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-   -   EIn Crank fragt: Kann überhaupt irgendetwas in ein schwarzes Loch fallen? (http://www.quanten.de/forum/showthread.php5?t=3624)

Ich 08.05.19 15:47

AW: EIn Crank fragt: Kann überhaupt irgendetwas in ein schwarzes Loch fallen?
 
Zitat:

Zitat von TomS (Beitrag 91434)
Ich erzeuge keine andere Klasse von Lösungen - sie müssen bereits da sein.

Wenn ich einen externen, statischen Beobachter mit Zeitkoordinate = Eigenzeit t annehme - so wie in der Schwarzschild-Lösung - und wenn ich ein verdampfendes SL annehme, dann habe ich zwei Arten von Geodäten:
a) sie enden an der Singularität im Inneren des EH
b) sie gehen nach dem Verdampfen durch den "Ort wo früher die Singularität war" hindurch

Im Falle von (a) endet die Folge von Lichtpulsen, die beim externen Beobachter ankommen. Im Falle von (b) endet diese Folge nicht.

Die sind getrennt durch das v, bei dem M(v) Null wird.


Zitat:

Stimmt, das ist sicher interessant. Im Grenzfall, dass das Photon exakt am EH nach außen gesandt wird, muss es eigtl. auf dem schrumpfenden REH verbleiben, bis dieser verschwindet.
Das finde ich das einzig Interessante, weil Lichtstrahlen, die weiter weg ausgesendet werden, im Wesentlichen der Schwarzschildmetrik folgen. Da gibt es nicht viel zu lernen.

Timm 08.05.19 16:05

AW: EIn Crank fragt: Kann überhaupt irgendetwas in ein schwarzes Loch fallen?
 
Zitat:

Zitat von TomS (Beitrag 91434)
b) sie gehen nach dem Verdampfen durch den "Ort wo früher die Singularität war" hindurch

Das verstehe ich so, daß das SL bereits verdampft ist, bevor das Photon den EH erreicht. Denn andernfalls müßte der schrumpfende EH das Photon "überholen", es also entweichen, damit b) erfüllt ist.

Bernhard 08.05.19 16:56

AW: EIn Crank fragt: Kann überhaupt irgendetwas in ein schwarzes Loch fallen?
 
Falls gerechnet werden will:

Es gibt "ohne die Doppelten" 11 nicht-verschwindende Christoffelsymbole zweiter Art. Für die Berechnung der radialen Geodäten benötigt man aber jeweils nur drei Symbole:

Auslaufende EF-Koordinaten:

Gamma^u_uu = -M(u)/r²
Gamma^r_uu = -M(u),u/r - 2*M(u)²/r³ + M(u)/r²
Gamma^r_ur = M(u)/r²

Einlaufende EF-Koordinaten:

Gamma^v_vv = M(v)/r²
Gamma^r_vv = M(v),v/r - 2*M(v)²/r³ + M(v)/r²
Gamma^r_vr = -M(v)/r²

Bernhard 10.05.19 05:31

AW: EIn Crank fragt: Kann überhaupt irgendetwas in ein schwarzes Loch fallen?
 
Zitat:

Zitat von Bernhard (Beitrag 91437)
Falls gerechnet werden will

Die lichtartigen Geodäten der Schwarzschildmetrik, d.h. u = const. und v = const. sind rechnerisch auch Geodäten der Vaidya-Metrik.

soon 10.05.19 05:54

AW: EIn Crank fragt: Kann überhaupt irgendetwas in ein schwarzes Loch fallen?
 
Die Anzahl der Photonen pro Lichtsignal würde ebenfalls abnehmen.

Wenn man noch die Energie des einzelnen Photons auf etwas Abzählbares bringen könnte, dann hätte man die 'quantisierte Raumzeit', richtig?

TomS 10.05.19 06:04

AW: EIn Crank fragt: Kann überhaupt irgendetwas in ein schwarzes Loch fallen?
 
Zitat:

Zitat von soon (Beitrag 91444)
Die Anzahl der Photonen pro Lichtsignal würde ebenfalls abnehmen.

Nein. Der Sender kann jedes Lichtsignal mit einer präzisen Energie und damit Anzahl an Photonen erzeugen. Beim Empfänger kommen exakt die selben Photonen an, jedes einzelne davon jedoch rotverschoben.

Zitat:

Zitat von soon (Beitrag 91444)
Wenn man noch die Energie des einzelnen Photons auf etwas Abzählbares bringen könnte, dann hätte man die 'quantisierte Raumzeit', richtig?

Warum? Dass ein Photon ein Lichtquant ist, hat doch nichts mit der Raumzeit zu tun. Autostunde auch „quantisiert“, ohne dass dies etwas über die Straßen aussagen würde.

soon 10.05.19 10:40

AW: EIn Crank fragt: Kann überhaupt irgendetwas in ein schwarzes Loch fallen?
 
Zitat:

Zitat von TomS (Beitrag 91446)
Nein.

Stimmt. Nicht die Anzahl der Photonen pro Lichtsignal nimmt ab, sondern die Anzahl der Photonen pro Zeiteinheit des Beobachters nimmt ab. Die Lichtsignale werden zunehmend länger. [Edit: bis hin zur Unkenntlichkeit des Signals]

Eyk van Bommel 10.05.19 12:12

AW: EIn Crank fragt: Kann überhaupt irgendetwas in ein schwarzes Loch fallen?
 
Zitat:

Zitat von soon (Beitrag 91447)
Stimmt. Nicht die Anzahl der Photonen pro Lichtsignal nimmt ab, sondern die Anzahl der Photonen pro Zeiteinheit des Beobachters nimmt ab. Die Lichtsignale werden zunehmend länger. [Edit: bis hin zur Unkenntlichkeit des Signals]

Kurz: Energie & Intensität nimmt ab.

soon 11.05.19 09:47

AW: EIn Crank fragt: Kann überhaupt irgendetwas in ein schwarzes Loch fallen?
 
Als Laie stelle ich mir die Aufgabenstellung im Rahmen der RT so vor:

Ich suche die Zeitangaben von jeweils 4 Ereignissen in 2 Bezugssystemen:

Ereignis_1 : das erste Photon eines Signals_1 wird gemessen
Ereignis_2 : das letzte Photon des Signals_1 wird gemessen
Ereignis_3 : das erste Photon des nächsten Signals_2 wird gemessen
Ereignis_4 : das letzte Photon des Signals_2 wird gemessen


Was genau läuft gegen ∞ bei der Annäherung des Fallenden an den Ereignishorizont.

Und warum ist das in Wirklichkeit so viel schwieriger als etwas, das man mit Geometrie lösen könnte?

Bernhard 11.05.19 13:26

AW: EIn Crank fragt: Kann überhaupt irgendetwas in ein schwarzes Loch fallen?
 
Zitat:

Zitat von soon (Beitrag 91453)
Als Laie stelle ich mir die Aufgabenstellung im Rahmen der RT so vor:

Du musst noch definieren,

a) wo die Photonenquelle sitzt und welchen Bewegungszustand sie hat.
b) wo der Photonenempfänger sitzt und welchen Bewegungszustand er hat.


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