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Gandalf
15.03.09, 20:51
Bezüglich der 'direkten' Nachweisbarkeit der "Vielen-Welten" in der QT scheint sich was zu tun:

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/hintergrund/301064.html?page=0

14.03.2009 - Physik
Warum Physikern der Quantenselbstmord vielleicht erspart bleibt

Ein Experiment könnte jetzt die Frage klären, ob es in Parallelwelten unzählige Kopien von uns selbst gibt

Bisher ist zwar noch kein Fall bekanntgeworden, bei dem ein Physiker im Dienste der Quantenphysik Selbstmord begangen hätte, aber man weiß nicht, wozu ein Wissenschaftler bereit wäre, um eine etwa fünfzig Jahre alte Frage zu klären: Sorgt das der Quantenphysik eigene Wahrscheinlichkeitsprinzip dafür, dass sich fortwährend neue Parallelwelten bilden, so dass jede Möglichkeit – sei sie noch so unwahrscheinlich – in mindestens einer Welt verwirklicht wird? Die abstrus anmutende Viele-Welten-Interpretation der Quantenphysik, die diese Frage bejaht, wird seit einigen Jahren wieder von einer zunehmenden Anzahl von Physikern vertreten. Einer der Befürworter dieser Theorie, Frank Tipler von der Tulane University in New Orleans, schlägt jetzt ein Experiment vor, dessen Ergebnis die Existenz der vielen Parallelwelten und vor allem der vielen Kopien von uns selbst bestätigen könnte.

..nun ich kenne ein paar - sagen wir mal "strange" Ansichten - von Frank Tipler,- aber das er ein Vielweltler ist, war mir neu.. Zumal mir der Versuchs- Ansatz vielversprechend erscheint. Folgerichtig stellt er seinen Vorschlag doch direkt auf die unterschiedliche Anzahl von Universen mit bestimmten Eigenschaften in "unserer unmittelbaren Umgebung des Multiversums" ab.

Tipler hat nun berechnet, dass die Existenz vieler Parallelwelten und vor allem die Existenz vieler Kopien des Experimentators den Verlauf des Experimentes beeinflusst. Die Standardversion der Quantenphysik, die von der Existenz von nur einer Welt ausgeht, macht lediglich eine Aussage über das "perfekte" Muster, das man erhält, wenn man unendlich viele Photonen durch die Spalte schickt. In der Praxis müssen es nicht wirklich "unendlich viele" sein, einfach nur "sehr viele" reichen in der Regel aus, um dieses Muster zu bilden.
So lange aber nur einige wenige Photonen die Spalte passiert haben, wird man nicht erwarten, dieses perfekte Muster vorzufinden. Der entscheidende Punkt ist nun: Die Standardtheorie macht keine Aussage darüber, wie schnell sich das tatsächliche Muster dem perfekten Muster annähert. Tipler hat nun gezeigt, dass bei Annahme der Existenz vieler Parallelwelten einschließlich vieler Kopien des Experimentators eine solche Aussage möglich und vor allem mit existierenden technischen Mitteln experimentell überprüfbar ist. Tipler beendet seine Veröffentlichung mit den euphorischen Worten: "Indem man zuschaut, wie das Muster sich aufbaut, beobachtet man tatsächlich die Aktivität seiner eigenen Kopien in den Parallelwelten – genauso wie der Sonnenuntergang die Drehung der Erde offenbart." Nun sind Tiplers Kollegen am Zug: Entweder sie finden einen Fehler in seinen Berechnungen und seiner Argumentation oder sie führen das Experiment durch.

Hermes
16.03.09, 17:52
Hallo Gandalf,

das wäre sehr interessant, wenn es wirklich zu Versuchen käme - aber vergiß nicht, daß das ein statistischer Hinweis auf ein Multiversum wäre...
Kein Problem für mich, aber Statistik ist Dir glaube ich als 'Beweis' doch sonst nicht genug, oder?

Schade, daß in dem Artikel nicht wirklich darauf eingegangen wird, warum ein Multiversum die Vorhersage ermöglicht, wann in etwa das perfekte Muster entsteht...Diese Berechnung in ihren Grundzügen bzw Darlegung des Prinzips wäre schon interessant!


"Indem man zuschaut, wie das Muster sich aufbaut, beobachtet man tatsächlich die Aktivität seiner eigenen Kopien in den Parallelwelten –

Hmm...Der Artikel hört leider dort auf, wo es interessant wird...Zumindest weiß man, was sämtliche Kopien der Parallelwelten gerade nicht gemacht haben.
Ich frage mich ob Tiplers (Gedanken)-experiment irgendwie mit einer sehr hohen Zahl an Versuchen bzw 'Photonendurchläufen' zu tun haben...

-Hermes

Marco Polo
16.03.09, 18:48
Also ich weiss nicht,

wenn ich mir vorstelle, dass in Parallelwelten, Myriaden von Kopien von mir rumlatschen, die z.Teil nur einen Tick anders sind und denen auch total verrückte Dinge passieren, dann wird mir ganz anders.

Sicher sind da dann genug Kopien von mir dabei, denen schon die peinlichsten Sachen passiert sind. Oh je.

Ich ärmster laufe dann in zig Parallelwelten mit nem 1cm Schniedel rum. O.k., dafür in anderen Parallelwelten mit nem Gehänge wie ein Shetlandpony. Das gleicht das dann wieder aus, würde ich sagen.

In einigen Parallelwelten würde ich jetzt anstelle von Josef Fritzl als Monster von Amstetten auf der Anklagebank sitzen.

Mir ist das mit den Parallelwelten zu bizarr.

Gruss, Marco Polo

Gandalf
16.03.09, 19:24
In einigen Parallelwelten würde ich jetzt anstelle von Josef Fritzl als Monster von Amstetten auf der Anklagebank sitzen.

Mir ist das mit den Parallelwelten zu bizarr.

Gruss, Marco Polo


Vorsicht! - Fritzl 'ist' bereits unauslöschlicher Teil Deiner Welt, die Du als bizarr bezeichnest ...

Gandalf
16.03.09, 19:42
Hallo Gandalf,

das wäre sehr interessant, wenn es wirklich zu Versuchen käme - aber vergiß nicht, daß das ein statistischer Hinweis auf ein Multiversum wäre...
Kein Problem für mich, aber Statistik ist Dir glaube ich als 'Beweis' doch sonst nicht genug, oder?


Hi Hermes!

Stimmt, Statistiken können trügen. Aber hier würden ja 'Ungleichgewichte' auftauchen, die - gegen - eine "statistische Normalverteilung" sprechen, die von vielen Physikern innerhalb ihres inkonsistenten Weltbildes als 'sebstverständlich vorausgesetzt' werden! Eine Abweichung ist selbstverständlich kein "Beweis" - aber ein nicht zu unterschätzender 'Motivationspunkt' die Spur an dieser Stelle aufzunehmen und unter den verschiedenen Interpretationen diejenige(n) auszuwählen, die diese Abweichung stringend voraussagt!

Hilfreich dazu vielleicht der link im Artikel auf H.D. Zeh und dann auf folgendes Dokument: http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~as3/VieleWelten.pdf

Grüße

möbius
17.03.09, 09:15
Bezüglich der 'direkten' Nachweisbarkeit der "Vielen-Welten" in der QT scheint sich was zu tun:

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/hintergrund/301064.html?page=0
...



Macht es möglicherweise Sinn, zwischen
a) "vielen Welten" und
b) Multiverum/Multiversen
zu unterscheiden?
Könnte es sein, dass sich "viele Welten" als Möglichkeits-"Räume" innerhalb des einen UNI-versums auftun?
Was macht die EINHEIT der "vielen Welten" aus?
Was macht die EINHEIT des Multiversums bzw. der Multiversen aus?
Anders gefragt:
Hängt alles mit allem irgend-wie zusammmen und wenn ja - wie?
Grüsse, möbius

N. H.
17.03.09, 09:49
Macht es möglicherweise Sinn, zwischen
a) "vielen Welten" und
b) Multiverum/Multi
versen
zu unterscheiden?

Hallo,

das habe ich bisher auch so aufgefasst:

Ein Multiversum "beinhaltet" Universen, d. h. dass diese Universen eigenständige Blasen bilden und nicht in Kontakt treten.

Bei der Viele-Welten-Interpretation entsteht bei jeder quantenmechanischen Veränderung jeweils eine "neue" Realität. Falls dies zutrifft, würde die Viele-Welten-Interpretation für jedes mit unserem vergleichbaren Universum zutreffen.

Oder? :confused:

Viele Grüße
N. H.

Hermes
17.03.09, 17:35
Macht es möglicherweise Sinn, zwischen
a) "vielen Welten" und
b) Multiverum/Multiversen
zu unterscheiden?



Um bei Gandalfs Terminologie zu bleiben: a) Bienen b) Bien.
Klar machts Sinn, zier Dich nicht so.;) Je nach Perspektive die man beschreibt.

Könnte es sein, dass sich "viele Welten" als Möglichkeits-"Räume" innerhalb des einen UNI-versums auftun?

Hermes empfiehlt Dir die Bohmsche Mechanik (http://de.wikipedia.org/wiki/De-Broglie-Bohm-Theorie) als Bettlektüre, wenn das Thema keine Ruhe läßt.
richy hatte in diesem Beitrag (http://www.quanten.de/forum/showpost.php5?p=33051&postcount=10) mal geschrieben die Bohmsche Mechanik entspreche in etwa dieser Vorstellung:

richy:
Die Bohmsche Mechanik projeziert alle Zustaende ihrer globalen Variablen, der moeglichen Randbedingungen, ueberlagert in den geometrischen Raum x3.


Was macht die EINHEIT der "vielen Welten" aus?
Was macht die EINHEIT des Multiversums bzw. der Multiversen aus?
Anders gefragt:
Hängt alles mit allem irgend-wie zusammmen und wenn ja - wie?
Grüsse, möbius

Gegenfrage und Antwort:
Was macht die Einheit der in einer Kugel enthaltenen Querschnitte-Kreise aus?

-Hermes

Hermes
17.03.09, 18:02
Hallo N.H.!

Hallo,

das habe ich bisher auch so aufgefasst:

Ein Multiversum "beinhaltet" Universen, d. h. dass diese Universen eigenständige Blasen bilden und nicht in Kontakt treten.



Die Universen eines Multiversums stehen auf Quantenebene miteinander in Kontakt. Nicht (nur) 'irgendwo weit entfernt', sondern buchstäblich nur eine Quantenlänge von 'unserem eigenen' Universum entfernt!
Das 5-dimensionale Multiversum besteht aus den nach der Quantenmechanik möglichen 4-dimensionalen Raumzeitsträngen - ein einziges 'hyperräumliches' Objekt, von dem wir einen Ausschnitt erleben.

Ein Beispiel für physikalische Wechselwirkung wäre das 'Interferieren mit sich Selbst' eines Photons, das die Viele-Welten Sichtweise als ein Interferieren des Quantenobjekts mit seinem 'abgespalteten 'Doppelgänger' auf Quantenebene interpretiert.
Vor längerem habe ich diesen Versuchsaufbau mit Beamsplitter, 2 Spiegeln und einem einzelnen Photon beschrieben:

http://www.quanten.de/forum/showpost.php5?p=3328&postcount=68

Übrigens (an alle, die sich erinnern können und wollen):
Der Link zu dem Lehrvideo zu David Deutschs Versuch funktioniert wieder!:
http://www.quiprocone.org/Protected/Lecture_2.htm
http://www.quiprocone.org/Protected/deutsch_lect_2.wmv

Es gibt keine Erklärung der Beobachtungen in diesem Versuch ohne die VWI. Zumindest im Forum gab es bisher keinerlei Ansatz....

grüßt
Hermes

Gandalf
17.03.09, 21:23
@hermes
Danke für die links

@N.H.
Willkommen im Forum!

Der Begriff "Multiversum" wurde von den Kosmologen für ihre Beschreibungsversuche "verwurstet", - ist jedoch originär ein Begriff für den "Konfigurationsraum" für die Vielen-Welten der Quantenphysik

MCD
18.03.09, 00:14
Hermes empfiehlt Dir die Bohmsche Mechanik (http://de.wikipedia.org/wiki/De-Broglie-Bohm-Theorie) als Bettlektüre, wenn das Thema keine Ruhe läßt.
richy hatte in diesem Beitrag (http://www.quanten.de/forum/showpost.php5?p=33051&postcount=10) mal geschrieben die Bohmsche Mechanik entspreche in etwa dieser Vorstellung:

richy:
Die Bohmsche Mechanik projeziert alle Zustaende ihrer globalen Variablen, der moeglichen Randbedingungen, ueberlagert in den geometrischen Raum x3.

-Hermes

Nur mal so am Rande, die Bohmsche Mechanik ist eine deterministische Interpretation der QM und hat im Grunde gar nix mit Viele Welten oder Multiversen zu tun...

Gr.
MCD

Hermes
18.03.09, 18:20
Nur mal so am Rande, die Bohmsche Mechanik ist eine deterministische Interpretation der QM und hat im Grunde gar nix mit Viele Welten oder Multiversen zu tun...

Gr.
MCD

Sag ich doch!
Beziehungsweise richy:
Die Bohmsche Mechanik projeziert alle Zustaende ihrer globalen Variablen, der moeglichen Randbedingungen, ueberlagert in den geometrischen Raum x3.

Also nicht in den 'x5' der Vielen Welten, die es in dieser Interpretation nicht gibt. Aber sie preßt alle Möglichkeiten sozusagen in den altbekannten Raum.
Klingt für mich eher nach mathematischem Kunststück...

Gruß Hermes

möbius
19.03.09, 10:41
....
Klingt für mich eher nach mathematischem Kunststück...

Gruß Hermes

Bei allem Respekt vor mathematischer Kreativität (und "Kunststücken"..):
PHYSIK steht auf 2 Beinen:
1. Mathematik/Modelle usw.
2. Beobachtungen/Experimenten/Empirie (im Sinne sinnlicher Erfahrung)...
Oder sehe ich da was fasch:confused:
Wenn ja, hätte sich auch Albert EINSTEIN geirrt, als er 1921 schrieb:
"Insofern sich die Sätze der Mathematik auf die Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind, beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit." (Geometrie und Erfahrung)
10 Jahre vor Kurt GÖDEL's Entdeckung ("Unvollständigkeitstheorem") konnte EINSTEIN noch davon ausgehen, dass die Sätze der Mathematik sicher (= endgültig beweisbar) seien ...
Gruß, möbius

Kai
19.03.09, 21:26
Guten Abend!
Ich überlege, ob das vielleicht nicht mit dem String-Modell irgendwelche Parallelen aufweisen kann, da vom Multiversum die Rede ist.
Außerdem kann ich mir die "viele Welten" Theorie irgendwie nicht vorstellen, da ich irgendwas von "meinem anderen Ich" verspüren müsste.
Allerdings hört es sich dennoch interessant an...
Gruß Kai

Gandalf
19.03.09, 22:55
Guten Abend!
Ich überlege, ob das vielleicht nicht mit dem String-Modell irgendwelche Parallelen aufweisen kann, da vom Multiversum die Rede ist.
Außerdem kann ich mir die "viele Welten" Theorie irgendwie nicht vorstellen, da ich irgendwas von "meinem anderen Ich" verspüren müsste.
Allerdings hört es sich dennoch interessant an...
Gruß Kai


Hallo Kai!

Wir hatten das schon mal hier vor Kurzem thematisiert, worauf ich folgendes geantwortet habe:
http://www.quanten.de/forum/showpost.php5?p=33676&postcount=97

Vielleicht 'erfährst' Du gerade dann von "Deinem anderen Ich", wenn Du in Dienen Entscheidungen unsicher bist!? (..und Du Dir z.B. den Kopf mit der Frage zermarterst: "Habe ich mich ..daundda... richitg entschieden?")


Grüße

möbius
20.03.09, 09:01
Guten Abend!
Ich überlege, ob das vielleicht nicht mit dem String-Modell irgendwelche Parallelen aufweisen kann, da vom Multiversum die Rede ist.
Außerdem kann ich mir die "viele Welten" Theorie irgendwie nicht vorstellen, da ich irgendwas von "meinem anderen Ich" verspüren müsste.
Allerdings hört es sich dennoch interessant an...
Gruß Kai

Sience fiction hört sich auch immer interessant an ...;)
Gruß, möbius

Gandalf
20.03.09, 18:17
Sience fiction hört sich auch immer interessant an ...;)
Gruß, möbius

Auch hier zeigt sich Dein fundamentales Falschverständnis von Wissenschaft (und Du wirst es wohl auch nicht mehr lernen):

Sciece Fiction resultiert aus 'falsch verstandenen' Naturgesetzen oder in dem man sich 'über Naturgesetze hinwegsetzt'

Die Multiversumstheorie resultiert jedoch 'direkt aus bestehenden Naturgesetzen'

möbius
21.03.09, 08:57
1. Auch hier zeigt sich Dein fundamentales Falschverständnis von Wissenschaft (und Du wirst es wohl auch nicht mehr lernen):

2. Sciece Fiction resultiert aus 'falsch verstandenen' Naturgesetzen oder in dem man sich 'über Naturgesetze hinwegsetzt'

3. Die Multiversumstheorie resultiert jedoch 'direkt aus bestehenden Naturgesetzen'

Zu 1.:
Na, Hauptsache, Du hast ein richtiges Verständnis von Wissenschaft, vor allem von NATUR-Wissenschaft ...;)
Zu 2.:
Okay ...! Deshalb meinte ich ja auch, dass diese Science-fiction-Literatur durchaus interessant ist (die Phantasie anregend usw.) ... und plädiere dafür, die Grenzen zwischen Science und Science fiction klar zu ziehen ...was hoffentlich den Natural-Science-Physikern
i m m e r gelingt ...!???
Zu 3.:
Sind diese "bestehenden Naturgesetze" empirisch-experimentell überprüft worden? Wenn ja, welche empirischen Zugänge von dem UNI-versum, in dem wir beobachten, messen usw. in andere Universen sind vorhanden?
Aber wahrscheinlich hast Du Recht: Möbius wird diese Art von Physik wahrscheinlich nie verstehen ...Hauptsache, alle Physiker verstehen ihre Wissenschaft ...und wissen, was sie tun ...
Grüsse, möbius (und ein sonniges Wochennde wünschend!)

Gandalf
22.03.09, 11:11
Zu 3.:
Sind diese "bestehenden Naturgesetze" empirisch-experimentell überprüft worden? Wenn ja, welche empirischen Zugänge von dem UNI-versum, in dem wir beobachten, messen usw. in andere Universen sind vorhanden?
Aber wahrscheinlich hast Du Recht: Möbius wird diese Art von Physik wahrscheinlich nie verstehen ...Hauptsache, alle Physiker verstehen ihre Wissenschaft ...und wissen, was sie tun ...
Grüsse, möbius (und ein sonniges Wochennde wünschend!)

Die QT ist seit 100 Jahren empirisch-experimentell überprüft!? Der "Zugang" zum Multiversum erfolgt über die Schrödingergleichung, von der es direkt abgeleitet ist.

(und ob alle Wissenschaftler verstehen, was Wissen_schaffen ist, weis ich nicht)

Grüße

möbius
22.03.09, 13:05
Die QT ist seit 100 Jahren empirisch-experimentell überprüft!? Der "Zugang" zum Multiversum erfolgt über die Schrödingergleichung, von der es direkt abgeleitet ist.

(und ob alle Wissenschaftler verstehen, was Wissen_schaffen ist, weis ich nicht)

Grüße

Guten (Sonn)Tag, Gandalf!
Die QT (= QM?) mag seit 100 Jahren empirisch-experimentell überprüft (!?) sein...
Aber was ist mit den verschiedenen Interpretationen der QT (QM) :confused:
http://de.wikipedia.org/wiki/Interpretationen_der_Quantenmechanik
Gibt es Möglichkeiten, über den Plausibilitätsgrad der verschiedenen Interpretationen auf empirisch-experimentellen Wegen zu einer Entscheidung zu kommen:confused:
Anders gefragt:
Kann mit naturwissenschaftlichen Methoden eine "vernünftige" Klärung erfolgen - oder gibt es am Ende lediglich eine Pluralität verschiedener Physiker-"Sekten", wobei eher der "Glauben" an diese oder jene Interpretation darüber entscheidet, welcher "Sekte" (= Interpretation!) sich der jeweilige Physiker zugehörig "fühlt":confused:
Grüsse, möbius

Gandalf
22.03.09, 18:08
Gibt es Möglichkeiten, über den Plausibilitätsgrad der verschiedenen Interpretationen auf empirisch-experimentellen Wegen zu einer Entscheidung zu kommen

(wusste ich es doch, dass Dir der Unterschied zwischen einer Theorie und einer Interpretation nicht bekannt ist, bzw. Du diese laufend durcheinanderbringst ;) )

Theorie macht Aussagen, die man überprüfen kann
Interpretation 'deutet' (diese) Aussagen

(Beides sollte zusammengehören, damit man überhaupt von "Wissen_schaffen" reden kann)

Wenn die Viele-Welten-Interpretation überprüft werden kann, dann ist sie keine Interpretation mehr, sondern eine Theorie. Da aber (immer) noch keine einvernehmliche Ansicht in der Wissenschaftsgemeinde darüber besteht (so etwas fehlt oft, - nicht nur bezüglich der Quantenwelt), ob die Schrödingergleichung als direkte Beschreibung der Wirklichkeit gelten darf, wird also manchmal - und je nach Bevorzugung von Viele-Welten-Theorie oder Viele-Welten-Interpretation gesprochen. Lässt man sie (die Schrödingergleichung) jedoch direkt zu (und ich sehe keinen Grund dies nicht zu tun), bestätig' 'jede empirische Überprüfung' die VWT! Erst durch Hinzufügung weiterer Annahmen ("Kollaps der Wellenfunktion", "verborgene Variablen", usw. - um eine realistische Sichtweise zu retten) - erhält man andere Interpretationen des gleichen Vorganges!

Das eine lokal-realistische Sichtweise nicht zu retten ist, ist durch die Versuche um die Bellschen Ungleichungen bestätigt worden. Scheinbar findet man sich aber immer noch nicht damit ab und gefällt sich darin weiterhin die Mär von der "unverstehbaren Quantentheorie" zu kolportieren. Der Preis das aufzugeben scheint immer noch zu hoch zu sein, - stehen und fallen doch wesentliche Grundpfeiler der allermeisten "Sekundär(natur)wissenschaften" (wie z.B. die Biologie) mit diesem (überholten reduktionistischen) Weltbild.

Das es immer wieder Bemühungen gibt 'realistische Unterschiede' zwischen verschiedenen Interpretationen herauszuarbeiten, scheitert eben an genau den 'realistischen Erwartungen', die da hineininterpretiert werden, aber naturgemäß nicht vorhanden sind (s.o.)

Dennoch sollten sich "kleine aber feine" Unterschiede finden lassen, die die genannten zusätzliche Annahmen (noch weiter) entbehrlich machen. Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen. Zuletzt im ersten Beitrag dieses Threads - den Du offensichtlich NICHT GELESEN hast!?


Grüße

richy
22.03.09, 18:24
Hi
moebius Betrachtung bezieht sich wahrscheinlich auf die direkte Messbarkeit physikalischer Eigenschaften, Vorgaenge.
Die gibt es im Grunde aber niergends. Man wird immer irgendwelche anderen physikalischen Prinzipien anwenden um eine Groesse zu bestimmen. Beim Doppeltspaltversuch ist dies die Annahme eines ergodischen Prozesses. Die Ergogenhypothese wird aber auch in vielen technischen Anwendungen verwendet, nicht nur in der Quantenmechanik.
Der Einfallsreichtum der Wissenschaftler oder Ingenieure ist nicht zu unterschaetzen.

Ob man nun alle Naturwissenschaftlichen Stroemungen als Sekten bezeichnen soll ? Im Thread Nichtkontextualitaet wurde die Singularitaet in schwarzen Loechern behandelt. Deren experimenteller dirketer Nachweis ist wie bei der QM scheinbar unmoeglich. Die Information von dort ist ueber den Ereignishorizont fuer uns abgeschottet.
Deswegen wuerde ich die Astronomen, die an Singularitaeten glauben dennoch nicht als Sektenmitglieder bezeichnen.
Die Voraussetzungen. Viele Glauben das selbe und daher ist es richtig waere schon gegeben.

wobei eher der "Glauben" an diese oder jene Interpretation darüber entscheidet, welcher "Sekte" (= Interpretation!) sich der jeweilige Physiker zugehörig "fühlt"

Letztendlich entscheidet darueber vorwiedend der Geldbeutel.
EIn Wissenschaftler der serioesen Sekte muss damit rechnen seinen Job zu verlieren, wenn er ploetzlich Gedanken einer anderen Sekte annimmt. Von daher ist es auch spannend ob Hawking nochmal eine entscheidende Rolle spielen wird. Er hat es sich mit seiner Sekte leider etwas verscherzt :-)

Die Gedanken sind frei ... solange man sie fuer sich behaelt.

möbius
23.03.09, 07:18
.....

1. Theorie macht Aussagen, die man überprüfen kann
Interpretation 'deutet' (diese) Aussagen

2. (Beides sollte zusammengehören, damit man überhaupt von "Wissen_schaffen" reden kann)

3. Wenn die Viele-Welten-Interpretation überprüft werden kann, dann ist sie keine Interpretation mehr, sondern eine Theorie. Da aber (immer) noch keine einvernehmliche Ansicht in der Wissenschaftsgemeinde darüber besteht (so etwas fehlt oft, - nicht nur bezüglich der Quantenwelt), ob die Schrödingergleichung als direkte Beschreibung der Wirklichkeit gelten darf, wird also manchmal - und je nach Bevorzugung von Viele-Welten-Theorie oder Viele-Welten-Interpretation gesprochen. Lässt man sie (die Schrödingergleichung) jedoch direkt zu (und ich sehe keinen Grund dies nicht zu tun), bestätig' 'jede empirische Überprüfung' die VWT! Erst durch Hinzufügung weiterer Annahmen ("Kollaps der Wellenfunktion", "verborgene Variablen", usw. - um eine realistische Sichtweise zu retten) - erhält man andere Interpretationen des gleichen Vorganges!

4. Das eine lokal-realistische Sichtweise nicht zu retten ist, ist durch die Versuche um die Bellschen Ungleichungen bestätigt worden. Scheinbar findet man sich aber immer noch nicht damit ab und gefällt sich darin weiterhin die Mär von der "unverstehbaren Quantentheorie" zu kolportieren. Der Preis das aufzugeben scheint immer noch zu hoch zu sein, - stehen und fallen doch wesentliche Grundpfeiler der allermeisten "Sekundär(natur)wissenschaften" (wie z.B. die Biologie) mit diesem (überholten reduktionistischen) Weltbild.
....

5. Zuletzt im ersten Beitrag dieses Threads - den Du offensichtlich NICHT GELESEN hast!?


Grüße
Hallo Gandalf!
Zu 1.:
Diese Differenzierung ist sehr klar - und sogar ich habe sie verstanden;)
Das Spannende aus wissenschaftstheoretischer Perspektive ist, dass "Interpretation" ein Grundbegriff der Hermeneutik ist - also mehr mit geisteswissenschaftlichem Verstehen als mit naturwissenschaftlichem Erklären zu tun hat ...
Zu 2.:
Ja ! Meine Vermutung ist, dass dies aber noch nicht vielen Deiner Physiker-Kollegen klar ist ...:confused: (Na, ja, ist dann deren Problem...)
Zu 3.:
Danke für Deine Geduld, einem Nicht-Physiker dies zu erklären ...Ich vermute, dass ich es verstanden habe...(oder verstanden zu haben glaube...)
Zu 4.:
Ich denke auch, dass die Quantentheorie inzwischen sehr wohl verstanden worden ist - und denke dabei an die "Reihe" (von Weizsäcker, Görnitz, Lyre...)
Zu 5.:
Ich habe in meinem bisherigen Leben so wenig gelesen - da könntest Du Recht haben mit Deiner Vermutung;)
Grüsse, möbius