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Theorien jenseits der Standardphysik Sie haben Ihre eigene physikalische Theorie entwickelt? Oder Sie kritisieren bestehende Standardtheorien? Dann sind Sie hier richtig.

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  #1  
Alt 07.05.07, 22:37
seberta seberta ist offline
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Registriert seit: 07.05.2007
Beiträge: 711
Standard Theoretische Physik vor dem Ende??

Ich bin auf ein sehr interessantes Buch gestoßen, das die erkenntnis- und wissenschaftstheoretischen Gründe für das Scheitern der Theoretischen Physik analysiert und reflektiert, Allgemeine Relativitäts- und Quantentheorie zu einer empirisch-experimentell überprüfbaren Quantengravitation zu vereinigen.
U(h)RKRAFT. UNIVERSUM, ZEIT UND ZUKUNFT. http://uhrkraft.blogspot.com
bzw. http://www.amazon.de/Uhrkraft-Univer...d_bbs_sr_1?ie=
Wenn der Autor (Wolfgang Karb, Philosoph und Wissenschaftstheoretiker) Recht hat, steht die Theoretische Physik insofern vor dem Ende, als sie die Gründe für ihre Unvollendbarkeit und Unabschließbarkeit erkennen kann. Die "Lösung" wäre dann, sich von dem aussichtslosen Versuch zu lösen, weiterhin an der "Quadratur des Kreises" (= Vereinigungsversuch von "klassischer" Allgemeinen Relativitätstheorie und "nicht-klassischer" Quantentheorie) zu arbeiten.

Wie denken Sie darüber?
Gruß - seberta

Geändert von seberta (08.12.07 um 05:09 Uhr) Grund: Link-Ergänzung
  #2  
Alt 08.05.07, 21:12
Pythagoras Pythagoras ist offline
Profi-Benutzer
 
Registriert seit: 02.05.2007
Beiträge: 222
Standard AW: Theoretische Physik vor dem Ende??

Ich unterscheide die beiden Diktionen "Physik vor dem Ende" = "vor ihrem Abschluss", und "Physik am Ende" = "jetzt geht nix mehr und wir sind fix und fertig".
Selbstverständlich lassen sich RT und QTvereinigen, auch die 4 Wechselwirkungen. Aber man muss die Grundlagen ab Newtonscher Mechanik
nochmals durchforsten. Vielleicht ist uns generell etwas Wesentliches entgangen ? Man sollte es noch einmal bei einer Analyse der Inertialsysteme beginnen.
Vielleicht zeigen sich hier noch Tatsachen, die Unerwartetes nach sich ziehen !

Pythagoras
  #3  
Alt 08.05.07, 21:51
Wolfgang H. Wolfgang H. ist offline
Aufsteiger
 
Registriert seit: 08.05.2007
Beiträge: 71
Standard AW: Theoretische Physik vor dem Ende??

Vielleicht ist uns generell etwas Wesentliches entgangen ? Man sollte es noch einmal bei einer Analyse der Inertialsysteme beginnen.
Vielleicht zeigen sich hier noch Tatsachen, die Unerwartetes nach sich ziehen !

Pythagoras[/QUOTE]

Hallo Pythagoras,
dass sehe ich ähnlich.
Z.B. sollte man den Zeitverlauf,bzw. die Zeitablaufgeschwindigkeit in einem Interialsystem berücksichtigen.
Diese ist m.E. von der relativistischen Energiedichte abhängig.In der Nähe eines Atomkerns ist diese
sicherlich anders als im Labor.Die Raumzeitkrümmung in der Nähe eines Protons ist viel stärker als auf
der Erdoberfläche.Ein Proton ist ein eigenes Interialsystem.Wenn man "c"-Labor benutzt, Geschwindigkeiten
von Elektronen im Atom zu berechnen,kann das mE. nicht richtig sein."c" im Atom ist eine andere,da
die Zeitablaufgeschwindigkeit dort eine andere ist.

Gruß
Wolfgang H.

Geändert von Wolfgang H. (08.05.07 um 22:05 Uhr)
  #4  
Alt 08.05.07, 23:02
Pythagoras Pythagoras ist offline
Profi-Benutzer
 
Registriert seit: 02.05.2007
Beiträge: 222
Standard AW: Theoretische Physik vor dem Ende??

@Wolfgang H.

>>Die Raumzeitkrümmung in der Nähe eines Protons ist viel stärker als auf
der Erdoberfläche.<<

Solltest du etwa eine RZ-Krümmung im Inneren des Protons meinen ?
Die Energiedichte ist dort grösser, als die gravitative oder auch mesonische
in der Nähe des Protons.
Fraglich ist jetzt, wie beide Bereiche, der ART-Bereich (RZ-Krümmung in der
Nähe) und Energiedichte im Inneren des Protons (Quarks ??) zu gleichen sind.

Pyth.
  #5  
Alt 09.05.07, 00:21
Wolfgang H. Wolfgang H. ist offline
Aufsteiger
 
Registriert seit: 08.05.2007
Beiträge: 71
Standard AW: Theoretische Physik vor dem Ende??

@ Pyth.
Ja, die meine ich.
Im Nahbereich oder im Inneren des Protons wird mE. die RZ-Krümmung extrem stark sein,da die Energiedichte sehr hoch ist.
Eine Atomuhr auf der Erdoberfläche zeigt die physikalische Zeit z.B.1 sec. an.
Die Erde ,zusammengepresst auf 9mm, d.H. den Schwarzschildradius,stellt auch eine extreme Energiedichte dar . Eine sec. auf dem Schwarzschildradius
der Erde vergeht viel langsamer. Der Mond würde sich aber weiterhin um diese "kleine" Erde drehen,da das gravitative Potential gleich bleibt.
D.h. der physikalische Zeitverlauf bzw. die Zeitablaufgeschwindigkeit eines Interialsystems ist von seiner relativistischen Energiedichte abhängig.

W.
  #6  
Alt 09.05.07, 15:03
seberta seberta ist offline
Guru
 
Registriert seit: 07.05.2007
Beiträge: 711
Standard AW: Theoretische Physik vor dem Ende??

Die Anmerkungen zum Thema "Zeitverlauf" bzw. "Zeitdilatation" finde ich sehr informativ und hilfreich. Meine Frage: Was wird in der Theoretischen Physik unter "Zeit" verstanden? Ich erinnere an ein Gespräch zwischen A. EINSTEIN und dem Philosphen R. CARNAP über das JETZT: EINSTEIN zeigte sich sehr beunruhigt über dieses Phänomen und ahnte, dass eine physikalische Theorie nicht befriedigend sein könnte, wenn sie das ständig neue JETZT, also den Augenblick, nicht theoretisch in ihren Modellen integrieren könnte. Dieses ständig neue JETZT entzieht sich der (chronologischen) Messbarkeit, die innerhalb der Physik ja eine zentrale Rolle spielt, da sie die Voraussetzung des Zählens und Messens bildet. Vielleicht ist die Hypothese des Buches "U(h)RKRAFT" von der prinzipiellen Unabschliessbarkeit der Theoretischen Physik schon aus diesem Grunde sehr ernstzunehmen.
Gruß - seberta
  #7  
Alt 09.05.07, 16:56
Benutzerbild von Uranor
Uranor Uranor ist offline
Singularität
 
Registriert seit: 01.05.2007
Beiträge: 2.428
Standard AW: Theoretische Physik vor dem Ende??

Jau. Das Jetzt bezieht sich auf Zählen. Es besteht ja keine zeitliche Raumkoordinate. Zeit wird nicht auf einer Strecke überwunden sondern durch Veränderung, durch quantisierte Aufeinanderfolge. Dabei zeigt jedes Teilchen seine eigene inertiale Aktualisierung, die Eigenzeit.

Also so passt das und ist für den Verstand völlig logisch. Wie wollte man es anders auch nur denken? Für den Überlegungsfall, dass die Aktualisierung analog erfolgen würde, hätte man auch keine andere Messmöglichkeit, als nach Referenzuhren zu vergleichen. Der Meter funktioniert bei Zeit nicht.

Sicher wird das Buch seine Berechtigung haben. Zumindest ist die Gedankenorientierung interessant. Aber bei den Perspektiven kann Goedel immer wieder hinausgeschoben werden. Es können doch immer wieder Details entdeckt werden. So als Absolutum wird Karbs Aussage wohl eher nicht verstehbar sein. Wir werden nie ermitteln können, aus welchem Stoff letztlich alles besteht. Hier ist der Unvollständigkeitssatz klar. Genau so werden nie die Herkunft der Natur und der Gesetze erkundbar sein.

Man muss bei jeder Frage also echt die tiefste Basis finden. Für die Theoretische Physik ansich gilt das nicht. S. die QM. Sie ist im Gültigkeitsbereich definiert, dürfte darin nicht unvollständig sein. Die Nichtlokalität ist nicht Bestandteil der QM. Es fehlt eine ergänzende Theorie. Man nähert sich Goedel, doch die Forschong hat ja grad man erst begonnen.

-- Das scheinen 2 Threads zum gleichen Thema zu sein? Das war imo nicht praktisch. Die Aussagen durchkreuzen sich, man kann keine konkrete Orientierung erarbeiten.


Gruß Uranor
  #8  
Alt 10.05.07, 10:44
seberta seberta ist offline
Guru
 
Registriert seit: 07.05.2007
Beiträge: 711
Standard AW: Theoretische Physik vor dem Ende??

Danke, Uranor, für die sehr hilfreichen Anmerkungen!
Karbs Hypothese ist in der Tat nicht als "Absolutum" zu verstehen, sondern im Sinne POPPERS als falsifizierbare Hypothese: Sie wird widerlegt, wenn es einem Physiker oder einem Physiker-Team gelingt, eine von den Experten bestätigte "Vereinigung" von Allgemeiner Relativitätstheorie und Quantenmechnik als empirisch bestätigte Quantengravitation vorzulegen (dieser Physiker oder dieses Team hätten dann den Nobelpreis für Physik mehr als verdient, stimmt's?)
Viele Grüße - seberta
  #9  
Alt 10.05.07, 21:47
MCD MCD ist offline
Profi-Benutzer
 
Registriert seit: 01.05.2007
Beiträge: 442
Standard AW: Theoretische Physik vor dem Ende??

Zitat:
Zitat von Wolfgang H. Beitrag anzeigen
@ Pyth.
Ja, die meine ich.
Im Nahbereich oder im Inneren des Protons wird mE. die RZ-Krümmung extrem stark sein,da die Energiedichte sehr hoch ist.
Eine Atomuhr auf der Erdoberfläche zeigt die physikalische Zeit z.B.1 sec. an.
Die Erde ,zusammengepresst auf 9mm, d.H. den Schwarzschildradius,stellt auch eine extreme Energiedichte dar . Eine sec. auf dem Schwarzschildradius
der Erde vergeht viel langsamer. Der Mond würde sich aber weiterhin um diese "kleine" Erde drehen,da das gravitative Potential gleich bleibt.
D.h. der physikalische Zeitverlauf bzw. die Zeitablaufgeschwindigkeit eines Interialsystems ist von seiner relativistischen Energiedichte abhängig.

W.
Verstehe ich nicht, eine Sekunde ist und bleibt doch eine Sekunde?!

Das Intervall zwischen zwei Ereignissen wird sich m.E., bedingt durch das erhöhte Gravitationspotential, nicht ändern bzw. vergrößern d.h. wenn etwas vorher eine sek. dauerte, wird der gleiche Vorgang auf zusammengepresster Erde ebenfalls eine sek. dauern, vorausgesetzt natürlich die Maßstäbe (Ereignisse Erde normal <--> Ereignisse Erde gepresst) bleiben relativ gleich.

Bsp.:
Die gemessene Zeit zwischen zwei 10.000km entfernten Ereignissen auf der Erde, wird mit einer sek. gemessen.
Auf der auf 9mm zusammengepressten Erde, beträgt der Abstand nun z.B. 2,25mm, wobei die beiden Ereignisse -eben infolge des höheren Gravi.pot.- immer noch eine sek. auseinander liegen -denke ich, oder was habe nicht verstanden?

Gr.
MCD
  #10  
Alt 11.05.07, 13:07
Wolfgang H. Wolfgang H. ist offline
Aufsteiger
 
Registriert seit: 08.05.2007
Beiträge: 71
Standard AW: Theoretische Physik vor dem Ende??

Hallo MCD
Die sec in der Nähe des SSR ist dort auch nur 1 sec lang. Das siehst du richtig. Sie vergeht aber langsamer als bei uns bei normalen Bedingungen.
Wir blicken dann quasi auf ein anderes Interialsystem.
Wenn man eine Atomuhr mit der Erde bis auf den SSR „schrumpfen“ könnte und danach wieder auf Normalgröße bringen, würde diese Uhr nachgehen. Das ist so als ob man eine Atomuhr einem starken gravitativen Feld aussetzten würde.
Nun könnte man annehmen ( wie du ) das gravitative Feld ist ja das gleiche, also auch gleicher Zeitverlauf. Das gravitative Feld bleibt aber nur gleich, wenn man auf Abstand des jetzigen Erdradius bleibt. Schrumpft man selbst mit seiner Atomuhr mit der Erde mit,
steigt ständig die Raumzeitkrümmung und mit dieser verlangsamt sich der Zeitablauf.
Das gleiche gilt für eine Atomuhr, welche man auf fast LG beschleunigt hat.
Auch da bleibt die Zeitdilatation erhalten, wenn der „Zwilling“ wieder zurückkehrt.
Hier wird die Gleichheit von träger und schwerer Masse erst richtig deutlich.
Wenn eine schwerere Masse eine Zeitdilatation hervorruft , dann auch eine träge Masse.
Besser wäre aber von „relativistischer Gesamtenergie“ zu sprechen, weil dort die Relativgeschwindigkeit gegenüber der Microwellenhintergrund-Strahlung
berücksichtigt ist, bzw. alle Energieformen berücksichtigt sind.
Diese Herangehensweise erklärt mE.auf einfache Weise die Zeitdilatation der SRT im bewegten Bezugssystem.( ein bewegtes Bezugssystem, relativ zu was auch immer, muss einmal beschleunigt worden sein).

Gruß W.
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