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Alt 25.07.10, 15:34
Benjamin Benjamin ist offline
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Zitat:
Zitat von Hawkwind Beitrag anzeigen
Nun ja, mit analogen Argumenten könnte ich argumentieren: gibt es Bewegungsenergie wirklich. Schließlich ist immer ein System wählbar, in dem sie Null ist. Ich denke, das ist aber kein Grund am Nutzen dieses Konzeptes zu zweifeln;
Den Nutzen vom Konzept des Magnetfeldes bzweifle ich ja nicht. Den Vergleich mit der Bewegungsenergie erachte ich aber nicht als brauchbar.

Es geht mir um etwas anderes, und zwar um den wirklichen Wirkungsmechanismus der Natur. Ein Elektron selbst kümmert sich wohl kaum um Transformation zwischen Feldern, es folgt einem von der Natur auferlegten Mechanismus.

Die Fragestellung führt uns dazu, wie ein Elektron Information mit seiner Umgebung austauscht. Die Information, die ein bewegtes Elektron erreicht, ist offenbar eine andere, als die Information, die ein ruhender Beobachter hat. Der ruhende Beobachter sieht z.B. kein E-Feld, das Elektron aber sehr wohl. Das Elektron reagiert auf dieses Feld. Historisch hat es sich so entwickelt, dass der Mensch als ruhender Beobachter ein weiteres Feld eingeführt hat, um das Verhalten des Elektrons zu erklären. Dieses ist das Magnetfeld. (Ich rede hier vom Magnetfeld stromdurchflossener Leiter.) Aber es ist, so wie ich das sehe, nur ein bequemer Formalismus, der die Beschreibung erleichtert.
Der wirkliche Mechanismus ist offenbar auf EIN Feld zurückzuführen, nämlich das E-Feld.

Zitat:
Bezüglich magnetischer Felder: solche, die durch bewegte Ladungen verursacht werden, lassen sich wegtransformieren. Was ist aber mit dem magnetischen Moment des Elektrons ? Es gibt kein System, in dem es verschwindet. Oder im Makroskopischen: lässt sich das Feld eines Stabmagneten wegtransformieren ? Sicher nicht.
Dieses "sicher nicht" empfinde ich als eine sehr vorschnelle Beurteilung der Sachlache. Erstens ist "wegtransformieren" in meinen Augen eine falsche Bezeichnung für das Vorgehen. Wir wollen nicht das B-Feld wegtransformieren, sondern zeigen, dass die Bewegung auf ein E-Feld zurück geführt werden kann. Zweitens denke ich nicht, dass du sagen kannst, es wäre nicht möglich, das magnetische Moment eines Elektrons auf ein E-Feld zurückzuführen. Zumal wir nicht einmal genau wissen, wie dieses magnetische Moment entsteht.
Die Erklärung liegt aber nahe, dass es sich dabei um eine Art Kreisstrom handelt. Zumindest kann man ein solches Moment mathematisch wie das B-Feld eines Kreisstromes behandeln, von dessen Quantelung jetzt einmal abgesehen, immerhin ist dies nur eine klassische Betrachtung. Die Kraft auf ein Elektron, das mit dem Magnetfeld eines Kreisstromes wechselkwirkt, muss meines Erachtens aber auf ein E-Feld zurückzuführen sein, da die Beziehung

F = q(E + v x B)

hier nach wie vor gilt, und es genauso ein Bezugssystem geben muss, in dem v=0 ist. Wir können uns problemlos in das Bezugssystem eines Elektrons setzen, dass bei einem Kreisstrom vorbeifliegt.

Zitat:
Meine Meinung: man kann kaum anzweifeln, dass Magnetfelder real sind. Der Realitätsbegriff der Physik basiert auf Messungen und Magnetfelder sind messbar.
Das hat nichts mit der Frage zu tun. Klar kannst du so etwas wie ein Magnetfeld messen. Aber die eigentliche Frage ist, ob du jetzt ein Magnetfeld oder ein elektrisches Feld misst.
Die Frage ist auch interessant in Hinblick auf magnetische Monopole. Ist das Magnetfeld nämlich auf ein E-Feld zurückzuführen, kann es m.E. keine mag. Monopole geben.
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"Gott würfelt nicht!" Einstein

Geändert von Benjamin (25.07.10 um 15:36 Uhr)
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