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Jogi 07.06.07 10:26

Offenes Stringmodell
 
Also, dann will ich mal ein wenig System in die Thematik bringen.

Inzwischen habe ich ja schon des Öfteren von Strings gesprochen, und davon, wie ich mir ihre Funktionsweise vorstelle.

Das war wohl in den wenigsten Fällen verständlich, weil wahrscheinlich niemand die Bilder im Kopf hat, die ich habe.

Zu Anfang möchte ich ein paar elementare Eigenschaften des Strings postulieren, um die man einfach nicht herumkommt, auch bei konsequentestem Reduktionismus nicht:

Der String besteht nicht aus klassischer Materie.
Er ist eindimensional und masselos.
Er hat zwei elementare Impulse:
Den Vorwärtsimpuls entlang seiner Länge (stets zu c strebend)
Den Rotationsimpuls um sich selbst.

Ich mach jetzt absichtlich mal langsam und warte auf Fragen oder Einwendungen hierzu.


Gruß Jogi

seberta 07.06.07 17:49

AW: Offenes Stringmodell
 
Hallo Jogi!

Es gibt mehrere Themen in diesem Forum. Meine Fragen:
1. In welche Thematik willst Du "ein wenig System" hineinbringen?
2. "Der String ist eindimensional ...": Wie ist das zu verstehen? Habe ich da was Falsches in Erinnerung, dass die String-Theorien von 10 Raumdimensionen und einer Zeit-Dimension ausgehen?
3. Zu einer physikalischen Theorie gehört, wenn ich nicht irre, neben der mathematischen Schlüssigkeit die empirische Überprüfbarkeit: Sind "Strings" beobachtbar?
Falls meine Fragen "zu doof" sind, bitte ich um Nachsicht: Ich bin kein Physiker, aber sehr interessiert an dem, was sich in dieser Wissenschaft tut.
Gruß
seberta

pauli 07.06.07 18:13

AW: Offenes Stringmodell
 
Zitat:

Der String besteht nicht aus klassischer Materie.
Er ist eindimensional und masselos.
Er hat zwei elementare Impulse:
Den Vorwärtsimpuls entlang seiner Länge (stets zu c strebend)
Den Rotationsimpuls um sich selbst.
Eindimensional bedeutet für mich eine "gedachte" Linie, eine Verbindung zwischen zwei Koordinatenpunkten.
Ich kann mir noch halbwegs vorstellen, dass diese Linie (eben die Koordinatenpunkte) einen Vorwärtsimpuls entlang ihrer Länge hat,
aber wie kann eine solche Linie um sich selbst rotieren?

Llano 07.06.07 18:59

AW: Offenes Stringmodell
 
Zitat:

Zitat von pauli
aber wie kann eine solche Linie um sich selbst rotieren?

So verstanden wird sie das sicher nicht tun. Die bewegung eines Planeten erfolgt frei von weiterer Beschleunigung rein auf Masebeschleunigung und auf Beharrung. Es resultiert die Ellypse als sich selbst reproduzierende Bahn.

Für Licht gibt es keine Beschleunigung. Es wird mit v=c emittiert. Es folgt einem *raumgekrümmten* Verlauf, wie er sich aus dem Result basierend auf der umgebend relevanten Gravitation ergibt.

Nicht zusätzlich beschleunigte Objekte folgen auf dem Hintergrund gut verstehbar ihrer sog. Nullgeodäte. Jedes Objekt findet seine eigene, viele Geodäten können mehr oder weniger benachbart sein.

Gut. Jetzt folgt ein Skunk der Geodäte. Unten ist er schwarz, oben ist sein weißer Streifen, beides stünde ihm als String gar nicht zur Verfügung. Er ist eindimensional und kann immer nur gradaus.

Wie zeigt sich nun "geradeaus" im Hinblich aud die volle Dominanz der starken WW? *Aber weiß ich doch nicht*. :p Ich sehe nur, dass das Objekt streng gradaus, für uns 3D-ler aber doch erkennbar auf einer krummen Bahn läuft.

Wesentlich ist, dass es gleich der 100% perfekten Achterbahn keinerlei positive und negative Krafteinwirkungen spürt. Ban wird die Bahn also sicher bildhaft mit einer NULLGeodäte vergleichen können. Kräftefrei eben. Nur so wird die Forderung erfüllt, dass bei der Dynakik keinerlei Synchrotonstrahlung ertsteht. Sie wird nicht beobachtet. Würde sie es, würde sich in Folge das Objekt energetisch verausgaben.


An dem Punkt soll ich sicher sagen, Strings kann ich mir feldbasiert zwangloser, natürlicher Vorstellen. Alles, was gefordert werden muss, setzt sich im entstehenden Bild zwanglos um.



@Jogi,

nicht verteufeln, bei Falschheit einfach nur hauen. :D


Llano

Peho 07.06.07 19:43

AW: Offenes Stringmodell
 
Zitat:

Zitat von pauli (Beitrag 1500)
Eindimensional bedeutet für mich eine "gedachte" Linie, eine Verbindung zwischen zwei Koordinatenpunkten.
Ich kann mir noch halbwegs vorstellen, dass diese Linie (eben die Koordinatenpunkte) einen Vorwärtsimpuls entlang ihrer Länge hat,
aber wie kann eine solche Linie um sich selbst rotieren?

Hallo Pauli

Eindimensional soll heißen: ein String hat eine Länge, aber keine Breite und keine Höhe. Alle Stringmodelle arbeiten mit dieser Eindimensionalität des "Stringfadens" Die Zusatzdimensionen sind räumlicher Natur. Man braucht dazu also mehrdimensionale Räume um diesen eindimensionalen "Faden" unterzubringen. Immerhin ist die Eindimensionalität ein Fortschritt gegenüber O-dimensionale Punkte des Standartmodells.

Ein offenes Stringmodell braucht lediglich 3 Raumdimensionen in dem sich der String bewegen kann.

Um spätere Eigenschaften erklären zu können, sind Impuls und Drehimpuls als Annahme notwendig. Der Drehimpuls läßt nicht den String an sich rotieren sondern sorgt für eine spiralförmige Bahn des Strings im 3D Raum.

gruß Peho

pauli 07.06.07 19:44

AW: Offenes Stringmodell
 
danke, llano, die Geodäte verstehe ich soweit, jedes Objekt hat seine eigene, sie ergibt sich aus bestimmten Eigenschaften des Objektes selbst und der Raumzeit.
Auch wenn die Erde im Raum eine Ellipse beschreibt, bewegt sie sich auf ihrer Geodäte in der Raumzeit quasi geradeaus.
Ich gehe davon aus, dass die Geodäte NICHT die Rotation der Erde um sich selbst bestimmt.
Ich gehe davon aus, dass auch Licht einer Geodäte folgt, sonst könnte es nicht von einer Sonne abgelenkt werden.

Trotzdem sehe ich keine Erklärung dafür, wie sich eine Linie um sich selbst drehen (rotieren) kann.

pauli 07.06.07 19:48

AW: Offenes Stringmodell
 
Zitat:

Immerhin ist die Eindimensionalität ein Fortschritt gegenüber O-dimensionale Punkte des Standartmodells.
sehr gut, peho :D

Zitat:

Ein offenes Stringmodell braucht lediglich 3 Raumdimensionen in dem sich der String bewegen kann.

Um spätere Eigenschaften erklären zu können, sind Impuls und Drehimpuls als Annahme notwendig. Der Drehimpuls läßt nicht den String an sich rotieren sondern sorgt für eine spiralförmige Bahn des Strings im 3D Raum.
ok, das verstehe ich erstmal, danke

Llano 07.06.07 20:29

AW: Offenes Stringmodell
 
@pauli,

offenbar konnest du die Zusammenhänge nun erkennen. @Peho danke, ich konnte Perspektive dazu gewinnen. Also, Drehimpuls bewirkt nicht "vorrangig" Rotation um die eigene Achse, das hatte ich zu unklar darzustellen versucht. Er mag sich aus einem geodätischen Geradeauslauf ergeben. (Ich nutz jetzt mal den begriff unbewertet. Ggf. kann er hier total falsch sein). Bei Kollisionen werden dann diverse Reaktionen möglich.

Bin gespannt, wie sich das Thema weiter entwickelt. Hauptsach, es ergibt sich kein Kunstkodell, dem man dann notgedrungen folgen oder es völlig ablehnen müsste. Der Start wirkt schon mal top.


Gruß Llano

pauli 07.06.07 22:00

AW: Offenes Stringmodell
 
Zitat:

Bin gespannt, wie sich das Thema weiter entwickelt.
Ich auch, jetzt ist jogi wieder dran mit dem nächsten Schritt

Jogi 08.06.07 00:52

AW: Offenes Stringmodell
 
Hallo zusammen!

Okay, lasst mich mal auf die aufgetretenen Fragen der Reihe nach eingehen:

@seberta:
Wenn ich bisher über Strings sprach, dann war das in verschiedenen Threads und in verschiedenen Zusammenhängen, da konnte sich niemand so richtig vorstellen, was ich meinte.
Deshalb möchte ich das von mir favorisierte Stringmodell hier von Grund auf darlegen, soweit es eben bis jetzt gediehen ist.
Du sprichst die Stringtheorie von Lee Smolin und anderen an, die mit zehn Raumdimensionen arbeitet (2 mal 5 plus einer verbindenden Zeitdimension).
Ich hab mich durch diese Theorie gequält und das Buch am Ende kopfschüttelnd zugeklappt, und mich gefragt, warum man es sich so schwer machen muss.
Man kann mit viel Phantasie und gutem Willen meine Strings in Smolins Sinne als eingerollte Dimensionen interpretieren, aber das verkompliziert die Sache unnötig, vergessen wir das am Besten ganz schnell, wir arbeiten nur mit den für uns erfahrbaren 3 Raumdimensionen und der Zeit.
Zu deiner dritten Frage:
Dies hier ist keine neue Theorie in dem Sinne, daß sie irgendwas bekanntes über den Haufen wirft, im Gegenteil.
Es ist nur ein Modell, daß die bekannten Phänomene tiefergehend erklären kann, als es das Standardmodell bisher tut, insofern ist es, wenn du so willst, eine Erweiterung desselben. Die Mathematik dazu existiert ja bereits, nur ist Mathematik halt abstrakt. Das hat zwar Vorteile bei der täglichen Arbeit eines Physikers, aber der Laie wünscht sich eben manchmal eine bildhafte Darstellung der nicht direkt beobachtbaren Vorgänge. Mir jedenfalls helfen diese Bilder beim Verstehen sehr gut.
Ob man Strings beobachten kann?
Ja und nein.
Du wirst niemals einen einzelnen String in dieser Form "sehen".
Andererseits sehen wir nichts anderes als Strings, denn alles, buchstäblich alles was man sehen kann, besteht im Grunde aus Strings.
Die einzelnen Photonen, die deine Netzhaut treffen, sind Strings.
Das elektrische Signal wird durch Strings ans Gehirn weitergereicht, usw, usf.

@pauli:
Über den Rotationsimpuls in einer Dimension habe ich mir auch lange den Kopf zerbrochen.
Bin zu folgendem (vorläufigen) Ergebnis gekommen:
In einer 100%ig perfekten Eindimensionalität kann der Impuls tatsächlich nicht zu einer Rotation führen.
Aber die Natur ist nicht perfekt, nicht einmal Photonen im Vakuum erreichen zu 100% c. Das hab' ich mir nicht aus den Fingern gesaugt, nee, das stammt aus berufenem Munde. (Für Insider: Joachim hat das mal im Zusammenhang mit der Lorentz-Längenkontraktion gesagt, das ist nämlich auch der Grund, warum Photonen nicht zu NULL zusammenschrumpfen. Mit diesem Modell hier kann man sogar darstellen, warum Photonen nicht 100% c erreichen, aber das kommt später.)
Und ebenso imperfekt ist auch die Eindimensionalität des Strings:
Es muss zumindest minimale Fluktuationen aus dieser Eindimensionalität heraus geben, und dann kommt der Rotationsimpuls auch als tatsächliche Rotation zum Tragen.
Die Rotation ist für die Funktionalität des Strings unverzichtbar, deshalb muss es sie geben.

@Llano:
Keine Sorge.
Du kennst mich inzwischen gut genug, um zu wissen, daß ich nicht zum Haudrauf tauge, weder auf der Geber- noch auf der Nehmerseite.
Wenn dich der ganze Quatsch hier irgendwann wieder zu sehr anbläht, dann schone einfach deine Nerven, es geht ja nicht um Leben oder Tod.;)

So, jetzt wäre tatsächlich der nächste Schritt dran, fangen wir mit etwas einfachem an:

Nehmen wir mal einen String, der etwas zu kurz geraten ist, um das kleinste Fermion zu bilden.
Datum und Uhrzeit stehen auf kurz nach Null, das heißt wir haben den Anfang des Big Bang verpasst.
Unser String fliegt mit c durch die Gegend, fluktuiert ein bisschen, und schon ist es passiert: Durch seine Dynamik (Vorwärts mit c plus Rotation) nimmt er eine ganz bestimmte Form an:
Er krümmt sich zu einer langgestreckten Spirale, wie eine Schraubenfeder, und "schraubt" sich fürderhin entsprechend der Windungssteigung durch den Raum.
Könnt ihr mir soweit folgen?

Gruß Jogi


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