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Alt 13.03.16, 19:59
Astrophysiker.Danial Astrophysiker.Danial ist offline
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Standard AW: Kopenhagener Interpretation vs. Bohmsche Mechanik

Hallo Hermes,
In einer deterministischen Welt gibt es eben keine anderen Möglichkeiten. Wenn man davon ausgeht, dass alle anderen Ereignisse, die theoretisch hätten eintreffen können, gleichzeitig in einem anderen Universum stattfinden, dann sind diese unendlichen vielen Paralleluniversen in sich deterministisch.
Am Anfang (der Entstehung des Universums durch den Urknall, oder in dem Fall durch einen Urknall) formieren sich je nach Anfangsbedingungen die Naturkonstanten auf eine bestimmte Art und Weise. Je nachdem, wie die Naturkonstanten und die fundamentalen Größen der Physik, die alles beeinflussen, ''konstruiert'' sind, entwickelt sich das Universum.

Es geht mir sowohl um den wissenschaftlichen als auch den erkenntnisstheoretischen Aspekt der bohmschen Mechanik. Was ich zum Beispiel merkwürdig finde: viele theistische Menschen, meinen, Gott hätte uns einen freien Willen gegeben. Laut neusten neurowissenschaftlichen Untersuchungen gibt es keinen ''freien Willen''. Menschen, die dann versuchen, ihr pseudo-philosophisches Esoterik-Geschwätz durch das Vermischen von fehlgeleiteten Interpretationen der Quantenmechanik, die unwissenschaftliche Konzepte wie den ''Zufall'' hervorheben, und ihren eigenen emotionalen Werten, fangen dann von Dingen wie ''Quantenbewusstsein'' zu sprechen - einer der berühmtesten von ihnen Deepak Chopra.

Was mich ebenfalls an der Kopenhagener Interpretation stört ist das schon fast fanatische ''jeder, der die Kopenhagener Interpretation nicht akzeptiert, ist ein Verschwörungstheoretiker oder hat Quantenmechanik nicht verstanden''. Die Kopenhagener Interpretation ist nur eine Interpretation der Quantenmechanik - eine meiner Meinung nach sogar äußert unwissenschaftliche, wenn sie sich auf den ''Zufall'' beruft. Ich sage nicht, dass die Kopenhagener Interpretation falsch ist. Aber die Betonung liegt auf Interpretation. Quantenmechanik ist nicht gleich Kopenhagener Interpretation. Leider wird vielen Leuten aber die Kopenhagener Interpretation als ''Fakt'' verkauft, weil sie sich unter den Wissenschaftlern etabliert hat. Und ''Fakten'', die auf Konzepten wie ''ein Teilchen inteferiert mit sich selbst'' oder den ''Zufall'' berufen, erschreckt einige Menschen, die sich anfangen wollen, für Quantenmechanik zu begeistern. Dann denkt man sich schnell - ,,also wenn das Quantenmechanik sein soll, habe ich keine Lust, das verstehen zu wollen''. Und so verliert man Menschen, die sich für die Natur begeistern - das ist sehr schade!

Vielleicht ist dieser Post mehr das ''von-der-Seele-schreiben'' eines emotionalen Konfliktes, den ich lange mit der Quantenmechanik hatte

Mit freundlichem Gruß
Danial
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