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Quantenmechanik, Relativitätstheorie und der ganze Rest. Wenn Sie Themen diskutieren wollen, die mehr als Schulkenntnisse voraussetzen, sind Sie hier richtig. Keine Angst, ein Physikstudium ist nicht Voraussetzung, aber man sollte sich schon eingehender mit Physik beschäftigt haben.

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  #11  
Alt 08.08.22, 19:48
future06 future06 ist offline
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Beitr?ge: 131
Standard AW: Superdeterminismus, Sabine Hossenfelder

Zitat:
Zitat von future06 Beitrag anzeigen
Aber möglicherweise hat Bell hier tatsächlich unrecht und Hossenfelder hat recht. Das Ganze hat auch was mit der philosophischen Position des sog. "Kompatibilismus" zu tun, also der Ansicht, dass der freie Wille mit dem Determinismus kompatibel ist.
Ich denke, sie hat tatsächlich recht und Bell hatte unrecht. Bells Befürchtung, dass ein vollständiger physikalischer Determinismus jegliche wissenschaftliche Arbeit unmöglich macht, ist zwar nachvollziehbar, aber sie ist falsch. Sie beruht auf der hochplausiblen aber falschen Intuition, dass die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie keine Aussagekraft haben können, *weil* die Ergebnisse bereits von vorneherein feststehen. Analog einer Wahlprognose, deren Ergebnis bereits festeht, bevor die Wähler überhaupt befragt wurden.

Warum ist diese Intuition falsch? Sie ist falsch aus demselben Grund, warum ein Schachprogramm, das auf einer vollständig deterministischen CPU läuft, trotzdem fast immer den besten Zug findet. Der formale Grund liegt auf der Hand. Das Ergebnis ist zwar vorherbestimmt aber trotzdem fast vollständig unabhängig von den Anfangszuständen. Das Zauberwort lautet hier "fast". Übertragen auf unser Problem bedeutet das, dass die statistical independence auf der Quantenebene (laut dieser Theorie) nicht gilt und somit auch nicht im mathematischen exakten Sinne auf der Makroebene. Jedoch gilt sie auf der Makroebene nahezu. Die Abhängigkeit ist so gering, dass sie im Grunde keine Rolle spielt und es keinen Unterschied macht, ob sie da ist oder nicht.

D.h., der Superdeterminismus ist eine Theorie, die plötzlich mindestens genauso plausibel ist wie alle anderen Theorien bzw. Interpretation der QM (wobei es sich laut Hossenfelder um keine Interpretation sondern um einen Hinweis auf eine tieferliegende physikalische Wahrheit handelt). Das bisher genannte "Totschlagargument", das gegen den Superdeterminismus sprach, ist also hinfällig. Einstein hatte also möglicherweise doch recht: "Gott würfelt nicht" und der sog. objektive Zufall in der Quantenphysik existiert tatsächlich nicht. Es käme einer Revolution gleich.

Ge?ndert von future06 (08.08.22 um 19:52 Uhr)
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