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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Programm begeistert Experten mit pseudowissenschaftlichem Nonsens


Hermes
26.12.08, 19:45
Das von einem Computerprogramm entwickelte pseudowissenschaftliche Nonsens-Papier "Towards the Simulation of E-commerce" beeindruckte Fachleute derart, daß sie dem vermeintlichen Autor kuzerhand die Leitung des Arbeitsstrangs "Distributed and Parallel Computing & Embedded Programming" bei der "International Conference on Computer Science and Software Engineering 2008" Mitte Dezember im chinesischen Wuhan übertrugen:

http://www.heise.de/newsticker/Dr-Herbert-Schlangemann-oder-die-Geschichte-eines-pseudowissenschaftlichen-Nonsens-Papiers--/meldung/120927

A-ha-haaa-haaaaaaa-haaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!:D

Entwickelt worden war das Programm einst von Mitarbeitern des Massachusetts Institute of Technology (MIT), um wissenschaftliche Veranstaltungen mit sehr niedrigem Standard zu outen.

.............:rolleyes:
Ne, lustig ist das eigentlich nicht. Finde es eher beängstigend, was schon möglich ist....:eek:
Möchte jemand spekulieren, wie Politikerreden entstehen (könnten, zukünftig)? Deren Gefasel wäre sicherlich noch leichter zu imitieren..
Wir bewegen uns mit Riesenschritten in eine kalte Science Fiction. "Künstliche Intelligenz"-Bastler wirds freuen.
Die Bots.....sind sie unter uns?!

Unheimlich, findet
Hermes

Lorenzy
26.12.08, 19:59
Das errinnert mich an den "futurologischen Kongress" von Stanisław Lem.

Würde mich nicht wundern, wenn die ein oder andere Theorie hier im Forum auch mit diesem Programm erstellt wurde.:D

Hermes
27.12.08, 21:15
Das errinnert mich an den "futurologischen Kongress" von Stanisław Lem.


Hast Du das ganze Buch gelesen? Es gibt auch das erste Kapitel als eine Art Kurzgeschichte in Sf-Sammelbänden. So lange her daß ich das gelesen habe, weiß gar nicht mehr genau wie der ganze Roman läuft..
Nur eben dieses erste Kapitel, so ungefähr. Und 'die Welt' heute hat bereits einiges mehr oder weniger realisiert, was damals nur groteske Überspitzung war...Anstelle der Drogen die die Bevölkerung im Roman erhält sind die Medien getreten.

Zum eigentlichen Thema ist mir mittlerweile der Gedanke gekommen ob es sich nicht auch um eine Art Promotion-Gag gehandelt haben könnte?! Eine interessante Geschichte für die Medien..?!
Andererseits ist alles so komplex geworden daß man sich schon vorstellen kann daß sich Schwachsinn unbemerkt (niemand kennt sich mit allem aus...) bis in die vordersten Reihen durchmogelt.
Powerpoint ist ein ganz wunderbares Werkzeug um den größten Müll noch mit bunten Bildern an den Mann/Frau zu bringen...

Lorenzy
27.12.08, 21:52
Hast Du das ganze Buch gelesen?

Nicht nur einmal.;) Es errinnerte mich auch stark an den Film Brazil, oder wars umgekehrt? Egal. Beide sind lesens bzw. sehenswert.

Powerpoint ist ein ganz wunderbares Werkzeug um den größten Müll noch mit bunten Bildern an den Mann/Frau zu bringen...

In der Tat. Vielleicht hat das aber auch etwas Positives an sich. Ich denke, die mediale Welt und der Journalismus werden durch solche Beispiele, in Zukunft immer mehr von ihrer Bedeutung resp. Glaubhaftigkeit verlieren. Andererseits kann das auch eine ungesunde, übertriebene Skepsis bei den Leuten verursachen. Wer alles in Frage stellt, wird sich früher oder später von seiner Paranoia leiten lassen und schlussendlich gar nichts mehr in Frage stellen. Die Skepsis wird der Angst weichen und das ist genau das, was den Verschwörungstheorien dieser Welt, Auftrieb verleiht.

Gandalf
28.12.08, 19:55
Hi!

Das ist ja im Prinzip nichts Neues. Vor Jahren hatten die Gebrüder Bogdanov (http://iri.ibl.fr/bn/pages/rb/sciwri/zwillingsparadox.html) für Schlagzeilen (In Fachzeitschriften) gesorgt. Ob es eine Persiflage oder ein bewusster Betrug war, lässt sich wahrscheinlich auch gar nicht mehr feststellen, weil einfach (zu) viel darüber geschrieben wurde und man nicht mehr zwischen authentischen Berichten und Legenden unterscheiden kann.
Zeitweise wurde sogar die gesamte theoretische Physik der Pseudowissenschaft verdächtigt. (http://science.orf.at/science/news/61527)

Ich halte es einfach so: Je mehr unverständige Fremdwörter (in wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind es meist lateinische Begriffe, - in anderen englische) angewandt werden, um Sachverhalte zu beschreiben, - um so mehr fühlt sich mein 'kritischer Verstand' herausgefordert, diese Begriffe zu hinterfragen. Ganz einfach auch darum, weil es viel mehr deutsche Wörter und Begriffe gibt (als z.B. lateinische), die viele Umstände einfach viel besser (auch durch viele Doppeldeutigkeiten: bildhaft und abstakt) beschreiben können. Deutsch ist eine sehr gute 'Beschreibungssprache', auf die ich viele Erfolge und Durchbrüche in den klassischen Naturwissenschaften (und im Maschinenbau) des letzten Jahrhunderts zurückführe.

Da hat auch "für Uneingeweihte" (für den der es anzuwenden weis) ganz praktische Nutzen, wenn ihm z.B. der "Pneumologe eine Angina attestiert". Die Bedrohlichkeit der Situation lässt sich allein dadurch etwas (er)lösen, wenn man weis, das Angina lediglich "Verengung". Oftmals reicht es dann schon "das Weite zu suchen" ;)


Grüße

richy
28.12.08, 23:13
Schwafel ist ein Programm mit selbem Ziel, dass man schon seit laengerer Zeit im www herunterladen kann :
http://www.hypermake.com/deutsch/n052.html
Allerdings wird das oben genannte Programm weitaus ausgefeilter sein.
Den Ausdruck "Protzgrad" finde ich recht gut :-)