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  #1  
Alt 27.03.16, 03:38
schwan schwan ist offline
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Registriert seit: 13.03.2016
Beiträge: 5
Standard Vom Ursprung einiger Religionen und Weisheitslehren

Die ursprüngliche Weisheit ist Intuition, während alles spätere Wissen angelernt ist.
Ralph Waldo Emerson (1803-1882). US-amerikanischer Geistlicher, Philosoph
Die universellen geistigen Gesetzmäßigkeiten waren vor tausenden von Jahren, so wie auch noch heute kaum zu verstehen oder zu begreifen. So geschah es, das einige Religionsstifter und Weisheitslehrer nur einzelne Aspekte davon erkannten und glaubten das Ganze gefunden zu haben. Und ihre Anhänger haben ihnen das geglaubt. Das sind Religionen und Weisheitsehren wie wir sie auch heute noch vorfinden, sie sind nicht unbedingt völlig falsch, aber sie sind unvollkommen. In jeder Religion gibt es verschiedene Strömungen, und die Mitglieder dieser Glaubensrichtungen haben sich, soweit wir heute wissen, immer schon die Köpfe, um die Auslegung eingeschlagen.
Während in der Vergangenheit nur Teilaspekte der Universellen Göttlichen Gesetzmäßigkeiten empfangen wurden, werden uns jetzt durch die Quantenphysik allmählich diese Gesetzmäßigkeiten offenbar.
Der Physiker Fridjof Capra hat in seinem Buch „Das Tao der Physik“ systematisch den Versuch unternommen, die Aussagen moderner Physik und östlicher Philosophie zu vergleichen. Dabei macht er auf überzeugende Art klar, dass die Konsequenzen der Quantenphysik unser Weltbild viel eher an die Sichtweise des Taoismus oder Yoga heranrücken als die an den gängigen Materialismus. Und er erkannte, dass die alte Hindumystik im Grunde Quantentheorie in metaphysischer Verpackung sei. So wie die christliche Religion auch an der Quantenphysik zu erklären ist, so ist sie auch an den Quellen der anderen Religionen und Weisheitslehren zu erahnen.
H.P. Dürr ein Schüler Heisenbergs, der in den USA studierte und arbeitete hatte einen Kollegen indianischer Abstammung. Als dieser seinem Vater, der weder lesen noch schreiben konnte, erklären wollte, was er dort studiere (Quantenphysik), antwortete der, das wisse er schon.
Quantenphysik zu verstehen braucht es nicht unbedingt eine Akademische Bildung, ja sie kann für viele sogar hinderlich sein. Es geht doch darum die Universellen geistigen Gesetzmäßigkeiten, die in jeden von uns schlummern, zu erkennen.
Der Buddha entdeckte vor 2500 Jahren in seiner Innenschau, dass die subatomaren Teilchen keine wirkliche Festigkeit und Stabilität haben, sondern wie ein Strom von Schwingungen auftreten, er nannte sie Kalāpas. Was er sah, waren wohl die Quantenwellen, die Joseph Ratzinger, der spätere und jetzt emeritierte Papst, mit Gott verglich. Hat der Buddha, ohne es zu ahnen, Gott entdeckt?
Buddhisten fassen ein Objekt als Vorgang, nicht als Ding oder Substanz auf. Wie die modernen Physiker sehen die Buddhisten alle Objekte als Vorgänge in einem universellen Fluss und verneinen die Existenz einer materiellen Substanz.
Die Quantenphysik zwingt uns, die Welt ähnlich zu sehen, wie ein Hindu, Buddhist oder Taoist sie sieht. Die östlichen Mystiker bestehen immer wieder darauf, dass die letzte Wirklichkeit niemals ein Objekt logischen Folgerns oder demonstrierbares Wissen sein kann.
Absolutes Wissen ist eine völlig nicht-intellektuelle Erfahrung der Wirklichkeit, eine Erfahrung, die in einem »meditativen« oder mystischen Zustand auftritt. Das Grundziel ist es, den denkenden Verstand zum Schweigen zu bringen und vom rationalen auf das intuitive Bewusstsein umzuschalten. In vielen Formen der Meditation wird das rationale Bewusstsein dadurch zu Schweigen gebracht, dass man seine Aufmerksamkeit auf einen einzigen Punkt, wie z.B. den Atem konzentriert.
Was wir sehen und hören, sind nie die untersuchten Phänomene selbst, sondern nur ihre Auswirkungen. Die atomare und subatomare Welt selbst liegt jenseits des Wahrnehmungsvermögens unserer Sinne.
Nach buddhistischer Ansicht entstehen Leiden immer dann, wenn wir dem Fluss des Lebens widerstreben und uns an feste Formen klammern.
Der Taoismus ist mystisch orientiert und somit von großer Bedeutung für unseren Vergleich mit der modernen Physik. Wie der Hinduismus und Buddhismus ist der Taoismus mehr an intuitiver Weisheit interessiert als an rationalem Wissen.
Die ganze buddhistische Lehre, ja, die gesamte östliche Mystik, dreht sich um die absolute Ansicht, die in der Welt von „Nicht Denken“ erreicht wird, wo die Einheit aller Gegensätze zur lebendigen Erfahrung wird.
Mit der Bezeichnung »Sunyata« Leere für die höchste Realität drücken die Buddhisten die Vorstellung aus und versichern, dass es eine lebendige Leere ist, aus der alle Erscheinungen der Welt entstehen. Ist es der Himmel?
Die östliche Mystik hat es vor allem darauf abgesehen, den menschlichen Geist von Wörtern und Erklärungen zu befreien. Beide, Buddhisten und Taoisten, sprechen von einem »Netzwerk von Wörtern« oder einem »Netz von Begriffen«. Solange wir Dinge erklären wollen, sind wir vom »Karma« gebunden, gefangen in unserem Netzwerk der Begriffe. Worte und Erklärungen zu überschreiten bedeutet, die Fesseln des Karmas zu sprengen und die Befreiung zu erreichen.
Quellennachweis:
Dieter Broers, Gedanken erschaffen Realität, Die Gesetze des Bewusstseins, Heyne Verlag 2013
Fritjof Capra, Das Tao der Physik, Knaur Verlag 1997, Heyne Verlag 2013
Dirk Schneider, Jesus Christus Quantenphysiker, Amazon 2013
William Hart, Die Kunst des Lebens, Vipassana-Meditation, Deutscher Taschenbuch Verlag 2006
Mehrere Artikel der Webseite: www.rudipaulschwan.com sind auch in Englisch unsortiert bei: rudipaulschwanen.blogspot.com gepostet.
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  #2  
Alt 27.03.16, 10:21
Herr Senf Herr Senf ist offline
Aufsteiger
 
Registriert seit: 19.04.2015
Beiträge: 69
Standard AW: Vom Ursprung einiger Religionen und Weisheitslehren

Wieviel Standardwerke aus der Bibliothek der Klappses-Mühle sollen noch zitiert werden.
Man muß ziemlich durch den Wind sein, wenn man das alles gelesen hat.
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  #3  
Alt 29.03.16, 15:27
Hawkwind Hawkwind ist offline
Singularität
 
Registriert seit: 22.07.2010
Beiträge: 2.039
Standard AW: Vom Ursprung einiger Religionen und Weisheitslehren

Zitat:
Zitat von Herr Senf Beitrag anzeigen
Wieviel Standardwerke aus der Bibliothek der Klappses-Mühle sollen noch zitiert werden.
Man muß ziemlich durch den Wind sein, wenn man das alles gelesen hat.
Ich finde manches ja gar nicht uninteressant; das Buch von Capra hab ich in den 70ern auch mal "verschlungen".

Andererseits kenne ich keinen Buddha oder sonstigen Mystiker, der das Spektrum des Wasserstoffatoms quantitativ korrekt vorhergesagt hätte.
Dazu braucht man eben die Quantentheorie; da kannst du meditieren bis du umfällst: auf die Lösungen der Schrödingergleichung kommst du so nicht.
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  #4  
Alt 29.03.16, 21:52
derwestermann derwestermann ist offline
Aufsteiger
 
Registriert seit: 22.06.2015
Beiträge: 40
Standard AW: Vom Ursprung einiger Religionen und Weisheitslehren

Da empfehle ich "Das bewegte Universum", von Amid Goswami.
Als jemand, der 30 Jahre an das Christentum geglaubt hat, war ich schon ziemlich verblüfft, wie viel dichter die östlichen Mystiker an der physikalischen Tatsache sind.

Das Spektrum des Wasserstoffatoms und die Schrödinger-Gleichung, sind allersings auch für unser alltägliches Leben so sinnvoll wie Ratzingers Gemächt.

Gleichwohl ist mir das Karma auch schon wieder zu sehr bindende "Geistlichkeit"
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  #5  
Alt 30.03.16, 11:52
Ich Ich ist offline
Moderator
 
Registriert seit: 18.12.2011
Beiträge: 1.490
Standard AW: Vom Ursprung einiger Religionen und Weisheitslehren

Zitat:
Zitat von Hawkwind Beitrag anzeigen
Ich finde manches ja gar nicht uninteressant; das Buch von Capra hab ich in den 70ern auch mal "verschlungen".
Das hat mir zu meiner Studienzeit mal eine esoterisch angehauchte Freundin meiner Mutter geschenkt. Da waren die 70er schon vorbei, und das ganze "Alles besteht aus Allem"-Dingens war ad acta gelegt. Hat sich in den Kreisen aber noch nicht herumgesprochen, dass es ein Standardmodell gibt.
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  #6  
Alt 30.03.16, 11:57
Ich Ich ist offline
Moderator
 
Registriert seit: 18.12.2011
Beiträge: 1.490
Standard AW: Vom Ursprung einiger Religionen und Weisheitslehren

Zitat:
Zitat von derwestermann Beitrag anzeigen
Das Spektrum des Wasserstoffatoms und die Schrödinger-Gleichung, sind allersings auch für unser alltägliches Leben so sinnvoll wie Ratzingers Gemächt.
Das Spektrum des Wasserstoffatoms ist das, was fernöstlich angehauchtes Woo Woo à la Goswami von Wissenschaft unterscheidet.
Das mag für deinen Alltag keinen Unterschied machen, aber hier ist ein wissenschaftliches Forum, und da ist das der ganze Unterschied. Daherlabern können viele, etwas richtig hinkriegen nur wenige.
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  #7  
Alt 30.03.16, 14:57
Hawkwind Hawkwind ist offline
Singularität
 
Registriert seit: 22.07.2010
Beiträge: 2.039
Standard AW: Vom Ursprung einiger Religionen und Weisheitslehren

Zitat:
Zitat von Ich Beitrag anzeigen
Das hat mir zu meiner Studienzeit mal eine esoterisch angehauchte Freundin meiner Mutter geschenkt. Da waren die 70er schon vorbei, und das ganze "Alles besteht aus Allem"-Dingens war ad acta gelegt. Hat sich in den Kreisen aber noch nicht herumgesprochen, dass es ein Standardmodell gibt.
Capra war ja ein Schüler von Chew(?) gewesen, einem Verfechter der Bootstrap-Modelle der Teilchenphysik. Das Quarkmodell war damals noch nicht in demselben Maße etabliert wie heute.

Capra sah ja v.a. Parallelen zwischen Quantentheorie und fernöstlicher Mystik. Dabei ging es ihm aber eigentlich weniger um die Quantentheorie als um ihre Kopenhagener Deutung.

Diese kann in Extremformen ja tatsächlich zu Überlegungen wie denen von Wheeler führen, d.h. z.B. zu einer Variante des anthropischen Prinzips wie: "Participatory anthropic principle (PAP): Beobachter sind notwendig, um das Universum zu erzeugen".
Irgendwer muss halt über Beobachtungen die Wellenfunktion des Universums zum Kollaps bringen, dachte man. Spätere Ansätze wie Dekohärenz schwächten aber dann auch dieses Argument schon wieder, selbst wenn man das "Framework" der KD akzeptiert.

Doch Wheeler war nun gewiss kein Narr ... . Ich würd das nicht alles gleich abwinken.

Gruß,
Uli

Geändert von Hawkwind (30.03.16 um 15:00 Uhr)
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  #8  
Alt 30.03.16, 15:42
Ich Ich ist offline
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Registriert seit: 18.12.2011
Beiträge: 1.490
Standard AW: Vom Ursprung einiger Religionen und Weisheitslehren

Zitat:
Zitat von Hawkwind Beitrag anzeigen
Capra war ja ein Schüler von Chew(?) gewesen, einem Verfechter der Bootstrap-Modelle der Teilchenphysik. Das Quarkmodell war damals noch nicht in demselben Maße etabliert wie heute.
So wie ich mich erinnere entstand das Buch (oder zumindest der grundlegende Gedanke) in der Zeit des "Teilchenzoos", als alle paar Minuten ein neues "Elementarteilchen" enteckt wurde, das irgendwie durch Reaktionen mit bekannten "Elementarteilchen" erzeugt wurde. Man hatte noch keine Systematik dahinter gefunden, und da mag der Gedanke reizvoll gewesen sein, dass diese Teilchen alle miteinander zusammenhängen und irgendwie sich selbst in dieser "Ganzheitlichkeit" erzeugen. Daraus kann man dann (wenn auch mühselig) Parallelen zu bestimmten fernöstlichen Weisheiten konstruieren, und fertig ist das "Tao der Physik".
Mit der reduktionistischen Erklärung des Zoos durch das Quarkmodell ist diese Idee aber regelrecht vernichtet worden: Nix war's mit scheinbar fernöstlicher Ganzheitlichkeit, das gute alte "westliche" Zerlegen und Zusammensetzen hat sich (wieder mal) als der richtige Weg erwiesen.
So zumindest meine Erinnerung an das Buch.
Zitat:
Capra sah ja v.a. Parallelen zwischen Quantentheorie und fernöstlicher Mystik. Dabei ging es ihm aber eigentlich weniger um die Quantentheorie als um ihre Kopenhagener Deutung.
Das weiß ich nicht mehr, bei mir ist hauptsächlich diese Elementarteilchen-Geschichte mit ihrer "globalen Vernetzung" hängen geblieben.

Zitat:
Diese kann in Extremformen ja tatsächlich zu Überlegungen wie denen von Wheeler führen, d.h. z.B. zu einer Variante des anthropischen Prinzips wie: "Participatory anthropic principle (PAP): Beobachter sind notwendig, um das Universum zu erzeugen".
Irgendwer muss halt über Beobachtungen die Wellenfunktion des Universums zum Kollaps bringen, dachte man. Spätere Ansätze wie Dekohärenz schwächten aber dann auch dieses Argument schon wieder, selbst wenn man das "Framework" der KD akzeptiert.

Doch Wheeler war nun gewiss kein Narr ... . Ich würd das nicht alles gleich abwinken.
Oh, diese Interpretationsgeschichten haben sicher ihren Reiz. Vor allem aber als SF-Grundstoff. Ich bin mir aber nicht über die historische und physikalische Bedeutung des Bewusstseins als Initiatior für einen (als irgendwie physikalisch tatsächlich stattfindend gedachten) Kollaps der Wellenfunktion im Klaren. So wie ich das sehe, war und ist das keine Mainstream-Auffassung, sondern eher eine Überinterpretation der sehr viel pragmatischeren Kopenhagener Deutung.
Ich persönlich habe da ganz sicher sofort abgewunken, ich halte nichts vom Dualismus. Aber spannend finde ich solche Ideen allemal. Nur sollte man irgendwelche weitergesponnenen Phantasien, die einem dazu einfallen können und die sich mit gutem Willen wie Chinesisch anhören, nicht als physikalische Tatsache verkaufen und sich dann wundern, dass die Physik sich so Chinesisch anhört.

Mann, ich schwurbele schon Sätze zusammen wie ein Philosoph.
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  #9  
Alt 30.03.16, 20:31
derwestermann derwestermann ist offline
Aufsteiger
 
Registriert seit: 22.06.2015
Beiträge: 40
Standard AW: Vom Ursprung einiger Religionen und Weisheitslehren

Zitat:
Zitat von Ich Beitrag anzeigen
Das Spektrum des Wasserstoffatoms ist das, was fernöstlich angehauchtes Woo Woo à la Goswami von Wissenschaft unterscheidet.
Das mag für deinen Alltag keinen Unterschied machen, aber hier ist ein wissenschaftliches Forum, und da ist das der ganze Unterschied. Daherlabern können viele, etwas richtig hinkriegen nur wenige.
Mag' sein, aber hier ist die Plauderecke.
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  #10  
Alt 21.05.16, 19:26
Lilioo Lilioo ist offline
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Registriert seit: 21.05.2016
Beiträge: 3
Standard AW: Vom Ursprung einiger Religionen und Weisheitslehren

Hmm, ist das nicht zu kleinlich ?
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