Thema: Fliehkraft
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Alt 20.11.08, 12:25
Sino Sino ist offline
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Standard AW: Fliehkraft

Zitat:
Zitat von Kurt Beitrag anzeigen
Uranor, Quantenobjekt gibts keins, es ist ein Phantasieprodukt.

Kurt
Dein Problem ist, dass Du Physik ohne Modellvorstellungen betreiben willst, obwohl Du nicht merkst, dass deine Vorstellung von Teilchen und Kräften auch nur Abstraktionen sind und dass die Wirklichkeit komplexer ist. Das Teilchen in der Form, wie Du es siehst, gibt es nicht.

Wenn man nach deinem Physikbild Physik machen wollte, dann wären wir noch im Mittelalter, weil Du selber zwar mit Vektoren rechnest, wenn Du von Kräften redest, aber Felder nicht magst oder keine Wellen akzeptierst. Das ist doch mal Blödsinn. Wenn man mit ortsabhängigen Kräften hantiert, dann hat man es mit etwas zu tun, was man als Felder behandelt, das Feld kann nämlich z.b. genau die mathematische Beschreibung der Kräfte sein, die auf eine Probemasse oder Probeladung an beliebigen Punkten im Raum wirken würde.
Und wenn man ein träges Teilchen anstösst, dass über Kräfte an andere träge Teilchen gekoppelt ist, dann regt man punktuell eine Schwingung an, die sich als Welle ausbreitet und die man mathematisch als Welle behandelt.

Wir kennen die Beziehung zwischen Magnetismus und Elektrizität, kennen die Kräfte, die Ausbreitungsgeschwindigkeiten, aber Du lehnst das alles ab. Du würdest Dich vermutlich weigern damit zu rechnen, weil Du lieber einzelne Elektronen betrachtest. Und dann noch als starre punktförmige Teilchen, die sie eh nicht sind.

Sorry, das ist in meinen Augen Quatsch.
Wenn ich weiss, wie sich eine Milliarde Elektronen zusammen in einem Leiter als Ladung verhalten, dann brauch ich nicht mehr auf das Teilchen zu schauen. Wenn ich die allgemeinen Regeln für Kräfte und Felder hergeleitet habe, dann rechne ich damit, wie ich will, wenn ich Laster um Kurven fahren lassen will oder Elektromagneten betrachte.

Klassische Mechanik beruht auf der statistischen Betrachtung von "Teilchen", die sich für sich allein genommen nicht klassisch verhalten, weil das Teilchen nur ein Modell ist (siehe Unschärferelation, Quantenstatistik)
Auf jeden Fall liefert mir die statististische Betrachtung von Vielteilchensystemen, z.b. Massen, idealisierten starren Körpern etc. im allgemeinen ziemlich genaue Gesetze, wie man zu rechnen hat, wenn ein Auto um die Kurve fährt oder wie eine Anregung sich in einem Medium ausbreitet etc., wie Strom fliesst, elektrische und magnetische Wirkungen in Zusammenhang miteinander stehen und sich ausbreiten usw.
Diese Gesetze hat man dann wieder genommen, um auf einzelne Teilchen zurückzuschliessen und da fiel auf, dass es Faktoren gibt, die in Vielteilchensystemen normalerweise nicht auffallen und sich da statistisch aufheben, aber sobald man das einzelne Teilchen betrachtet, kann man diese Faktoren einfach nicht mehr ignorieren. (->Quantenmechanik).

Also wenn die klassische Physik nicht genau genug ist, weil man es mit Supraleitern zu tun hat oder mit dem inneren eines Atoms, dann muss man seine klassische Mechanik und das klassische Teilchen, das es eh nicht gibt, zu den Akten legen und quantenmechanisch rechnen. Du machst genau den Denkfehler. Du denkst die einfachen Zusammenhänge, die sich in der makroskopischen ergeben, wirken fundamental auf unterer Ebene, dabei ist es ganz anders. Auf unterer Ebene gilt die Quantenphysik und erst wenn man auf makroskopischer Ebene abstrahiert und die Dinge unter den Tisch kehrt, die man makroskopisch eh nicht mehr wahrnehmen kann oder die sich statistisch wegheben, dann landet man bei der klassischen Physik.

Wie gesagt, wenn die Physiker alle Modellvorstellungen abgelehnt hätten die Du ablehnst, dann würde ich wahrscheinlich noch ein Pferd im Stall haben, statt einem Auto in der Garage und ein Physikbuch würde nur Spekulationen enthalten ohne irgendeine Formel, mit der man irgendetwas ausrechnen könnte.

P.S.: In meinen Augen heisst Physik: Beobachten, Zusammenhänge erkennen, abstrahieren bzw Modell bilden einschliesslich mathematischer Beschreibung, das experimentell überprüfen, nächstes Problem angehen und wieder von vorn. Sonst hätte es nie die Newtonsche Physik, die Wärmetheorie, die Maxwellsche Theorie etc. , die Strömungslehre etc. gegeben. Weil niemand sich getraut hätte, die übergeordneten Zusammenhänge, die man immer wieder beobachtet, mal zu abstrahieren und in Formeln zu pressen. Nur deshalb gibt es Begriffe wie Masse, Energie, Kraft, Feld, Teilchen, Welle ...

edit: Die Relativitätstheorie fügt sich natürlich genau in dieses Bild. Man hat anfang des letzten Jahrhunderts nicht nur gemerkt, dass die klassische Physik im kleinsten scheitert, sondern auch im Grossen. Also hat man wieder abstrahiert, nach Gesetzmässigkeiten gesucht, die das Verhalten beschreiben und mit denen man rechnen kann und landete bei der SRT und ART. Wo ist bitte das Problem ?

Geändert von Sino (20.11.08 um 14:12 Uhr)