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Heli 07.02.22 21:35

Ist Bewegung relativ?
 
Hallo und einen schönen Tag!

Alles beginnt mit Bewegung und so möchte ich die Bewegung an den Anfang einer Betrachtung stellen die zunächst bei einfachen physikalischen Prozessen vorausgesetzte Kenntnisse hinterfragt. Eine zugrunde gelegte neue Theorie von Helfried Albert ist im Verlag Tredition unter dem Titel „Die Enertialtheorie“ erschienen.
Beginnend gehe ich also von der Vorstellung aus, dass eine noch nicht zugeordnete Bewegung zwischen zwei zu betrachtenden Körpern ( A und B) durch eine Kraft verursacht wurde. Dem 3. Gesetz Newtons folgend muss es zu dieser Kraftwirkung eine entgegengesetzt gerichtete Wirkung von Kraft gegeben haben. Können wir, nur aufgrund der unvollständigen Betrachtungen von zwei Beobachtern auf je einem sichtbaren Körper, dem Ereignis eine vom Beobachter unabhängige Realität absprechen? Ist also Bewegung relativ?

Die zwei Beobachter dieser Darstellung, die mit ihren unterschiedlichen Beobachtungen eine Begründung für den relativen Charakter der Bewegung erbringen sollen, werden bei einem Abgleich der Beobachtungen, unter der Berücksichtigung aller Beteiligten dieser Bewegung, durchaus feststellen können welcher Körper (A oder B) sich bewegt und den Beweis für die Relativität der Bewegung auf diese Weise nicht erbringen.
So ergibt sich nachfolgend die Frage nach dem Charakter des Raumes.
Isaac Newton benötigte für sein Modell der Planetenbewegungen eine Unendlichkeit des Raumes.
Ist die Unendlichkeit des Raumes damit eine beweisbare Tatsache? Und was ist der Raum überhaupt?

„Nach der Allgemeinen Relativitätstheorie ist der Raum-Zeit doch etwas Veränderliches einzuräumen wenn auch die absolut leere Raum-Zeit als (speziellrelativtheoretischer Raum) nach wie vor als absolut anzusehen ist. “(Brian Greene, Der Stoff aus dem der Kosmos ist)

Absolut oder relativ? Und können wir den Raum als unendliche Entität als bewiesen voraussetzen?

Heli 17.03.22 11:41

AW: Ist Bewegung relativ?
 
Hallo und einen schönen Tag!

Hier nun eine Fortsetzung der Betrachtung.

Seit Isaac Newton die Meinungsverschiedenheit mit G. W. von Leibniz über die Beschaffenheit des Raumes mit Hilfe seines Eimerexperimentes zu seinen Gunsten entschieden hatte ist der Raum ein „Etwas“ das auch ungefüllt vorhanden sein soll. Nicht nur eine Entität sondern weil Isaac Newton die Unendlichkeit des Raumes als stabilisierende Komponente für die Planetenbewegungen in seinen Berechnungen brauchte wurde der Raum eine unendliche Entität. Schlussfolgernd ergab sich aus der unendlichen Entität des Raumes, mit der unvollständigen Beschreibung einer Bewegung ( siehe oben, Körper A und B) die Relativität der Bewegung.
Kann ein unendlicher und substanzloser Raum ohne absoluten Ruhepunkt und ohne absolute Grenzen überhaupt ein „Etwas“ eine Entität sein? Kann das Eimerexperiment auch heute noch als Nachweis für die Entität des Raumes gültig sein? Was geschieht bei der Drehung des mit Wasser gefüllten Eimers? Erstens ist auf Grund des dritten Gesetzes von Isaak Newton davon auszugehen das bei der Drehung dieses Eimers eine weitere Masse im Raum beteiligt sein muss und somit auch alle diesbezüglich nachfolgenden Konsequenzen berücksichtigt werden müssen. Es kann also nicht von einem drehenden mit Wasser gefüllten Eimer in einem ansonsten vollkommen leeren Raum ausgegangen werden. Zweitens ist dessen ungeachtet die Drehung des Wassers im Eimer vor allem energetisch von Bedeutung denn die Drehung des Wassers wird durch die elektromagnetischen Beziehungen der Atome von Eimer und Wasser bestimmt. Die Haftung des Wassers am Eimer führt zu einer Übertragung der Bewegungsenergie vom Eimer auf die am Eimer haftenden Wassermoleküle. Diese übertragen diese Bewegungsenergie auf die ihnen nächstliegenden Wassermoleküle und so weiter. Drei zu unterscheidende Kräfte sind nun an der Wasserbewegung beteiligt. Die Gravitation zwischen der Erde und dem mit Wasser gefüllten Eimer, die Bewegungsenergie des Eimers und die Bindungsenergie der Atome und Moleküle. Die Gravitationswirkung zieht das vorhandene Wasser in Richtung des Eimerbodens. Durch die elektromagnetische Haftungsbindungen zwischen den Molekülen von Wasser und drehendem Eimer werden die am Rand des Eimers haftenden Wassermoleküle beschleunigt. Diese Beschleunigung der Wassermoleküle wird sofort durch die Drehung des Eimers also durch permanente Krafteinwirkung verändert. Ohne den Rand des Eimers würden die einmal beschleunigten Wassermoleküle ihrer Beschleunigung entsprechen und sich dabei, Geschwindigkeit und Richtung beibehaltend, vom Zentrum des Eimers entfernen. Die in Richtung Eimerrand, während der Drehung, beständig wirkende Kraft drückt alle durch Drehung und Haftung in Bewegung versetzte Wassermoleküle in Richtung Eimerrand und dort wo diese Kraft stärker ist als die Gravitation zwischen Erde und Wassermoleküle entsteht ein Druck der diese Wassermoleküle den Weg des geringsten Widerstandes nach oben zum mit Luft gefüllten Rand des Eimers drängt. Also vollständig unabhängig von der Beschaffenheit des Raumes wird das Wasser allein durch die Kraftwirkung eine konkave Oberfläche bilden und kann somit nicht als Beweis für eine Entität des Raums herangeführt werden.
Wenn dem Raum nun keine Entität bestätigt werden könnte und somit nachträglich die Ansicht von Gottfried Wilhelm von Leibniz, der die Beziehungen zwischen dem Ort eines Objektes und dem eines anderen, für eine Beschreibung des Raums in Betracht zog, als Möglichkeit erachtet wird dann hätte eine solche Sicht, in Anbetracht moderner Zweifel an der Unendlichkeit des Raumes und deren fehlende Beweisbarkeit, schwere Folgen für die zur Zeit anerkannten Theorien. Der Zweifel an dem relativen Charakter der Bewegung der mit einer solchen Sichtweise verbunden ist würde auf erstaunliche Weise zu Erklärungen führen die bislang noch nicht möglich waren. Vorerst aber wahrscheinlich nur erschreckend wirken.

Freundliche Grüße an alle! Heli

Heli 01.04.22 15:52

AW: Ist Bewegung relativ?
 
Hallo und einen schönen Tag!

In der Dritten von vier kritischen Betrachtungen zu den physikalischen Grundlagen geht es um den freier Fall?

Im 17. Jahrhunderts führte Galileo Galilei Messungen durch. Diese ergaben, dass alle Körper, wenn keine weiteren Kräfte wirken, unabhängig von der Masse und der Größe gleichmäßig schnell zur Erde fallen.
Der freie Fall war somit, als die Bewegung eines Körpers bei der außer der Schwerkraft keine Kräfte wirken, definiert.

Seit Isaac Newton in seinem 1687 erschienenen Werk Philosophiae Naturalis Principia Mathematica das Newtonsche Gravitationsgesetz vorgestellt hat wissen wir das zwischen Massen eine anziehenden Gravitationskraft wirkt.

Wir wissen das bei gleichem Abstand, der Körper mit der Masse eines Mondes schneller Erdberührung hat als ein Bowlingball. (Nacheinander gemessen)
So ist der freie Fall also eine nicht korrekte und im Bezug auf die Erde nur für sehr kleine Massen praktische Rechengröße.
Nachfolgend stellt sich also die Frage wie der seit Isaac Newton als unkorrekt nachgewiesene freie Fall nun den freien Fall in eine leere gekrümmte Raumzeit erklären soll?
Gilt hier das erste Gesetz Isaac Newtons nicht mehr?
Und was begrenzt den Fall einer Masse in die eigene nach allen Richtungen gekrümmten Raumzeit?
Und schließlich was bitte überwindet die Trägheit der Masse im Raum?

Was ist ein freier Fall wenn die Bewegung keinen relativen Charakter haben sollte?

Mit freundlichen Grüßen an alle! Heli

Hawkwind 01.04.22 17:29

AW: Ist Bewegung relativ?
 
Zitat:

Zitat von Heli (Beitrag 99099)
Wir wissen das bei gleichem Abstand, der Körper mit der Masse eines Mondes schneller Erdberührung hat als ein Bowlingball.

Ich weiß das leider nicht. Wie kommst du darauf?

Herr Senf 01.04.22 20:53

AW: Ist Bewegung relativ?
 
Bei Newton ist die Gravitationskraft eine Kraft, die die Anziehung zweier Körper beschreibt, das F hängt von beiden Massen M und m ab.
Bei Einstein ist die Gravitation eine Scheinkraft, die Geometrie "verzerrt durch Massen" bestimmt die Bewegung, der freie Fall ist masseunabhängig.
Auf der Autobahn folgen Lkw und Pkw auch den "vorgeschriebenen" Spuren.

Heli 01.04.22 21:30

AW: Ist Bewegung relativ?
 
Hallo Hawkwind!

Erde = m1, Mondmasse = m2, Masse des Bowlingballs = m3, Abstand der Massen = r

Newtonsches Gravitationsgesetz

F1=F2=G x (m1 x m2 / r²) > F1=F2=G x (m1 x m3 / r²)

Habe ich etwas nicht gut formuliert?

Mit freundlichen Grüßen. Heli

Heli 01.04.22 21:55

AW: Ist Bewegung relativ?
 
Hallo Herr Senf!

Zitat:

Zitat von Herr Senf (Beitrag 99126)
Bei Newton ist die Gravitationskraft eine Kraft, die die Anziehung zweier Körper beschreibt, das F hängt von beiden Massen M und m ab.
Bei Einstein ist die Gravitation eine Scheinkraft, die Geometrie "verzerrt durch Massen" bestimmt die Bewegung, der freie Fall ist masseunabhängig.
Auf der Autobahn folgen Lkw und Pkw auch den "vorgeschriebenen" Spuren.

Mir geht es um den Freien Fall. Seit Galileo Galilei ist der freie Fall für den ungehinderten Fall zur Erde definiert. Seit Newton ist dieser Begriff nicht mehr korrekt. Es gibt nach I.Newton keinen freien Fall. Die Frage war: Ist es in Ordnung diesen freien Fall dann für einen Fall in eine Raumkrümmung zu verwenden?

Mit freundlichen Grüßen. Heli

Geku 01.04.22 22:27

AW: Ist Bewegung relativ?
 
Zitat:

Zitat von Heli (Beitrag 99130)
Mir geht es um den Freien Fall. Seit Galileo Galilei ist der freie Fall für den ungehinderten Fall zur Erde definiert. Seit Newton ist dieser Begriff nicht mehr korrekt. Es gibt nach I.Newton keinen freien Fall. Die Frage war: Ist es in Ordnung diesen freien Fall dann für einen Fall in eine Raumkrümmung zu verwenden?

Gravitation als Scheinkraft recht gut erklärt: https://youtu.be/JhdLI44_fDE 33:24

pauli 05.04.22 02:00

AW: Ist Bewegung relativ?
 
Zitat:

Zitat von Heli (Beitrag 99099)
Wir wissen das bei gleichem Abstand, der Körper mit der Masse eines Mondes schneller Erdberührung hat als ein Bowlingball. (Nacheinander gemessen)
So ist der freie Fall also eine nicht korrekte und im Bezug auf die Erde nur für sehr kleine Massen praktische Rechengröße.

Schneller (also in kürzerer Zeit) aber nur weil die Erde dem Mond entgegenkommt und die Strecke (nicht-relativistisch) verkürzt wird. Die großen Massen ziehen sich zwar stärker an, aber ihre Trägheit ist auch entsprechend größer und widersetzt sich der Beschleunigung, genau wie beim Hammer/Feder-Experiment auf dem Mars.

mfg
IN

Heli 05.04.22 13:05

AW: Ist Bewegung relativ?
 
Hallo Hawkwind!

Habe mir meine Antwort auf Deine Frage nochmal durch den Kopf gehen lassen und festgestellt, dass ich den Kern nicht getroffen hatte.

Mit einem Raumverständnis, dass eine Unendlichkeit ohne absoluten Mittelpunkt voraussetzt, also nachfolgend einen relativen Charakter der Bewegung zu Grunde legt, würden zwei gleichgroße Massen schneller aufeinander treffen als bei einem Versuch mit gleichem Abstand bei dem eine der Massen erheblich kleiner ist.

Hoffentlich habe ich das diesmal besser formuliert.

So bin ich davon ausgegangen das der „Freie Fall“ keine allgemein gültige Definition bei der Beschreibung von Gravitation sein kann sondern nur für die Beobachtungen auf der Erde ausreichend zutreffende Aussagen liefert.

Mit freundlichen Grüßen! Heli


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