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Alt 30.10.11, 19:11
Jogi Jogi ist offline
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Standard AW: Welchen "Charakter" hat die Minkowski-Raumzeit?

Hi Timm.

Zitat:
Zitat von Timm Beitrag anzeigen
Ich fürchte, Du verwechselst Topologie mit Geometrie,
Nicht unbedingt, aber im konkreten Fall hast du schon Recht.
Ich hätte besser "Topographie" geschrieben, das hätte es besser getroffen.

Aber auch Kennfelder sind nicht zwingend untereinander homöomorph, da kann es durchaus auch welche in der Form eines Doppeltorus geben, aber dies nur am Rande.

Worauf es mir eigentlich ankommt, hat Eugen so schön zitiert:
Zitat:
Durch den Kunstgriff der Verwendung der imaginären Einheit i erreicht man, dass die Zeit scheinbar dieselbe Qualität wie der Raum bekommt. Damit konnte man dann formal die dreidimensionalen Drehungen auf vierdimensionale Drehungen verallgemeinern. Originalton Hermann Minkowski:
Dadurch wird alles noch viel anschaulicher!
(Geänderte Hervorhebung durch mich.)

An dieser Stelle der Modellbildung geschieht nämlich etwas, was manchen Leuten beim Umgang mit der vierdimensionalen Raumzeit nicht bewusst ist.
Ich hab' das weiter oben ja schon angesprochen:
Modelliert man das Universum als Torus, erscheint seine Oberfläche randlos, was in diesem Falle aber ein rein topologisches (also räumliches) Phänomen ist.
Das würde dazu führen, dass man, egal in welche Richtung man einen Lichtstrahl startet, irgendwann das Licht an diesem Startpunkt wieder empfängt, u. U. "von hinten".
Das ist im realen Universum aber offensichtlich nicht der Fall (auch nicht am EH, das ist graue Theorie).
Denn hier hat die vierte Dimension rein zeitlichen Charakter.
Das Universum expandiert real, dynamisch.
Was der statische Torus nicht tut.


Gruß Jogi
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Die Geschichte wiederholt sich, bis wir aus ihr gelernt haben.
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