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  #11  
Alt 06.07.07, 21:57
zeitgenosse zeitgenosse ist offline
Guru
 
Registriert seit: 01.05.2007
Beiträge: 529
Standard AW: Eine Dgl. Vol. 2

@richy

Inzwischen habe ich mich etwas in das Blockschaltbild des Theremins vertieft. Es gibt eigentlich zwei Haupteinheiten, eine für die Tonhöhe, die andere für die Lautstärke. Erstere ist an die Pitch-Antenne (stabförmig) angeschlossen, die zweite an der Volume-Antenne (loop-förmig). Der Spieler selbst greift als lebendige Kapazität mit den Händen in das Nahfeld beider Antennen. Das Theremin ist somit das einzige mir bekannte Instrument, das völlig berührungslos gespielt wird.

Auf einen Mixer geführt sind der Pitch-Oszillator_1 mit fester Frequenz und der Pitch-Oszillator_2. Dieser wird über das Nahfeld der Pitch-Antenne verstimmt, so dass am Mixerausgang die Schwebungsfrequenz abgegriffen werden kann.

Der Mixer wird über ein Filter auf den VCA-Eingang (Verstärker) geführt. Auf diesen wirkt über ein zweites Filter auch der Volume-Oszillator, welcher über das Nahfeld der Volume-Antenne beeinflusst wird und den Pegel steuert. Am Ausgang des VCA steht dann das Audiosignal zur Verfügung.

Wenn ich gelegentlich etwas Zeit finde (und Geld (!) - bei mir immer knapp), baue ich mir ein Theremin.

Es gibt zum Glück verschiedene Bausätze, u.a. denjenigen von Moog, so dass ich das Rad nicht neu erfinden muss:

http://www.pek.ch/images/moog_pics/t...wavkit_big.jpg
"Etherwave Theremin Kit"

Soweit wie Clara Rockmore werde ich es vermutlich nicht bringen (musikalisch gesehen natürlich).

Aber zuallererst sollte ich endlich einmal die gedruckten Leiterplatten für meine CNC-Fräsmaschine herstellen!

Jedes Ding hat seine Zeit.

Gr. zg
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  #12  
Alt 07.07.07, 14:15
Benutzerbild von richy
richy richy ist offline
Singularität
 
Registriert seit: 01.05.2007
Ort: karlsruhe
Beiträge: 4.170
Standard AW: Eine Dgl. Vol. 2

Hi
> Hast du den Schwebungssummer wegen dem Theremin zugetan?

Wuerde diese alte Roehrenkiste jedem modernen digitalen Sinusgenerator vorziehen.
Enthaelt Endstufe Impedanzwandler Daempfungsglieder. Alles was man braucht.
Ich verwende aber auch Synthesizer mal ganz gerne fuer die Messtechnik.
Zusammen mit einem PC Audioverarbeitungsprogramm als Osszi, Pegelschreiber, hat man damit ein komplettes Akustiklabor. Das nutzen aber nur die wenigsten.
Hier hab ich z.b. mal das Sinus sample als Sweep Generator missbraucht und so den internen Parametrische EQ des Syntehsizers aufgezeichnet:

Die damit ermittelte Frequenzskala kann man wiederum als Norm fuer andere Messungen verwenden. Als Osszi z.B. das Programm Nero burning Rome, dass jeder zuhause hat.

Auch physioakustische Experimente kann man damit machen. Ein komplettes Labor.

Yepp deine Beschreinbung des Theremis ist zutreffend. Und auch ne Besonderheit. Es stellt die erste beruehrungslose Mensch Maschine Schnittstelle dar. Ein Interface wuerde man heute sagen. Weit seiner Zeit voraus.

> Der Mixer wird über ein Filter auf den VCA-Eingang (Verstärker) geführt.

Vorher muss man es natuerlich noch mit einem Gleichrichter demodulieren, sonst nuetzt das Filter nichts.

Zitat:
Wenn ich gelegentlich etwas Zeit finde (und Geld (!) - bei mir immer knapp), baue ich mir ein Theremin.
Das waere super, wenn du dann mal darueber berichten koenntest. In den Musikforen sind auch alle ganz wild drauf so was nachzubauen, aber keiner hat bisher den Anfang gemacht. In Roehrentechnik waere es total super. Klingt eben sehr viel besser. Und damit das ganze ungefaehrlich wird, koennte man diesen Roehrentyp verwenden :
http://www.keyboardpartner.de/hammond/t-mod-skill4.htm
In den russischen MIG Kampfjets wurden Roehren mit 9 V Heizspannung verwendet ! Die sind meines Wissens noch erhaeltlich.
Das waere ein Renner :-)

Ich will auch schon lange eines bauen. Meine Idee ist: So einfach und billig wie moeglich. Evtl etwas modifizierte Technik. Dachte an zwei Ne556 oder digital analog hybrid. C Mos 4011. Letztere haben so einen hohen Innenwiederstand, dass man sie auch als Naeherungselemente benutzen kann.

Das Trautonium habe ich mal live gehoert. Gespielt von keinem geringeren als Oskar Sala. 1999 live im Freien vorm Schloss KA waeherend der Sonnenfinsternis. Ein Erlebnis, dass ich in Worten nicht beschreiben kann.

@quick
Hab leider nur Win 98. Auch schon versucht das Theremin auf meinen Synties zu emulieren.
Die Controllerfunktionen sind aber einfach zu grob dafuer. Die sind das entscheidende. Denn ansonsten ist es vornehmlich ein einfacher Sinus.

Viele Gruesse
richy

Geändert von richy (07.07.07 um 14:42 Uhr)
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  #13  
Alt 09.07.07, 01:48
zeitgenosse zeitgenosse ist offline
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Registriert seit: 01.05.2007
Beiträge: 529
Standard AW: Eine Dgl. Vol. 2

Zitat:
Zitat von richy Beitrag anzeigen
Meine Idee ist: So einfach und billig wie moeglich. Evtl etwas modifizierte Technik. Dachte an zwei Ne556
Sehe das ganz ähnlich.

Um ein "Halbleiter-Theremin" zu bauen, hat man es inzwischen recht einfach, gibt es doch eine stattliche Anzahl geeigneter integrierter Analogbausteine wie z.B. den NE 612 (Doppel-Balance-Mischer) oder den MC 1496 (Produktdetektor). Am Ausgang des Produktdetektors steht bereits das NF-Signal zur Verfügung. Für den Amplifier eignet sich dann z.B. der TBA 810 (6 Watt).

p.s. Ich vermerke, dass wir von den "reinen Besselfunktionen" etwas abgekommen sind und empfehle für schaltungstechnische Feinheiten einen separaten Thread (aber ob das noch in ein Physikforum passt?).

Gr. zg
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  #14  
Alt 09.07.07, 02:34
zeitgenosse zeitgenosse ist offline
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Registriert seit: 01.05.2007
Beiträge: 529
Standard AW: Eine Dgl. Vol. 2

Ergänzend:

Interessant im Nexus des Mixturtrautoniums ist besonders die Untertonreihe. Diese Subharmonischen tauchen meines Wissens bei den "gewöhlichen" Musikinstrumenten so gut wie nie auf (mit Ausnahme der Glockenklänge). Sie lassen sich aber als mathematische Konstruktion erdenken und auf elektronischem Wege erzeugen. Auch die menschliche Stimme ist dazu in der Lage (Strohbass- und Kehltechniken).

Subharmonische Schwingungen treten bekanntlich auch bei nichtlinearen Oszillatoren auf, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. In einem Phasendiagramm dargestellt durchläuft die Trajektorie dann mehrfache Schleifen, bevor sie wieder ihren Anfangspunkt erreicht.

Übrigens gab es bereits in den sechziger Jahren ein in Deutschlands Osten im Hinblick auch auf die Filmmusik entwickeltes elektronisches Musikinstrument, das im subharmonischen Spektrum Klangwelten erzeugte - das Subharchord:

http://www.subharchord.com/sub_frame...05_frontal.jpg
Subharchord-Prototyp I/II

http://www.subharchord.com/sub_frame...5-05_innen.jpg
Innenleben

Es besitzt - wie das Klavier - ein Tastenmanual (mit 3 Oktaven Tonumfang). Mittels einem Glissandoregler können die Oktaven stufenlos überstrichen werden. Haupterfinder war der Ing. Ernst Schreiber, über den nicht sehr viel bekannt ist ausser, dass er vermutlich auch für Löwe Radio in Berlin-Steglitz tätig war.

Schaltungstechnisch war das Subharchord bereits recht anspruchsvoll:

Steuergenerator, Impulsformer und Vibratogenerator; binäre und subharmonische Frequenzteiler inkl. Nebengeneratoren; Trennstufen und eine Filtersummierungsschaltung; eine druckabhängige Lautstärkenregelung; ein Ringmodulator; eine Abklingeinrichtung; ein Chormodulator; Formant- und Bandpassfilter (nach Mel-Skala); eine Rhytmisierungseinrichtung - das sind in etwa die wesentlichen Komponenten dieses einzigartigen elektronischen Musikinstrumentes.

Gr. zg

Geändert von zeitgenosse (09.07.07 um 03:00 Uhr)
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