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Theorien jenseits der Standardphysik Sie haben Ihre eigene physikalische Theorie entwickelt? Oder Sie kritisieren bestehende Standardtheorien? Dann sind Sie hier richtig.

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  #191  
Alt 20.12.10, 10:01
SCR SCR ist offline
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Hallo Marco Polo,

kannst Du Dich folgenden Axiomen anschließen?

"Axiom 1: Die Flugbahnen von Photonen stellen die Geodäten unserer Raumzeit dar."

Falls Ja - DANN zeigen die Flugbahnen der Photonen die (gegebenenfalls vorliegenden) inneren Krümmungen unserer Raumzeit auf:

1. Euklidische Geometrie (k=0):
a) Winkelsumme Dreieck = 180°
b) Umfang Kreis = 2πr
c) Zu einer Geraden und einem Punkt P außerhalb der Geraden gibt es genau eine Parallele die durch P geht.

2. Elliptische Geometrie (k>0):
a) Winkelsumme Dreieck > 180°
b) Umfang Kreis < 2πr
c) Zu einer Geraden und einem Punkt P außerhalb der Geraden gibt es keine Parallele die durch den Punkt P geht (= Zwei verschiedene Geraden schneiden sich immer).

3. Hyperbolische Geometrie (k<0):
a) Winkelsumme Dreieck < 180°
b) Umfang Kreis > 2πr
c) Zu einer Geraden und einem Punkt P außerhalb der Geraden gibt es mindestens zwei Parallelen die durch den Punkt P gehen.


"Axiom 2: Folgt man einer Geodäte von Punkt A nach Punkt B, kehrt man am Punkt B angekommen um 180° um und
a) gelangt man auf diesem Wege wieder zum Ausgangspunkt A zurück liegen statische Krümmungen im betrachteten Raum vor.
b) gelangt man auf diesem Wege nicht wieder zum Ausgangspunkt A zurück liegen dynamische Krümmungen im betrachteten Raum vor.
"

Falls Ja - DANN sind in Verbindung mit Axiom 1 alle in unserer Raumzeit beobachtbaren Krümmungen als dynamische anzusehen:
I. Ein potentielles Raumwachstum führt zu negativen Krümmungen und damit dem Vorliegen einer hyperbolischen Geometrie
II. Eine potentielle Raumschrumpfung führt zu positiven Krümmungen und damit dem Vorliegen einer elliptischen Geometrie
III. Euklidische Geometrie kann lokal vorliegen / angewendet werden, falls
a) sich lokal die Effekte von I. und II. exakt aufwiegen
b) die Krümmungen aus I. und/oder II. vernachlässigt werden können (d.h. entweder bei Vorliegen sehr schwacher Krümmungen oder starker lokaler Einschränkung)

Zitat:
Zitat von Marco Polo Beitrag anzeigen
ein flacher Raum kann auch exponentiell wachsen, würde ich sagen.
Das impliziert unter Beachtung des Axioms 1 eine besondere Form des Wachstums des Raums: Das Wachstum darf in diesem Falle nicht den bereits existierenden Raum betreffen sondern darf den bestehend Raum lediglich "nach außen hin" ergänzen (= "Das Wachstum darf nur im Unendlichen stattfinden.")

Geändert von SCR (20.12.10 um 10:03 Uhr)
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  #192  
Alt 21.12.10, 11:31
Hawkwind Hawkwind ist offline
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Zitat:
Zitat von SCR Beitrag anzeigen
Hallo Marco Polo,

kannst Du Dich folgenden Axiomen anschließen?

"Axiom 1: Die Flugbahnen von Photonen stellen die Geodäten unserer Raumzeit dar."
Folgen denn frei fallende massive Körper keinen Geodäten ?
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  #193  
Alt 21.12.10, 12:30
SCR SCR ist offline
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Standard AW: SCR's "Standardmodell"

Zitat:
Zitat von Hawkwind Beitrag anzeigen
Folgen denn frei fallende massive Körper keinen Geodäten?
Das kenne ich als Aussage auch so.
Zitat:
Zitat von wikipedia
Eine Geodäte (Pl. Geodäten), auch Geodätische, geodätische Linie oder geodätischer Weg genannt, ist die lokal kürzeste Verbindungskurve zweier Punkte.
Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten unserer Raumzeit lässt sich nur mit c erzielen. Das ist einem massiven Körper nur in Ausnahmefällen möglich ->
Definition der Geodäten unserer Raumzeit durch den Weg des Lichts.

-> Auf was zielt Deine Frage ab?
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  #194  
Alt 21.12.10, 13:12
Hawkwind Hawkwind ist offline
Singularität
 
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Zitat:
Zitat von SCR Beitrag anzeigen
Das kenne ich als Aussage auch so.

Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten unserer Raumzeit lässt sich nur mit c erzielen. Das ist einem massiven Körper nur in Ausnahmefällen möglich ->
Definition der Geodäten unserer Raumzeit durch den Weg des Lichts.

-> Auf was zielt Deine Frage ab?
darauf, dass du zu sehr einschränkst mit deinem Axiom: massive frei fallende Objekte definieren ebenfalls Geodäten.
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  #195  
Alt 21.12.10, 13:27
SCR SCR ist offline
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Hi Hawkwind,
Zitat:
Zitat von Hawkwind Beitrag anzeigen
darauf, dass du zu sehr einschränkst mit deinem Axiom: massive frei fallende Objekte definieren ebenfalls Geodäten.
Meinst Du? Lass' mich einmal darüber nachdenken ...
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  #196  
Alt 21.12.10, 13:33
Benutzerbild von eigenvector
eigenvector eigenvector ist offline
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Zitat:
Zitat von SCR Beitrag anzeigen
Das kenne ich als Aussage auch so.
Ist ja auch ein Postulat in der allgemeinen Relativitätstheorie.

Allerdings sollte man dabei aufpassen, dass Geodäten nicht notwendigerweise Verbindungen mit minimalem Abstand bezeichnen. Zum Beispiel verlaufen die Geodäten, die man zwischen zwei Punkten auf einer Kugeloberfläche findet, auf Großkreisen. Das sind zwei Verbindungen, eine mit minimalem und eine mit maximalem Abstand.
Wenn dann auch die Metrik nicht mehr positiv ist, wie das in der allgemeinen Relativitätstheorie der Fall ist, sieht die Sache noch mal komplizierter aus.

Zitat:
Zitat von SCR Beitrag anzeigen
Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten unserer Raumzeit lässt sich nur mit c erzielen.
Naja .. es gibt lichtartige Geodäten, die definiert sind über ds^2=0.


Zitat:
Zitat von SCR Beitrag anzeigen
Das ist einem massiven Körper nur in Ausnahmefällen möglich ->
Das ist für einen massiven Körper überhaupt nicht möglich.

Zitat:
Zitat von SCR Beitrag anzeigen
Definition der Geodäten unserer Raumzeit durch den Weg des Lichts.
Macht keinen Sinn, weil man aus der Riemannschen Geometrie bereits eine Definition von Geodäten hat.
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  #197  
Alt 21.12.10, 20:11
Benutzerbild von Marco Polo
Marco Polo Marco Polo ist offline
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Hallo SCR,

Zitat:
Zitat von SCR Beitrag anzeigen
Meinst Du? Lass' mich einmal darüber nachdenken ...
da brauchst du nicht drüber nachzudenken. Es ist definitv so, wie Hawkwind es beschreibt.

Wenn auf einen Körper keine Kraft ausgeübt wird, dann bewegt er sich in der gekrümmten Raumzeit nunmal entlang einer Geodäte.

Zitat:
Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten unserer Raumzeit lässt sich nur mit c erzielen.
Nein. Wie kommst du jetzt darauf?
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  #198  
Alt 21.12.10, 21:38
SCR SCR ist offline
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Hallo Marco Polo,
Zitat:
Zitat von Marco Polo Beitrag anzeigen
da brauchst du nicht drüber nachzudenken.
Doch: Es lohnt sehr.
Zitat:
Zitat von Marco Polo Beitrag anzeigen
Es ist definitv so, wie Hawkwind es beschreibt.
In diesem Falle: Sogar gerade deswegen.
Zitat:
Zitat von Marco Polo Beitrag anzeigen
Nein. Wie kommst du jetzt darauf?
Weißt Du, von was JoAx in diesem Beitrag spricht? http://www.quanten.de/forum/showthre...66&postcount=5
(EDIT: Einmal den LET-Fokus in seinen dortigen Ausführungen ignoriert)

Geändert von SCR (21.12.10 um 21:42 Uhr)
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  #199  
Alt 22.12.10, 09:25
SCR SCR ist offline
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Hallo eigenvector,
Zitat:
Zitat von eigenvector Beitrag anzeigen
Allerdings sollte man dabei aufpassen, dass Geodäten nicht notwendigerweise Verbindungen mit minimalem Abstand bezeichnen. Zum Beispiel verlaufen die Geodäten, die man zwischen zwei Punkten auf einer Kugeloberfläche findet, auf Großkreisen. Das sind zwei Verbindungen, eine mit minimalem und eine mit maximalem Abstand.
Wenn dann auch die Metrik nicht mehr positiv ist, wie das in der allgemeinen Relativitätstheorie der Fall ist, sieht die Sache noch mal komplizierter aus.
Also sprichst Du von extremalen Abständen wenn Du den Begriff "Geodäte" verwendest (?) -> Kannst Du bitte einmal den Begriff der Geodäte in der Relativitätstheorie (ausgehend von der klassischen Sichtweise "kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten eines Raums") verbal definieren?
Zitat:
Zitat von eigenvector Beitrag anzeigen
Naja .. es gibt lichtartige Geodäten, die definiert sind über ds^2=0.
1. Ja - Die Geodäten des Lichts.
2. Dann gibt es die zeitartigen Geodäten mit ds²>0 - Die Geodäten "freifallender ponderabler Teilchen" (wobei diese Geodäten laufend durch die Eigenmasse der Teilchen gekrümmt werden/würden; also eine Art "Geodäten-Definition zur Laufzeit" sozusagen; und dieser Geodäte folgt dann ein ponderables Teilchen; damit würde die Geodäte aber erst "im Nachgang" feststehen - Wie soll man ihr dann vorab schon folgen können?).
3. Und dann noch raumartige mit ds²<0.

Allgemeine Frage: Warum diese Unterschiede - Ich dachte Raum und Zeit bilden eine Einheit?

Demnach dürfte es doch eigentlich nur eine "Art" Geodäte geben um die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten unserer Raumzeit zu definieren.

Ich kann mir nun sehr wohl eine räumlich kürzeste (besser) als auch eine zeitlich kürzeste Verbindung (schon etwas schlechter) vorstellen.
Eine davon abweichende "raumzeitlich kürzeste Verbindung" ... Das gelingt mir persönlich dann, wenn ich eine gewisse konkrete Vorstellung über die angesprochene Einheit von Raum und Zeit mit den Geodätenüberlegungen verbinde.
Zitat:
Zitat von eigenvector Beitrag anzeigen
Das ist für einen massiven Körper überhaupt nicht möglich.
In bestimmten Fällen schon:
Zitat:
Zitat von Andreas Müller
Am Schwarzschildradius der Schwarzschild-Lösung bzw. am äußeren Horizont der Kerr-Lösung werden alle Geodäten lichtartig!
Alles in allem: In meinen Augen durchaus den ein oder anderen Gedanken wert - Ich bin zumindest damit noch nicht am Ende.
Und außerdem gibt's da ja auch noch meine Signatur .
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  #200  
Alt 22.12.10, 11:36
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Hallo Marco Polo,
Zitat:
Zitat von Marco Polo Beitrag anzeigen
Es ist definitv so, wie Hawkwind es beschreibt.
Axiom 1 in diesem Sinne unterstellt - Könntest Du Dich in diesem Falle dann Axiom 2 von oben anschließen (bzw. wie stehst Du dazu)?
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