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Quantenmechanik, Relativitätstheorie und der ganze Rest. Wenn Sie Themen diskutieren wollen, die mehr als Schulkenntnisse voraussetzen, sind Sie hier richtig. Keine Angst, ein Physikstudium ist nicht Voraussetzung, aber man sollte sich schon eingehender mit Physik beschäftigt haben.

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  #1  
Alt 28.04.19, 19:34
OldB OldB ist offline
Aufsteiger
 
Registriert seit: 12.07.2018
Beiträge: 67
Standard Zur Längenkontraktion

Hallo Forum,
folgende Frage:
Ich (A) betrachte einen relativistisch schnell bewegten Beobachter B. Jetzt soll B ein quadratförmiges Objekt (Form in Ruhe) quer zur Relativbewegung beschleunigen. Dann ändert sich die Form des für mich schon längenkontrahierten Quadrats ja nochmal. Hier hakt es bei mir aus folgendem Grund: Ich schaue mir an, wie B nun das gestauchte Quadrat quer zur Bewegungsrichtung beschleunigt. Das sieht dann für mich so aus als wenn die entgegen der Bewegungsrichtung von B senkrechte Seite zuerst beschleunigt und dann sukzessive der Rest nacheinander bis zur in Bewegungsrichtung von B liegenden Seite, die sich zuletzt in Bewegung setzt. Beim Beschleunigungsvorgang bleiben also zwei der Seiten senkrecht zur Bewegungsrichtung von B, sodass sich -wenn der Beschleunigungsvorgang beendet ist- für mich aus meiner Perspektive eine Raute ergibt. Die vor der Beschleunigung noch langen Seiten haben sich natürlich auch noch längenkontrahiert dabei, aber es geht mir haupsächlich darum, dass sie senkrecht zur Bewegungsrichtung von B sind.
Nun stellt dieser "Endzustand" natürlich auch eine Relativbewegung dar, bei der das Quadrat einfach nur (näherungsweise) diagonal beschleunigt wurde vom System A aus bzw. hätte man diesen Zustand auch so erreichen können. Dann wären die beiden Seiten aber erwartungsgemäß nicht senkrecht zur Bewegungsrichtung von B, sondern man hätte ein diagonal gestauchtes Quadrat. Wie geht das nun zusammen?

Ich hätte Alternativ auch Fragen können, wie ein längst in Bewegungsrichtung von B liegender und mit B mitbewegter Stab aussieht, wenn B diesen quer zur Bewegungsrichtung hin und her bewegt. Das geschieht sicher zweifelsfrei ohne jede Spannung, mechanischer Verformung oder dergleichen. Dabei würde ich auch erwarten, dass die Enden immer senkrecht zur Bewegungsrichtung von B bleiben. Auf der anderen Seite stellt auch hier die Auf- oder Abwärtsbewegung einfach nur einen Zustand dar den ich direkt durch Beschleunigen aus meinem System A heraus hätte erreichen können, hier würde ich ebenfalls eine andere "Form" durch die Längenkontraktion erwarten.

Falls nicht so ganz klar ist, was ich meine, bitte einfach nachhaken.
Ich sage jetzt schon mal vielen Dank für die Auflösung. Bitte nicht böse sein, falls die Frage blöd ist, aber ich krieg´s echt nicht zusammen:-(

Viele Grüße,
OldB
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  #2  
Alt 29.04.19, 08:07
Ich Ich ist offline
Moderator
 
Registriert seit: 18.12.2011
Beiträge: 1.751
Standard AW: Zur Längenkontraktion

Zitat:
Zitat von OldB Beitrag anzeigen
Nun stellt dieser "Endzustand" natürlich auch eine Relativbewegung dar, bei der das Quadrat einfach nur (näherungsweise) diagonal beschleunigt wurde vom System A aus bzw. hätte man diesen Zustand auch so erreichen können.
Lorentz-Boosts bilden keine Gruppe. Wenn du zwei senkrechte Boosts hintereinander ausführst, kommt etwas heraus, das du nicht durch einen einzigen Boost erreichen kannst. Die beiden Enrdesultate sind dann zueinander verdreht.

Geändert von Ich (29.04.19 um 08:28 Uhr)
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  #3  
Alt 29.04.19, 09:50
OldB OldB ist offline
Aufsteiger
 
Registriert seit: 12.07.2018
Beiträge: 67
Standard AW: Zur Längenkontraktion

Zitat:
Zitat von Ich Beitrag anzeigen
Wenn du zwei senkrechte Boosts hintereinander ausführst, kommt etwas heraus, das du nicht durch einen einzigen Boost erreichen kannst. Die beiden Enrdesultate sind dann zueinander verdreht.
Allerbesten Dank,

VG,
OldB
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  #4  
Alt 29.04.19, 20:40
Hawkwind Hawkwind ist offline
Singularität
 
Registriert seit: 22.07.2010
Ort: Rabenstein, Niederösterreich
Beiträge: 2.318
Standard AW: Zur Längenkontraktion

Zitat:
Zitat von Ich Beitrag anzeigen
Lorentz-Boosts bilden keine Gruppe. Wenn du zwei senkrechte Boosts hintereinander ausführst, kommt etwas heraus, das du nicht durch einen einzigen Boost erreichen kannst. Die beiden Enrdesultate sind dann zueinander verdreht.
Ach ja, die "berüchtigte" Wigner-Rotation. Das Thema hatten wir mal vor langer Zeit ausgiebigst diskutiert mit einem der "Kritiker".
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