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Quantenmechanik, Relativitätstheorie und der ganze Rest. Wenn Sie Themen diskutieren wollen, die mehr als Schulkenntnisse voraussetzen, sind Sie hier richtig. Keine Angst, ein Physikstudium ist nicht Voraussetzung, aber man sollte sich schon eingehender mit Physik beschäftigt haben.

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  #1  
Alt 21.03.18, 21:03
Niko176 Niko176 ist offline
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Beiträge: 84
Standard Multiversen 2018

Dieses Thema wurde vom Nachruf auf Stephen Hawking † 14.08.2018 hierher verschoben.
Der Eröffnungsbeitrag ist noch Teil des Nachrufes. -- Kommentar eingefügt von Bernhard


Zitat:
Zitat von pauli Beitrag anzeigen
Es gibt keine neuen Erkenntnisse weil Multiversen reine Phantastereien sind
Wenn du google benutzen könntest, hättest du in 3 Sekunden herausgefunden, dass Stephen Hawkings letzte Arbeit dem Multiversum gegolten hat und die Ergebnisse noch veröffentlicht werden.

Wenn man nicht vollkommen ignorant ist, ist alleine schon aufgrund der Feinabstimmung des Universums ein Multiversum genauso logisch wie der Schluss, dass die Erde nicht der einzige Planet im Weltall ist...

Das war bekanntermaßen auch die Ansicht von Stephen Hawking.

Es ist aber auch absolut logisch - unabhängig davon, ob Stephen Hawking der Ansicht gewesen wäre.

Geändert von Bernhard (24.03.18 um 11:20 Uhr)
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  #2  
Alt 22.03.18, 08:21
Benutzerbild von JoAx
JoAx JoAx ist offline
Singularität
 
Registriert seit: 05.03.2009
Beiträge: 4.324
Standard AW: Stephen Hawking - Zum Abschied

Zitat:
Zitat von Niko176 Beitrag anzeigen
Wenn man nicht vollkommen ignorant ist, ist alleine schon aufgrund der Feinabstimmung des Universums ein Multiversum genauso logisch wie der Schluss, dass die Erde nicht der einzige Planet im Weltall ist...
Ich wäre da nicht so voreilig. Die Argumentation basiert de facto auf dem antropischen Prinzip. Dieser ist zwar ein plausiebl klingender Gedanke, aber keine experimentelle Tatsache, so viel ich weiss.

"Plausibel" und "logisch" sind aber keine ausreichende Argumente. Ein Experiment muss her.

Der Vergleich mit der Erde und anderen Planeten hinkt gewaltig.
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Gruß, Johann
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Eine korrekt gestellte Frage beinhaltet zu 2/3 die Antwort.
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  #3  
Alt 22.03.18, 08:58
Bernhard Bernhard ist offline
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Registriert seit: 14.06.2017
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Standard AW: Stephen Hawking - Zum Abschied

Zitat:
Zitat von JoAx Beitrag anzeigen
Der Vergleich mit der Erde und anderen Planeten hinkt gewaltig.
Das Problem ist der experimentelle Befund einer global euklidischen räumlichen Geometrie, welche nach dem Standardmodell ein räumlich unbegrenztes Universum favorisiert. Als Alternative bleibt da nur noch das "Pacman"-Universum, welches ebenfalls eine flache räumliche Geometrie hat, aber räumlich nicht mehr unbegrenzt ist.

Mir persönlich erscheint eine geschlossene Topologie als unnatürlich und bin mir auch nicht sicher, ob das nicht noch weitere Konsequenzen hat. Insofern erscheint das Multiversum schon als plausibel. Man muss allerdings wissen, was damit gemeint ist. Es geht nicht um unendlich viele Dimensionen, sondern um unendliche viel kausal getrennte Bereiche innerhalb einer vierdimensionalen Raumzeit.
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Freundliche Grüße, B.
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  #4  
Alt 22.03.18, 23:33
Benutzerbild von JoAx
JoAx JoAx ist offline
Singularität
 
Registriert seit: 05.03.2009
Beiträge: 4.324
Standard AW: Stephen Hawking - Zum Abschied

Zitat:
Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
Das Problem ist der experimentelle Befund einer global euklidischen räumlichen Geometrie, welche nach dem Standardmodell ein räumlich unbegrenztes Universum favorisiert. Als Alternative bleibt da nur noch das "Pacman"-Universum, welches ebenfalls eine flache räumliche Geometrie hat, aber räumlich nicht mehr unbegrenzt ist.
Ein sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, ... großes Universum mit einer derart geringen (positiven) Krümmung, dass wir sie (noch) nicht feststellen können, ist auch noch drin, denke ich.

Zitat:
Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
Mir persönlich erscheint eine geschlossene Topologie als unnatürlich und bin mir auch nicht sicher, ob das nicht noch weitere Konsequenzen hat. Insofern erscheint das Multiversum schon als plausibel. Man muss allerdings wissen, was damit gemeint ist. Es geht nicht um unendlich viele Dimensionen, sondern um unendliche viel kausal getrennte Bereiche innerhalb einer vierdimensionalen Raumzeit.
Ich bin da eher entspannt, was die Topologie betrifft. das wäre schon lustig zu erfahren, dass man in einem flachen Torus lebt.
Was die kausal getrennte Bereiche betrifft - ich weiß, es geht um die Inflation. Aber wer garantiert, dass dort immer zu unterschiedliche Physik entstanden haben muss, was Mr. Greene gerne haben möchte?
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Gruß, Johann
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  #5  
Alt 23.03.18, 14:22
Slash Slash ist offline
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Registriert seit: 30.07.2008
Beiträge: 436
Standard AW: Stephen Hawking - Zum Abschied

Zitat:
Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
Es geht nicht um unendlich viele Dimensionen, sondern um unendliche viel kausal getrennte Bereiche innerhalb einer vierdimensionalen Raumzeit.
Was ich in diesem Zusammenhang nie verstanden habe (hier auch schon in einem Thread gefragt):

Die kausal getrennten Bereiche (ich nenne sie einmal "Volumenbereiche") sind doch streng genommen abzählbar, wenn auch unendlich viele.

Ist nun die Raumzeit aber ein Kontinuum, dann müsste es doch für ein Atom innerhalb eines Volumenbereichs überabzählbar viele unterschiedliche Möglichkeiten sich an einem bestimmten Ort innerhalb des Volumens aufzuhalten (ebenso auch für andere Zustandsgrößen wie Impuls, etc.)

Wie kann es da dann sein, dass es irgendwo noch genau so ein Universum geben kann wie unseres, selbst wenn das Universum unendlich groß ist?

Dies wird wie ich mitbekommen habe in populärwissenschaftlichen Beiträgen (Brian Greene, o.a.) immer wieder behauptet.

Wo liegt mein Gedankenfehler?
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  #6  
Alt 23.03.18, 14:58
Ich Ich ist offline
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Beiträge: 1.916
Standard AW: Multiversen 2018

Dann ist das in dem Thread offenbar nicht rübergekommen: Es gibt in einem Raumbereich nur endlich viele - also noch nicht einmal abzählbar unendlich viele - Zustände, wenn man gleichzeitig eine Obergrenze für die Temperatur oder die enthaltene Energie annimmt. Beides ist in unserem Universum gegeben, also enthält jeder Raumbereich endlich viele Zustände.
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  #7  
Alt 23.03.18, 16:45
Slash Slash ist offline
Profi-Benutzer
 
Registriert seit: 30.07.2008
Beiträge: 436
Standard AW: Multiversen 2018

Zitat:
Zitat von Ich Beitrag anzeigen
Dann ist das in dem Thread offenbar nicht rübergekommen: Es gibt in einem Raumbereich nur endlich viele - also noch nicht einmal abzählbar unendlich viele - Zustände, wenn man gleichzeitig eine Obergrenze für die Temperatur oder die enthaltene Energie annimmt. Beides ist in unserem Universum gegeben, also enthält jeder Raumbereich endlich viele Zustände.
Hallo Ich,

du hast Recht!

Danke nochmals.

VG
Slash
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  #8  
Alt 23.03.18, 16:50
Slash Slash ist offline
Profi-Benutzer
 
Registriert seit: 30.07.2008
Beiträge: 436
Standard Nächste Frage

Jetzt kommt mir noch eine weitere Frage:

Ist es möglich, dass zwei Quanten über nicht kausal zusammenhängende Raumbereiche verschränkt sind und dass so, dass die Messung / Wechselwirkung des einen hier, den Zustand des anderen im entfernten Raumbereich festlegt?

Die Verschränkung über eine so große Entfernung könnte ja über Inflation zustande kommen / gekommen sein - möglich?
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  #9  
Alt 23.03.18, 18:16
Bernhard Bernhard ist offline
Moderator
 
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Beiträge: 1.579
Standard AW: Nächste Frage

Zitat:
Zitat von Slash Beitrag anzeigen
Ist es möglich, dass zwei Quanten über nicht kausal zusammenhängende Raumbereiche verschränkt sind und dass so, dass die Messung / Wechselwirkung des einen hier, den Zustand des anderen im entfernten Raumbereich festlegt?
Innerhalb der Kopenhagener Deutung der QM ja.
__________________
Freundliche Grüße, B.
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  #10  
Alt 24.03.18, 08:23
Benutzerbild von TomS
TomS TomS ist offline
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Beiträge: 2.597
Standard AW: Nächste Frage

Zitat:
Zitat von Slash Beitrag anzeigen
Ist es möglich, dass zwei Quanten über nicht kausal zusammenhängende Raumbereiche verschränkt sind und dass so, dass die Messung / Wechselwirkung des einen hier, den Zustand des anderen im entfernten Raumbereich festlegt?
Wie genau meinst du das?

Gegeben seine zwei Photonen 1 und 2, die aus einem Raumbereich Q (Quelle) stammen. Diese befinden sich zu einem späteren Zeitpunkt in Raumbereichen P1 und P2. Offensichtlich befindet sich Q im Vergangenheitslichtkegel von P1 und P2, d.h. letztere sind von Q kausal beeinflusst. Aber zwischen P1 und P2 besteht kein kausaler Zusammenhang, denn P1 und P2 waren von Q aus nur mittels Lichtgeschwindigkeit erreichbar, d.h. P2 wäre jetzt von P1 aus sich nur mit Überlichtgeschwindigkeit erreichbar.

Diese Photonen 1 und 2 sind also immer kausal voneinander entkoppelt.

Zitat:
Zitat von Bernhard Beitrag anzeigen
Innerhalb der Kopenhagener Deutung der QM ja.
Was hat das mit der Kopenhagener Interpretation zu tun?
__________________
Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.

Geändert von TomS (24.03.18 um 08:30 Uhr)
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