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Alt 30.01.19, 11:49
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TomS TomS ist offline
Singularität
 
Registriert seit: 04.10.2014
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Standard AW: Informationserhaltung beim Wellenkollaps

Zitat:
Zitat von Philipp Wehrli Beitrag anzeigen
Danke für die schönen und kompetenten Ausführungen! - Leider bedeutet 'Information' auch unter Wissenschaftlern völlig unterschiedliche Sachen.
Möglicherweise.

Zitat:
Zitat von Philipp Wehrli Beitrag anzeigen
Ich denke aber, hier müssen wir eine ganz andere Art von Information betrachten. Wenn du zwei gleichartige und gleich grosse Kasten mit einem gleichartigen und gleich heissen Gas darin hast, sind diese Kasten aus Sicht des Informationstheoretikers gleich. Mit so einem Kasten kannst du keine Information übermitteln, die über die Kastengrösse, Druck, Temperatur und Art des Gases hinausgeht.
Ja.

Zitat:
Zitat von Philipp Wehrli Beitrag anzeigen
Aber aus Sicht der Natur sind die Kasten überhaupt nicht gleich. Das erkennst du, wenn du in beide Kasten einen Sensor stellst, der die Zeit bis zum ersten Stoss eines Gasteilchens messen soll. Diese Wartezeit kann sehr unterschiedlich sein. Die Information, die im Kasten enthalten ist, muss auch reichen, um diese Wartezeit zu berechnen.
Wenn du diese Information kodieren möchtest, dann darfst du den Kasten nicht als statisches Gemisch betrachten, sondern als quantenmechanisch reinen Zustand; dann hat er keine Temperatur, dafür jedoch einen definierten Mikrozustand, aus dem dies alles folgt.

Zitat:
Zitat von Philipp Wehrli Beitrag anzeigen
Diese Art von Information entsteht an Horizonten.
Nein, an Horizonten entstehen - wenn Hawking et al. Recht haben - thermische Zustände, die diese Information nicht tragen. Wenn du annimmst, dass Hawking’s Berechnungen durch eine exakte Berechnung ersetzt werden müssen - wovon heute die meisten ausgehen - dann wäre diese Information kodiert, aber dann läge eben kein thermischer Zustand vor.

Zitat:
Zitat von Philipp Wehrli Beitrag anzeigen
Man könnte natürlich sagen, die thermischen Teilchen seien in einer Superposition aller Zustände ...
Ein statistisches Gemisch mit Entropie größer Null ist kein Superpositionszustand.

Zitat:
Zitat von Philipp Wehrli Beitrag anzeigen
... und es ist in der Natur noch gar nicht festgelegt, wann der erste Sensor anspricht.
Gemäß unserer Beschreibung ist es das nicht.

Zitat:
Zitat von Philipp Wehrli Beitrag anzeigen
Dann aber entsteht die Information spätestens beim Stoss durch das Teilchen, also bei der Beobachtung.
Das ist wieder etwas anderes: im Zuge einer Messung erhalte ich - nach der orthodoxen Interpretation - einen reinen Zustand als Eigenzustand der Messgröße. Ja, dadurch entsteht in gewisser Weise Information. Das hat nun aber erstens nichts mit Horizonten und Thermodynamik zu tun, sondern mit dem Projektionspostulat. Fakt ist aber, dass die vor der Messung vorhandene und im Zustand kodierte Information zum Teil zerstört wird.

Einfaches Beispiel: du wirfst eine Zeitung weg, sie wird recycelt wodurch der Text zerstört wird, am nächsten Tag erhältst du eine neue Zeitung mit neuem Text; offenbar ist die alte Information verloren gegangen.
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«while I subscribe to the "Many Worlds" theory which posits the existence of an infinite number of Toms in an infinite number of universes, I assure you that in none of them am I dancing»

Geändert von TomS (30.01.19 um 11:54 Uhr)
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