik", "reale Logik der Vernunft", "Wissen", "Macht der Energie", "kategorischer Imperativ" und "memetische Einheit" meinst.
Natürlich können wir gerne darüber diskutieren, wenn Du noch mehr Erläuterungen formulierst.
An dieser Stelle nur soviel:
In der LOGIK als einer von 4 philosophischen Grunddisziplinen der PHILOSOPHIE
werden mindestens die folgenden Varianten diskutiert:
1. Klassische/formale/zweiwertige Logik (Aristoteles u.a.)
2. Dialektische Logik (Hegel u.a.)
3. Hermeneutische Logik (T. Lipps u.a.)
4. Logistik (mathematisch formalisierte Logik)
5. Zeitliche Logik (Carl Friedrich von Weizsäcker)

Dein "UND"/"ODER NICHT" mag innerhalb der Turingmaschine o.ä. Kontexten ausreichend sein - ich kann allerdings noch nicht erkennen, was das mit
"Wahrheit", "Vernunft" und dem "kategorischen Imperativ"
(= Begriff von
I. KANT im Kontext seiner "Kritik der praktischen Vernunft"!!!) zu tun hat.

Gandalf
05.06.08, 21:47
@Hermes
Gandalf hatte mal einen Thread um einen Bericht gestartet, bei dem es um eine gigantische völlig sternenleere Region des Alls ging, die sich irgendwie darauf zurückführen lassen soll.

Das ist (leider - oder zur Zeit - oder wie auch immer) etwas überholt:

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/291405.html

15.05.2008 - Astronomie
Nichts dran am Nichts

Neue Analyse zeigt: Vermeintliches Loch im Universum ist nur ein statistisches Artefakt

Das Universum hat doch kein Loch: Der Hohlraum mit einem Durchmesser von einer Milliarde Lichtjahren, dessen Entdeckung amerikanische Astronomen im August 2007 vermeldeten, existiert wahrscheinlich gar nicht. Ein anderes Forscherteam hat die vorhandenen Daten neu analysiert und dabei keinen leeren Raum gefunden, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Gandalf
12.09.08, 20:49
..wieder mal Nachrichten aus dem (vom) anderen Universum:

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/hintergrund/295068.html?page=0

Denn dann wären diese verschiedenen Universen von Anfang an miteinander verbunden gewesen – und zwar durch eine Quantenverschränkung, die Albert Einstein schon beschrieben und "spukhafte Fernwirkung" genannt hatte. "Ein solcher verschränkter Zustand bleibt für immer bestehen", erläutert Laura Mersini-Houghton. Das gilt auch dann, wenn sich die einzelnen Universen weit voneinander entfernt haben. "Obwohl die Inflation" – also die extreme Aufblähung des Universums direkt nach dem Urknall – "unsere Region rasch aus der Reichweite der anderen Universen katapultierte, sollten diese noch immer in Quantenbeziehungen zu unserem stehen".

Dort, wo eine solche Beziehung zu einem Nachbaruniversum besteht, wirkt eine der Gravitation entgegengesetzte Kraft auf unser Universum – so, als würde das Paralleluniversum an unserem Universum ziehen und damit die Galaxienbildung unterdrücken. Die Folge: ein riesiges Loch. Tatsächlich sollte es sogar noch ein zweites Superloch am nördlichen Himmel geben, hat Mersini-Houghton errechnet. Sollte sie es tatsächlich finden und sollte Lawrence Rudnick zudem seine Entdeckung bestätigen können, stünde die Astronomie und wohl auch die ganze Menschheit vor einer Sensation: der ersten Spur eines fremden Universums.

Uranor
13.09.08, 00:49
Immerhin, man überlegt nicht mehr ausschließlich auf Schöpfkellenbasis. Die Folge aus Paarbildung muss für uns wie singular erscheinen. Wieso also nicht?...

... Wie hoch wäre indes die Wahrscheinlichkeit, dass an einem Ort die doppelte kosmische Energie zusamenkam? Ich bleibe bei der fraktalen Möglichkeit. Sie erscheint mir um die Energiegrößenordnung zweier Kosmen wahrscheinlicher zu sein.

Gruß Uranor

Lambert
13.09.08, 10:29
Hi richy,

Zeitreisen gibt es nicht! Auch nicht in der RT! Zeige mir ein Beispiel, in der man zeigen kann, dass man in der Zeit "reisen" könnte!
Wer glaubt in der Zeit reisen zu können, der verwechselt das Ereignis selbst mit dessen Informationsausbreitung!
Das Opa Paradoxon gibt es nicht!
Gruß
EVB

Gödel hat darauf hingewiesen, dass die Lorentzgleichungen "negative Zeitverlauf" zulassen würden. Gödel hat die SRT deswegen kritisiert. Lese z.B. "Gödel. Einstein und die Folgen", Verlag Beck.

Wenn Heisenberg, Gödel und Einstein sich wirklich kritisch aber konstruktiv mit einander auseinandergesetzt hätten, wären sie auf die Vereinheitlichung nach sqt gekommen. Diese drei besaßen alle Kenntnis, die für die Vereinheitlichung notwendig ist.

Gruß,
Lambert

PS. nein, Zeitreisen gibt es nicht. Sowohl das Phänomen Zeit wie auch die Gravitation werden immer noch völlig falsch theoretisiert.

Gandalf
13.09.08, 13:08
Hallo Lambert!

Gödel hat darauf hingewiesen, dass die Lorentzgleichungen "negative Zeitverlauf" zulassen würden. Gödel hat die SRT deswegen kritisiert. Lese z.B. "Gödel. Einstein und die Folgen", Verlag Beck.

Ich kenne das Buch, kann mich aber nicht erinnern, das Gödel (in dieser Biografie) die SRT "kritisiert" hätte. So weit ich weis, war es Gödel wichtig gegenüber Einstein nachzuweisen, das es 'keine Zeit' gibt. (Was dieser dann demnach akzeptieren musste)

Aber damit es nicht wieder vollst. OT wird: Zeitreisen sind für mich nur dann widerspruchsfrei vorstellbar, wenn man bei der Zeitreise in einem 'Paralleluniversum' (der QT) landet. Was auf den ersten Blick mit den 'Nachbaruniversen' der Kosmologen, - worüber hier diskutiert wird, - wenig zu tun hat (-... auf den zweiten Blick aber vielleicht schon...)

Uranor
13.09.08, 16:37
Gödel hat darauf hingewiesen, dass die Lorentzgleichungen "negative Zeitverlauf" zulassen würden. Gödel hat die SRT deswegen kritisiert. Lese z.B. "Gödel. Einstein und die Folgen", Verlag Beck.
Die Kritik-Behauptung resultiert rein auf der Wunschdenkeninterpretation des Postautors.

Wenn Heisenberg, Gödel und Einstein sich wirklich kritisch aber konstruktiv mit einander auseinandergesetzt hätten, wären sie auf die Vereinheitlichung nach sqt gekommen. Diese drei besaßen alle Kenntnis, die für die Vereinheitlichung notwendig ist.

Da ist sie wieder, die versuchte Volksverblödung. Vor allem die Meister seien doch ach so unfähig gewesen. Ausgerechnet zusammenhangloses Gefasel soll die Allheilskraft unter die Menschheit stäuben.

Absolut hohlmagig untermauerungsfrei und rein auf leeres Dogma zielend mag ich sowas nicht mal im Kritikforum lesen. Lambert, ich betrachte dein Vorgehen als groben Unfug und bitte dich, derartiges "Geschmärsel" aus der soliden quanten.de Umgebung fernzuhalten. Verschone Physikinteressierte bitte mit solchem Zeugs.

Gruß Uranor

me-$-on
15.09.08, 11:42
sowas Blödes!
Wirklich...
...
da kann man auch schreiben:

"Hellster Punkt im Weltall gefunden"
- Vermeintliche Forscher haben vermutlicherweise ein unltrkaltes, sehr helles
Flutlicht aus einem Fussballfeld eines vermeintlichen Planete einer vermutlich außerirdischen Rasse eine gefunden.
Noch lassen Spektralanalysen keinen fundierteb Schluss zu, jedoch sagte ein Pressesprecher des Institutes:" Wir haben vermutlich vermeintliche Hinweise auf ein vermutetes ausserirdisches Flutlicht eines Fussballfeldes gefunden, Näheres muss nun noch untersucgt werden, doch dafür benötigen wir Etat.
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Echt, dieser "Ablenkungstrick" wirkt immer, mich interessiert nur, von welcher weltbewegenden Tatsache dieser Wieder ablenken müsste.
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